Leonardo DiCaprio: „Damals habe ich diese Aufmerksamkeit schon genossen“

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Leonardo DiCaprio
Foto: Getty Images

Star-Interview: Leonardo DiCaprio

Posterboy war mal. Mit dem Biopic „The Wolf of Wall Street“ steigt Leonardo DiCaprio (39) endgültig in die Riege der Mächtigen Hollywoods auf.

Riesen-Aufregung herrscht im Hyde Room des „The London“-Hotels: Presseagenten flüstern, Journalisten geben sich die Klinke in die Hand, im Hintergrund wacht ein Bodyguard. Anlass ist der neue Film von Leonardo DiCaprio, „The Wolf of Wall Street“, für den er hier in New York eines seiner seltenen Interviews gibt .

Wie sich Leo vom Teenieschwarm zum Superstar gemausert hat, zeigen wir hier!

Die wahre Geschichte über Aufstieg und Fall des Börsenmaklers Jordan Belfort ist seine fünfte Zusammenarbeit mit Regisseur Martin Scorsese – und nach drei Nominierungen finden viele, dass Leo endlich den Oscar verdient hätte. Der hübsche Junge, den JOY-Korrespondentin Frances Schoenberger seit 20 Jahren kennt, gibt ihr zur Begrüßung ein Küsschen auf die Wange. Sehr charmant und liebenswürdig.

Er hat sich zu einem gut aussehenden Mann entwickelt . Stattlich. Smart. Zurückhaltend, was sein Privatleben betrifft. Er spricht lieber leidenschaftlich über seine Filme.

 JOY:  In Ihrem neuen Biopic sind Sie nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch der Produzent. Wie kam es zu dieser Doppelrolle?

Leonardo DiCaprio: Brad Pitt und ich kämpften vor acht Jahren beide um die Buchrechte – ich habe gewonnen. Daraufhin entwickelte ich das Drehbuch mit, traf Casting-Entscheidungen, gewann Martin Scorsese für das Projekt und stellte die Finanzierung auf die Beine. Als der Dreh begann, setzte ich dann den Produzentenhut ab und agierte nur noch als Schauspieler. Ehrlich, das war der anstrengendste Film, den ich je gemacht habe.

Warum steckten Sie ausgerechnet in die Geschichte über einen korrupten, machthungrigen Börsenhai so viel Energie?

Jordan Belfort hat in seiner Biografie nichts in Watte gepackt. Genauso ist der Film: explizit, vulgär, sexuell freizügig und eine Reflexion dieser Zeit. Die traurige Wahrheit ist, dass sich große Studios auf so heftiges Material nicht mehr einlassen.

Es geht auch um Sex- und Drogensucht. In einer Szene verlieren Sie die Kontrolle über Ihren Körper und rollen eine Treppe herunter, um sich irgendwie fortzubewegen ...

Ich habe monatelang mit Jordan Belfort verbracht und ihn ausgequetscht, natürlich auch über seine Abhängigkeit von Quaalude (ein Beruhigungsmittel, das stark euphorisierend wirkt, Anmerkung der Redaktion). Ich hatte davon ja überhaupt keine Ahnung (lacht ).

Wenn man so erfolgreich ist wie Sie, wagt oft keiner zu widersprechen. Wie gehen Sie mit Macht um?

Man braucht Menschen um sich, die einen in Schach halten. Mein Freund Tobey Maguire ist für mich so jemand. Bei ihm fühle ich mich verstanden. Er ist wie ich bescheiden aufgewachsen und hat sich als Schauspieler zielstrebig hochgearbeitet.

Vor dem Hotel warten gerade wieder unzählige Groupies. Ihre Reaktion?

Die haben nicht auf mich gewartet. Das sind Fans von „One Chance“, die mir weder ein Begriff sind, noch kenne ich die Songs.

Sind Sie erleichtert, dass die Zeit kreischender Mädchen vorbei ist?

Damals habe ich diese Aufmerksamkeit schon genossen. Irgendwann wurde mir klar, dass sich das schnell ändern kann. Deshalb entschied ich mich, nicht mehr die Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern Rollen zu spielen, die mich fordern. Gleichzeitig schätze ich die Fans meiner Filme. Ich glaube, sie wollen Schauspieler sehen, die sich weiterentwickeln und wachsen.

Seit November sind Sie 39 Jahre. Die 40 ist in Sicht. Worauf sind Sie stolz?

Auf die Rollen, die ich als junger Mann ausgewählt habe. Ich frage mich oft: Wer war dieser Rotzbub, der so gute Entscheidungen getroffen hat? Was die Zukunft angeht: Ich will noch freier werden und noch mehr Risiken eingehen. Und mir immer wieder genug Zeit nehmen, um zu erforschen, was mir Spaß macht.

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