Kristina Pimenova: Ärger um 9-jähriges Supermodel

kristina pimenova
Die neunjährige Russin Kristina Pimenova arbeitet erfolgreich als Model. Und das bereits seit sechs Jahren.
Foto: instagram.com/kristinapimenova2005

"Das schönste Mädchen der Welt" sorgt für Diskussionen

Ihre Modelkarriere begann im Alter von drei Jahren. Heute ist Kristina Pimenova ein Kindermodel, um das sich alle großen Designer reißen. Nicht ganz unschuldig daran: Ihr durchgeplanter Auftritt im Social Web, inszeniert von ihrer Mutter.

Die Russin Kristina Pimenova stand schon für Roberto Cavalli, Dolce & Gabbana, Benetton oder Armani vor der Kamera, war auf dem Cover der "Vogue Bambini", hat mehr als 2 Millionen Facebook Fans, 401.000 Instagram-Follower und wird immer wieder "das schönste Mädchen der Welt" genannt. Klar, es gibt heutzutage viele Models, die dank Social Media berühmt geworden sind , aber keine von ihnen ist neun Jahre alt. Kristina Pimenova schon.

Hinter ihren Profilen im Social Web steckt ihre Mutter Glikeriya Pimenova. Die postet regelmäßig zufällige und gestellte Bilder ihrer Tochter. Und auch wenn alle Fotos "altersentsprechend" sind, ohne Make-up, keine aufreizende Kleidung oder übertriebenes Posing, bleibt doch die Frage: Ist eine derart offensive Darstellung von Minderjährigen okay? Eine Debatte um die Darstellung von Kindermodels ist bereits entfacht.

Denn auch wenn Gesetze junge Models vor den unschönen Seiten der Modeindustrie beschützen sollen, sind immer wieder Teenager auf Laufstegen und in Kampagnen zu finden. So engagierte Miuccia Prada die 14-jährige Roos Abels für ihre Spring/Summer-Show, Cindy Crawfords Look-alike-Tochter Kaia Gerber modelte schon mit 10 für Versace und der 12-jährige Romeo Beckham posiert regelmäßig für Burberry. Dazu kommen tausende von minderjährigen Models, die Saison um Saison für Kindermode und -Labels werben. Der große Unterschied bei Kristina Pimenova: Auch wenn sie bislang nur in der Kindersparte gearbeitet hat, wird sie doch wie eine Erwachsene behandelt.

Denn auch wenn die Bilder der 9-jährigen Moskauerin alles andere als aufreizend sind, hält es die Netzgemeinde nicht davon ab, sich in Kommentaren auf Instagram & Co. über ihre Aussehen, ihre "Hotness", auszulassen. Ihr Körper wird beurteilt, Vorhersagen über ihre Zukunft als Victoria's Secret Model werden gemacht, da hilft es auch nicht, dass ihre Mutter in einem Facebook-Post darum bittet, dass der Account kinderfreundlich bleiben soll.

Mit dem Wissen, dass sich im Internet viele unheimliche Typen tummeln, fragen wir: Sollte es dennoch in Ordnung sein, sein Kind derart im Netz darzustellen, nur im Namen von Ruhm, Reichtum und Anerkennung? Früher waren es die "Eiskunstlaufmütter", heute wohl die "Social Media Moms", denn das Phänomen ist nicht neu. So haben z.B. auch immer mehr Nachwuchsathleten in den USA jetzt schon höhere Fan-Zahlen als so manch alter Hase im Hochleistungssport. Doch es besteht ein Unterschied, ob ein "Like" der besonderen Leistung eines Sportlers gilt, oder dem hübschen Gesicht eines Kindes, das irgendwie an Supermodels wie Amber Valletta oder Alessandra Ambrosio erinnert. Auch die wurden übrigens schon im Kindesalter von ihren Mütter in eine Modelschule geschickt. Die Geschichte von Kristina Pimenova mag vielleicht nur eine 2015er-Version eines alten Kreislaufs sein. Das macht es allerdings nicht weniger beunruhigend.

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