Kuss, Kuss: Die wundervolle Magie des Küssens

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Küssen ist wie ein Lebenselixier.
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"Küssen ist das Kleingeld der Liebe"

Vom kurzen Bussi bis zum langen Schmatzer: Küssen ist nicht nur wunderschön - sondern auch ziemlich wichtig.

Für Paare ist er der größte Liebesbeweis, der Papst segnet mit ihm den Boden, Freunde vergeben ihn als Bussi und Sportler liebkosen mit ihm ihre Medaillen: Der Kuss kennt viele Formen - und Umschreibungen. "Das Kleingeld der Liebe" hat die Sängerin Mireille Mathieu ihn einmal genannt, und der Schriftsteller und Abenteurer Giacomo Girolamo Casanova verglich das Küssen gar uncharmant mit "einer Fresslust, darauf gerichtet, das Objekt der Begierde zu verschlingen".

Rätseln über den Ursprung des Küssens

Recht unromantisch sehen auch Wissenschaftler die Ursprünge des zärtlichen Lippenbekenntnisses. Für die einen ist Küssen eine Nachahmung des Saugens an der mütterlichen Brust, für die anderen hat es sich aus der Mund-zu-Mund-Fütterung entwickelt, wie sie viele Tierarten und Völker wie etwa die Himbas in Afrika praktizieren. Die Bremer Kulturanthropologin Ingelore Ebberfeld wiederum ist davon überzeugt, dass Küssen etwas rein Instinktives ist: Denn auch Tiere säugen und füttern ihren Nachwuchs, aber sie küssen sich nicht als Erwachsene. "Stattdessen beschnüffeln sie ihre Artgenossen, zum Beispiel bei der Begrüßung und bei der Partnerwahl", sagt Ebberfeld. Nämlich der Geruch verrät zum Beispiel, ob die Wunschpartnerin gerade für Nachwuchs empfänglich ist. Die Parallele zum Kuss drängt sich auf - auch Menschen "beschnüffeln" sich küssend, etwa bei Begrüßungen, aber auch als intimes Paar. Das geschieht vor allem dann oft und gerne, wenn sie den Geruch des anderen mögen.

Allerdings verfolgen die beiden Geschlechter mit dem Küssen unterschiedliche Strategien. Laut Ebberfeld küssen Männer nur, um die Partnerin zu verführen. Frauen dagegen nutzen den Kuss wie eine feine Antenne. Das helfe ihnen anfangs bei der Wahl des richtigen Partners. Und auch während der Beziehung liefert ihnen, so die Expertin, das Küssen unbewusst wichtige Angaben - etwa über die Beständigkeit der Beziehung.

Küssen wirkt wie eine Schluckimpfung

Fest steht aber, dass das Küssen eine sehr gesunde Sache ist. Auch wenn bei einem Zungenkuss bis zu einem Schnapsglas voll Speichel unter den Küssenden getauscht wird und Krankheiten übertragen werden können, bewirkt die Berührung zweier Lippenpaare vor allem Gutes: Ein Kuss ist eine Art Schluckimpfung, denn durch den wechselseitigen Austausch von Bakterien werden die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert. Wer oft küsst, lebt deshalb bis zu fünf Jahre länger, haben US-Forscher herausgefunden. Außerdem macht Küssen schlank und schön: Bei einem intensiven Zungenkuss werden 38 Gesichtsmuskeln aktiviert und rund 15 Kalorien verbraucht.

Der längste Schmatzer dauerte 32 Stunden

Schönes aus der Statistik: Im Schnitt verteilen die Deutschen täglich zwei bis drei Bussis an ihre Lieben. Mit 70 Jahren haben sie damit hochgerechnet rund 76 Tage ihres Lebens ausschließlich mit Küssen verbracht. Diese unglaubliche Zahl sollte doch so manchen Kuss-Muffel überzeugen. Man muss ja nicht gleich einen neuen Weltrekord aufstellen. Der liegt bei 32 Stunden, 7 Minuten und 14 Sekunden und wird von einem Paar aus Hamburg gehalten.

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