Kurz nach der Geburt beginnt der Überlebenskampf dieser Mutter

mutter mit krebs
Die Freude über ihre Schwangerschaft währt nur sehr kurz, wenige Tage später muss Patricia Durantes um ihr Leben kämpfen.
Foto: youtube/ My Cord Bank

Zwischen Leben und Tod

Als Patricia und Lou Durante erfahren, dass sie ein Baby erwarten, können sie ihr Glück kaum fassen, doch dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu.

Bei einer Routineblutuntersuchung wird bei Patricia eine seltene Form von Leukämie festgestellt. Die Kanadierin und ihr Mann sind im ersten Moment schockiert und ratlos. Die Ärzte raten ihr, die Schwangerschaft abzubrechen und umgehend mit einer Chemotherapie zu beginnen. "Ich wollte meinem Kind das Leben schenken, gleichzeitig musste ich mir aber die Frage stellen, ob es jemals eine Mutter haben würde", sagt sie hin- und hergerissen. Doch die Liebe zu ihrem ungeborenen Baby ist größer als die Angst vor der Krankheit.

Patricia beschließt, ihr Kind auszutragen und direkt nach der Geburt mit der Chemotherapie zu beginnen. Die Ärzte geben ihr eine 15%ige Überlebenschance. Doch statt aufzugeben, wälzt die Schwangere Medizinbücher. "In dem Buch las ich etwas davon, dass Nabelschnurblut reich an Stammzellen ist. Stammzellen, die benutzt werden, um viele Krankheiten zu heilen - darunter auch Leukämie! Da wusste ich, mein Kind wird mir das Leben retten!" Direkt nach der Geburt wird Blut aus der Nabelschnur entnommen, eingelagert und für Patricias Behandlung verwendet - 2001 eine völlige Weltneuheit.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt

Obwohl der Krebs den Körper der jungen Frau völlig schwächt, ist sie fest entschlossen zu überleben. Die Ärzte leiten in der 31. Schwangerschaftswoche die Geburt ein, dann ist ein Fötus sicher lebensfähig, denn Patricia hat keine Zeit mehr zu verlieren - ihr Leben steht auf Messers Schneide. Sie bringt ein gesundes Mädchen zur Welt und für ein paar Sekunden ist sie die glücklichste Mutter der Welt. Doch direkt nach der Entbindung muss sie eine aggressive Chemotherapie absolvieren, die ihrem geschwächten Körper alles abverlangen wird.

Nach 20 Tagen Chemotherapie gibt es kaum noch Hoffnung für Patricia. Die Ärzte greifen nach einem letzten Strohhalm und gehen aufs Ganze. Sie zerstören das Knochenmark der jungen Mutter und damit ihr Immunsystem, in der Hoffnung damit die Leukämie einzudämmen. Anschließend injizieren sie ihr die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ihrer Tochter.

Die riskante Behandlung gelingt und Patricia wird wieder vollständig gesund. Auch Jahre später kann die Familie Durantes ihr Glück kaum fassen. Patricias Tochter Victoria Angel ist mittlerweile ein Teenager. Mutter und Tochter verbindet ein besonderes Band, die Nabelschnur die Victoria im Mutterleib am Leben hielt, rettete am Ende auch ihrer Mutter das Leben.

Und nicht nur das: Familie Durantes hat mir ihrem Fall Geschichte geschrieben. Heute wird Nabelschnurblut in großen Mengen eingelagert und rettete schon tausenden von Krebspatienten das Leben, die sonst vielleicht vergeblich auf einen Spender hätten warten müssen.

(ww2)

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