Lettland – Schönes Land am Ostseestrand

riga vita balckare
Die Hansestadt Riga hat einen Stadtkern mit wunderschönen Jugendstilbauten, die nahezu unversehrt erhalten wurden
Foto: Latvian Tourism

Klein, aber fein ist der Staat im Herzen des Baltikums. Ein Reiseziel für viele Entdeckungen.

Nur knapp anderthalb Flugstunden von Berlin entfernt liegt ein wunderschönes Urlaubsland an der Ostsee, das fast vergessen schien. Denn Lettland lag lange hinter dem Eisernen Vorhang und war deshalb für westliche Touristen nur schwer erreichbar. Aber zum Glück hat sich das 1991 mit der Unabhängigkeit geändert. Heute ist das kleine Baltikum- Land, das fast so groß wie Bayern ist, ein tolles Reiseziel – vor allem für Naturfreunde und Fans historischer Städte! Uns begeistert besonders die Hauptstadt Riga. Die ehemalige Hansestadt wurde 1201 vom Bremer Erzbischof gegründet. Deshalb steht vor dem Dom bis heute ein Denkmal der Bremer Stadtmusikanten. Um uns einen ersten Überblick über die Stadt mit ihren 730.000 Einwohnern zu verschaffen, fahren wir mit dem Lift auf den Aussichtsturm der Petrikirche. Aus luftiger Höhe genießen wir den Blick über den Fluss Daugava, die mittelalterliche Altstadt und die grünen Vororte. Zu Fuß schlendern wir danach zum alten Rathausplatz. Hier ist das Schwarzhäupterhaus von 1334 zu bestaunen. Außen und innen ist es überreich geschmückt. Dabei wurde es im Zweiten Weltkrieg zerstört und von 1995 bis 1999 wiederaufgebaut. Nun ist es das Herzstück der als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Altstadt.

Aber auch die Neustadt mit den 800 blumigen Jugendstilhäusern ist wunderschön. Richtig lecker ist das Essen in Riga: In der Altstadt reihen sich Bars, Cafés und Restaurants aneinander, in denen man günstig die deftigen lettischen Gerichte genießen kann. Besonders haben es uns Blinys angetan, kleine Pfannkuchen mit Fisch oder Fleisch und saurer Sahne.Am nächsten Tag wollen wir an die Ostsee. Deshalb fahren wir mit dem öffentlichen Minibus (ca. 50 Cent) ins 20 Kilometer entfernte Jurmala. Kein Wunder, dass der Name ins Deutsche übersetzt „Strand“ bedeutet, denn davon gibt es hier immerhin 32 Kilometer. Die Kiefernwälder reichen bis an den Strand und man hat jede Menge Platz für sich. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad schlendern wir durch den Stadtteil Kemeri mit seinen wunderschönen Gründerzeit-Villen. Man kommt sich vor, als wäre man über 100 Jahre in die Kaiserzeit zurückversetzt. Um diesen Ort erstreckt sich der 1997 gegründete Kemeri-Nationalpark, der für seine Kolonie seltener Schwarzstörche berühmt ist.

Aber Lettlands Natur ist überhaupt beinah unberührt. Fast die Hälfte des Landes besteht aus dichten Wäldern, in denen es noch Wölfe, Luchse und sogar einige Bären gibt. Stadt und Natur genießen wir auch in der 13 000-Einwohner- Stadt Kuldiga im Herzen des früheren Kurlands. Vor den Toren liegt Ventas Rumba, der mit 240 Metern breiteste Wasserfall Europas. In der Stadt bezaubern uns die teils gut erhaltenen, teils windschiefen Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Natur und Kultur: wieder eine typisch lettische Mischung.

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