Ich

Zuhause

Welt
Adel Exklusiv Alles für die Frau Auf einen Blick Avanti Bella Das neue Blatt Das neue Fernsehwoche Freizeitwoche Laura wohnen kreativ Laura Mach mal Pause Mini My Way Neue Post Schöne Woche Tina Tina Woman Woche Heute Happinez Meins
Wunderweib

Die Elternzeit nehm ich mir

Wunderweib,
reset
Schicken Sie diese Seite an einen Freund:

Schreiben Sie uns Ihre Meinung

Elternzeit

Stefanie Rohde, 36, ist Journalistin, Mutter und Überzeugte Hausfrau

"Für mich stand fest, dass ich meinen Job aufgebe, wenn wir Kinder bekommen. Es war klar, dass er sich die Elternzeit nicht leisten kann. Nach dem ersten Kind habe ich noch halbtags gearbeitet. Es war mehr Stress als Spaß. Ich musste unter enormen Zeitdruck mein Arbeitspensum schaffen, um pünktlich bei der Tagesmutter zu sein. Und kaum war der Kleine im Bett, war mein Computer wieder an. Beim zweiten Kind war klar: Ich nehme mir die volle Elternzeit. Weil wir glücklicherweise keinen finanziellen Druck haben, habe ich mir die Elternzeit genommen und genieße ich jetzt den Alltag als Mutter. Ohne Stress und Druck von außen: Meine berufstätigen Freundinnen beneiden mich um die Elternzeit. Nur manchmal frage ich mich, was ich mache, wenn die Kinder aus dem Haus sind."

Elternzeit

Katja Memminger, 40, ist voll Berufstätig und Alleinerziehend

"Meine Tochter hat sich zum ungünstigsten Zeitpunkt angesagt. Ich war Anfang 30, hatte gerade gekündigt, wollte beruflich Neues probieren - und wurde schwanger. Ein Schock. War doch bald klar, dass ich als Alleinerziehende Geld verdienen müsste. Der Traum in der Elternzeit mit anderen Müttern ein Latte-macchiato-Leben zu führen war futsch. Ich nahm die Elternzeit nicht, suchte mir einen Bürojob und meldete Marie in der besten Kita an, die ich finden konnte. Musste ich länger als acht Stunden arbeiten, kam Marie nach der Kita zur Tagesmutter. Ich habe tagsüber gearbeitet und abends, wenn Marie eingeschlafen war, meine eigene Firma vorbereitet, einen Online-Versand für Kindersachen (www.ma-petite-marie.de). Jetzt bin ich damit erfolgreich, aber viel Zeit für Marie bleibt mir nicht. Doch irgendwann wird sie stolz sein, dass Mama allein und ohne Elternzeit so viel geschafft hat."

Elternzeit

Joachim Körner, 39, hat bei beiden Kindern Elternzeit genommen und arbeitet in Teilzeit

"Karriere macht man nicht so leicht, wenn man als Mann in Elternzeit geht. Aber es gibt Wichtigere. Bei unserer älteren Tochter bin ich auf eigenen Wunsch und wegen des besseren Verdiensts meiner Frau neun Monate zu Hause geblieben. Statt im Büro zu sitzen, habe ich Brei gekocht und Einschlaflieder gesungen. Meine Kollegen staunten zwar, fanden das aber gut. Unser Plan war, dass ich nach der Elternzeit nur noch Teilzeit arbeite, und das war machbar, obwohl ich als Teamleiter viel Verantwortung trage. Doch die Kollegen hatten Verständnis, wenn ich früher losmusste. Bei unserer zweiten Tochter wünschte sich meine Frau mehr Zeit zu Hause, sie nahm zehn, ich fünf Monate Elternzeit. Dafür habe ich bis 2016 eine Teilzeitstelle zugesagt bekommen. Mir ist bei aller Zufriedenheit als Hausmann in der Elternzeit wichtig, dass meine Rückkehr in den Beruf gesichert ist. Den Kindern zuliebe komplett auf die Arbeit zu verzichten und die Elternzeit unendlich auszubauen, das könnte ich auch nicht."

Elternzeit

Satu Körner, 39, ist jetzt der Hauptverdiener der Familie

"Weil ich dank meiner Führungsposition deutlich mehr verdiene als mein Mann, hat Joachim sich beim ertsen Kind die Elternzeit genommen. Ich komme aus Finnland, da wundert sich keiner über Hausmänner mit Elternzeit und Karrierefrauen ohne Elternzeit. Ich liebe meinen Job, und ich bin sicher die Ehrgeizigere von uns beiden. Joachim war sofort begeistert, dass er die Elternzeit nimmt und bei unserem Baby zu bleiben. Meine Freundinnen fanden es großartig, dagegen haben die japanischen Kollegen in meiner Firma den Kopf geschüttelt. Männer in Elternzeit gelten in Japan als unmännlich. Ich war die Rabenmutter, weil ich Karriere mache, statt die Elternzeit zu nehmen und bei meinem Kind zu sein. Beim zweiten Kind bin ich bewusst länger zu Hause geblieben, ehe Joachim sich die Elternzeit genommen hat. In den nächsten zwei Jahren werde ich wie er Teilzeit arbeiten. Wir wollen uns später nicht vorwerfen müssen, der Familie zuliebe auf den Traumjob verzichtet zu haben. Aber auch unsere Kinder sollen uns nicht vorhalten, dass uns die Karriere wichtiger war als sie."