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Glücklich mit Ritualen

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Schluss mit Dauerstress!

Momente der Ruhe statt viel Hektik - kleine Alltagsrituale entschleunigen das Leben, geben Kraft und stimmen zuversichtlich.

Sie greifen jeden Abend, ohne nachzudenken, zur Fernbedienung? Wenn Rituale zur Routine werden, wir sie also nicht mehr bewusst genießen, gehören sie auf den Prüfstand. Für die alltägliche Nutzung digitaler Medien wie Fernseher, Computer und Handy gilt das ganz besonders, sagt Prof. Dr. Gerald Hüther von der Universität Göttingen und Mannheim/Heidelberg. Denn statt uns zu entspannen, stressen uns die Geräte mit noch mehr Reizen. Auf Dauer verändert sich dadurch sogar unser Gehirn und unser Denken. Inwiefern, darüber haben wir mit dem Hirnforscher gesprochen.

bella: Welchen Einfluss haben denn Fernseher, Handy und Computer auf unsere grauen Zellen?

Gerald Hüther: Die Netzwerke im Gehirn passen sich daran an, wie und wofür wir unser Gehirn benutzen. So bekommen Medienjunkies zum Beispiel ein Hirn, mit dem sie eine rasche Bildwahrnehmung und einen ständigen Aufmerksamkeitswechsel leisten können.

Und was sind die Folgen?

Starke Mediennutzung verändert die Wahrnehmungsgewohnheiten, mindert Konzentration, Erinnerungsvermögen und Lernfähigkeit. Dazu kommt: Wer zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt, verliert soziale Fähigkeiten. Es verkümmern dann jene Hirnregionen, die gebraucht werden, um sich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Mimik und Gestik zu entschlüsseln, Konflikte lösen und zuhören zu können.

Gilt das auch für Kinder, die mit den unterschiedlichen Medien aufwachsen?

Sogar ganz besonders. Denn diese Kinder und Jugendlichen werden im Dauerfeuer digitaler Technik groß. Und ihr Gehirn passt sich den Dauerreizen bestens an.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Man sieht das beispielsweise an einer Hirnregion, dem sensomotorischen Kortex. Der ist zuständig für die Daumenbewegung. Dieser Bereich ist bei 15-Jährigen heute fast doppelt so groß wie noch vor zehn Jahren. Die Jugendlichen entwickeln ihr Hirn also so, dass es optimal an die Erfordernisse, wie eben in diesem Beispiel das Tippen von Kurznachrichten mit dem Handy, angepasst ist.

Was hingegen passiert in unserem Kopf, wenn Ruhe herrscht?

Dann wird eine spezielle Hirnregion im mittleren Scheitellappen aktiv. Dieses Areal wird auch Leerlauf-Netzwerk genannt. Ruhe ist also ein aktiver Zustand.

Womit beschäftigt sich das Gehirn dann?

Wenn wir vor uns hinträumen, in die Luft starren, wenn das Gehirn ohne konkrete Aufgabe ist - dann verändert es die Richtung seiner Aufmerksamkeit, lenkt sie auf die eigene Person. Es lauscht quasi in sich hinein. Und dann, wenn die Stimulation von außen aufhört, kann es passieren, dass einem plötzlich kreative Gedanken kommen, einem gute Ideen einfallen.

Wir werden also kreativer. Was spricht noch für regelmäßige Ruhe?

Wer täglich Momente der Einkehr erlebt, regt nicht nur die eigene Vorstellungskraft an, sondern fördert auch die Selbstreflexion und verbessert seine Konzentrations-und Aufmerksamkeitsfähigkeit. Das alles wiederum kann helfen, Probleme im Alltag leichter zu lösen.

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