Kurzsichtigkeit: Warum gibt es so viele Betroffene?

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Immer mehr Menschen leiden an Kurzsichtigkeit und benötigen eine Brille.
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Macht Bildung kurzsichtig?

Die Zahl der Kurzsichtigen steigt seit Jahren auf der ganzen Welt an. Woran liegt das?

Gene sind nicht alles

In den skandinavischen Ländern brauchen mittlerweile etwa 35 Prozent aller Studenten eine Brille, in Großbritannien sind es mehr als 50 Prozent. Die höchste Quote findet man jedoch in Asien: In Hongkong leiden bereits 80 Prozent aller Schulabgänger unter Kurzsichtigkeit, in Singapur sogar 90 Prozent. Forscher sind sich einig: Das ist nur durch die Lebensumstände zu erklären, Gene können sich nicht so schnell verändern.

Risiko für Leseratten

Kurzsichtigkeit ist nur selten angeboren, meist entsteht sie erst im Laufe der Jahre. Ein Grund dafür ist häufiges Lesen oder Arbeiten am Computer. Denn schauen wir längere Zeit aus geringem Abstand (unter 30 cm) auf ein Buch oder den Bildschirm, muss sich das Auge so einstellen, dass der Fokus knapp hinter der Netzhaut statt darauf liegt. Das Auge versucht diese Verschiebung auszugleichen, indem es in die Länge wächst – Kurzsichtigkeit entsteht.

Ab ins Freie!

Aber auch das Tageslicht scheint eine Rolle zu spielen, wie Studien nahelegen. So haben Forscher Schulkinder jeden Tag während der Mittagspause eine Stunde lang nach draußen geschickt, eine andere Gruppe blieb drinnen.

Das Ergebnis nach nur einem Jahr: Die Kinder, die mehr Zeit im Freien verbracht hatten, waren viel weniger kurzsichtig geworden als die Schüler, die in dieser Zeit im Klassenraum bleiben mussten. Grund: Durch helles Licht wird die Produktion des Botenstoffs Dopamin in der Netzhaut angekurbelt, der das Wachstum des Augapfels hemmt und so das Risiko für Kurzsichtigkeit mindert.

Landkinder im Vorteil

Kein Wunder also, dass die Zahl der Kurzsichtigen auf dem Land geringer ist als in der Stadt. Laut einer chinesischen Studie verbringen Landkinder mehr als zwei Stunden draußen, Stadtkinder hingegen weniger als eine Stunde.

Zudem lesen letztere 30 Minuten mehr. Übrigens: Unter Naturvölkern wie den Amazonas-Indianern oder den nepalesischen Scherpas gibt es so gut wie keine Kurzsichtigen. Sobald diese Menschen aber in die Stadt ziehen, etwa um eine Ausbildung zu beginnen, werden auch ihre Augen schlechter.

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