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Wunderweib

Amrum und wir

Wunderweib,

Willkommen im "Robinson"-Club. Nein, nein, nicht der. Nordsee in der Nebensaison! Weil man die Insel fast für sich allein hat. Und es extrem günstig ist. Über ein ganz besonderes Glücksgefühl...

Es passiert, als wir die letzte Stufe erklimmen. Als der Sand auf der Holztreppe unter unseren Füßen ein letztes Mal knirscht, der Wind meinen Pony durcheinander wirbelt und Nina und ich, endlich oben auf der Aussichtsdüne, uns grinsend anschauen. Genau da macht mein Herz einen kleinen Hüpfer. Weil in diesem Moment einfach alles stimmt: die Sonne, warm, aber nicht Sonnenbrand-heiß. Das Meer, wild und schaumgekrönt. Der Blick rüber zum Leuchtturm, von majestätischen Wolkenbergen umrankt. Und außer uns kein Mensch weit und breit. Perfekt.

Regenjacke, Wollmütze, Schal: Als wir vor zwei Tagen unsere Koffer packten, hatten wir uns gut bewaffnet. Kamen wir uns doch wie verwegene Abenteurer vor, seit wir wussten: Wir fahren nach Amrum – in der Nebensaison. Statt am größten Strand der Nordsee (ja, den hat Amrum, den Kniepsand) unseren Saison-Bikini auszuführen, würden wir uns im Parka, bis zur Nasenspitze zugeknöpft, dem Nordsee-Wind entgegenstemmen. Allenfalls den kleinen Zeh ins kalte Meerwasser stecken. Und uns danach mit einem heißen "Schietwetter"-Tee aufwärmen. Auch so kann Entspannung aussehen. "Wegen Betriebsferien geschlossen" – in der Kultkneipe "Blaue Maus" kriegen wir Nebensaisonler an diesem Nachmittag kein Heißgetränk. Werden auf Amrum die Tage kürzer, läuft auch das Inselleben gemächlicher. Teilzeit- Insulaner ziehen sich aufs Festland zurück, Strandkörbe kommen in den Schuppen, Supermärkte schließen noch vor dem Mittagessen. "Ein Glück", meint Nina. Als wir im Café Schult (Ual Saarepswai 9, Norddorf) Marmelade und Brot fürs Frühstück kaufen, entdeckt sie dort noch etwas Besseres: Friesentorte! Dazu eine "Tote Tante" (nordfriesisch für Heiße Schokolade mit Rum), und wir wollen nie wieder von den plüschig-roten Polsterbänken aufstehen.

Und tun‘s dann doch. Zu blau der Himmel. Zu verlockend der breite Sandstrand. Ich ziehe meine Kapuze über den Kopf, der Wind pfeift doch ein wenig frisch, als wir durch das feine Weiß stapfen. Vereinzelt kommen uns andere Kapuzen entgegen, dann sind wir wieder allein. Wir lassen uns vor einer Strandburg, die ein Künstler aus Treibgut gebaut hat, in den Sand fallen. Über uns baumeln einzelne Schuhe, Puppenarme, ein grüner Plastikeimer. Nina ist sich sicher: Wir sind in einem Märchen gelandet. Als wir am vierten Tag alles zusammenpacken, hängen unsere Regenjacken noch immer unangerührt am Haken. Ein letztes Krabbenbrötchen in der "Butt‘ze" (Inselstraße 34, Wittdün), dann tutet auch schon die Fähre. An Bord merken wir: Wir haben seit Tagen keine Frisur mehr, nur Haare. Egal! Nach Hause bringen wir ein paar Muscheln, zwei Köpfe voll schöner Bilder – und vier gerötete Wangen. Von der Sonne. Und vor lauter Glück.

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