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Die Elternzeit nehme ich mir

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Brisantes Thema

Sofort zurück ins Büro, ein Jahr aussetzen oder ganz zu Hause bleiben: Wann man nach der Geburt des Kindes wieder arbeitet, ist ein brisantes Streitthema unter Müttern - und Vätern. Die Elternzeit: Drei Modelle, vier Meinungen

Der Besuch auf dem Spielplatz kann für eine Frau schnell zum Spießrutenlauf werden. Dann, wenn sie nur kurz vorbeischneit, Mann und Kind einen Kuss aufdrückt und sich wieder in den nächsten Kundentermin verabschiedet. Aber auch dann, wenn sie dort den ganzen Nachmittag verbringt. Weil sie sich entschlossen hat, den Job an den Nagel zu hängen und die Elternzeit nimmt.

Wofür man sich auch entscheidet, ob für die Elternzeit oder ein Zweit-Leben ohne Elternzeit, neben dem Kind: Man kann es keinem recht machen. Dabei könnte es so einfach sein. Dank Elterngeld, flexiblen Jobmodellen und dem heutigen weiblichen Selbstbewusstsein, sich nur selbst Rechenschaft schuldig zu sein, ob man sich für die Elternzeit oder gegen die Elternzeit entscheidet. Und doch war das Thema "Kind oder Karriere?" nie umstrittener, aufgeladener, heißer diskutiert. Weil sich eine Frau verdächtig macht, die ein fünfjähriges Studium und den Führungsposten sausen lässt, um sich nur noch ihrer Familie zu widmen. Wirft sie doch bei jeder Frau, die sich gegen die Elterzeit entschieden hat, sofort Fragen auf: "Wofür hat die sich so lange ausbilden lassen? Da muss der Mann aber viel verdienen wenn die Frau sich eine so lange Elternzeit gönnt!" Wohingegen eine Frau, die nach zwei Monaten abstillt, keine Elternzeit nimmt und das Kind Mann oder Kita zu überlässt und ihre Erfüllung in mehr zu sucht, ähnlich prüfend unter die Lupe genommen wird. Dass nahezu jede Frau heute gewöhnt ist, selbst verdientes Geld in der Tasche zu haben und sich von einem Mann nicht mehr abhängig zu machen: egal. Sogar eine alleinerziehende Mutter muss sich so manchen stillen Vorwurf gefallen lassen - obwohl sie meist keine andere Wahl hat, als sofort wieder in den Job einzusteigen und sich gegen die Elternzeit zu entscheiden.

Jeder, der aus diesem Standardmodell ausbricht, wird von seinem Umfeld kritisch unter die Lupe genommen. Und besteht nur selten den Da-hat-sie-aber-was-richtig-gemacht-Test. Vor allem, wenn "sie" ein Mann ist - dem zwei, drei Monate Elternzeit nicht reichen. Mal acht Wochen die Elternzeit genießen, vom Job zu entspannen, ein bisschen mit den Kindern zu spielen, womöglich mit der Familie ausgiebig in den Urlaub zu fahren, um danach wie gewohnt ins Büro zurückzukehren, die Kinder wieder der Frau zu überlassen und allen von der "bereichernden Erfahrung" vorzuschwärmen - darauf können sich immer mehr Neu-Väter einigen. Doch ihrer Frau den beruflichen Vortritt zu lassen, die volle Elternzeit zu nehmen und mal Hausmann zu sein: Das ist für viele nach wie vor ein Ding der Unmännlichkeit. Unter Männern punktet man anders. Bei Frauen leider auch.

Für welches Modell der Elternzeit man sich entschiedet, die Wahl fällt nie leicht. Gibt es doch das ideale Modell der Elternzeit nicht, mit dem alle rundum zufrieden sind: die Mutter, der Vater, das Umfeld. Und von dem man hundertprozentig sicher sein kann, dass es auch fürs Kind optimal ist. Oder?

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