Laura ist jung, gesund und will sterben

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Sterbehilfe in Belgien

Laura ist 24 Jahre jung, physisch gesund und wird in wenigen Wochen sterben - weil sie es so möchte. Die junge Frau aus Belgien hat um Sterbehilfe gebeten. Dabei ist sie, abgesehen von ihren Selbstmordgedanken, völlig gesund.

In Belgien ist es in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Sterbehilfe gekommen. Etwa fünf Menschen sterben täglich mit ärztlicher Unterstützung. Rund 15 Prozent der Patienten sind unter 60 Jahre alt. Immer wieder wird die Kritik laut, dass die Sterbehilfe zu oft und zu schnell erlaubt wird. So auch bei Laura? Belgische Ärzte diskutieren aktuell darüber, ob die Bewilligung der Euthanasie des jungen Mädchens rechtens ist. Laura ist abgesehen von ihren Selbstmordgedanken völlig gesund. Sterbehilfe ist laut Gesetz aber nur dann erlaubt, wenn "er bzw. sie sich in einer medizinisch ausweglosen Situation befinden, in der ein anhaltendes, unerträgliches physisches oder psychisches Leid besteht, das durch einen Unfall oder eine schwere und unheilbare Krankheit verursacht ist und nicht gelindert werden kann."

Laura hatte eine harte Jugend. Ihr Vater war ein gewalttätiger Alkoholiker, schreibt die belgische Tageszeitung DeMorgen. Sie sei nicht gewollt, so das Mädchen. Sie ist zwar nach einigen Jahren zu ihren Großeltern gezogen und lebte dort in 'Sicherheit, Frieden und Struktur', konnte aber auch hier nicht von ihren Selbstmordgedanken lassen. 'Leben, das ist einfach nichts für mich", erzählt die junge Frau der Zeitung. "Seit ich geboren wurde, ist mein Leben ein Kampf. Ein täglicher Kampf. An bestimmten Tagen schleppe ich mich Sekunde für Sekunde weiter. Meine 24 Jahre waren deshalb eine ganze Ewigkeit."

Laura wird in diesem Sommer sterben. Sie hat es so entschieden. Und das belgische Gesetz ihr erlaubt. "Das sind erfreuliche Dinge, an die ich zu denken habe, denn danach wird nichts mehr sein."

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