Liebe am Arbeitsplatz

liebe am arbeitsplatz
Liebesgefluester im Office
Foto: Thinkstock

Liebesgeflüster im Office Liebe am Arbeitsplatz

„Finger weg von den Kollegen!“ oder „Never f*** the company“ – wenn Sie am Arbeitsplatz tatsächlich Herzklopfen bekommen sollten, helfen schlaue Sprüche auch nicht weiter. Unsere zehn Gebote aber schon!

Es ist so ein Justin-Timberlake-Moment: Auf der Weihnachtsfeier macht dieser eher unscheinbare Typ aus der Marketingabteilung auf der Tanzfläche plötzlich beeindruckend lässige Moves. „Sexy!“, schießt es Ihnen durch den Kopf. Und Sie wundern sich, warum Sie den Kerl nicht schon früher bemerkt haben, schnappen sich Ihren Drink und gehen zu ihm rüber.

Gerade jetzt, wo Chefs betrieblich verordneten Frohsinn in Form von Xmas-Partys anordnen, wird geflirtet ohne Ende – doch auch das reguläre Arbeitsumfeld gilt als beliebtes Jagdrevier: Eine Forsa-Umfrage ergab, dass sich mit oder ohne Glühwein fast jeder fünfte Arbeitnehmer schon im Job verliebt und jeder siebte dort sogar seinen festen Partner gefunden hat.

Warum Kollegen begehrt sind

Darunter sind Beziehungen auf gleicher und auf unterschiedlichen Hierarchieebenen.Warum gerade Kollegen so begehrt sind? Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zusehends, man interessiert sich für die gleichen Themen, stemmt Projekte, feiert Erfolge, regt sich über viele Dinge zwischen Kunden, Kopierer und Kantine auf und weiß ziemlich genau, wie der andere tickt.

Das Gute: Diese Paare haben großes Verständnis füreinander und können sowohl Unsicherheiten als auch Triumphe besser miteinander teilen, sagen Experten. Da man den anderen schon gut kennt und einschätzen kann, halten diese Beziehungen tendenziell auch länger als eine Partnerschaft mit einer Urlaubs- oder Bar-Bekanntschaft.

Trotzdem begibt man sich auf dünnes Eis, sobald das Herz im Office zu klopfen beginnt: Was werden die Kollegen tratschen? Wie kommt man langfristig damit klar, so viel Zeit miteinander zu verbringen? Wir haben die Antworten auf diese und alle anderen wichtigen Fragen für Sie zusammengetragen.

Genießen Sie den Funkenflug

Müde schleichen Sie zum Meeting – bis Sie merken, dass Sie dieser neue Kollege verstohlen anlächelt. Blitzartig sind Sie wach. Beim nächsten Aufeinandertreffen in der Teeküche flattert es im Bauch. Weil dieser Typ wie eine Infusion aus Kreativität und Lebensfreude wirkt, haben Sie wieder Spaß, überraschen sich selbst mit brillanten Ideen und ignorieren sogar den mürrischen Chef.

Nutzen Sie diesen Motivationsschub! Um Ihr Herz sollten Sie sich noch keine Sorgen machen: „Nur weil es kribbelt, muss das noch nichts heißen“, sagt Jobcoach Dr. Cornelia Topf („Selbstcoaching für Frauen“, Gabal Verlag, um 21 Euro). „Vielleicht finden Sie ihn lediglich sympathisch. Genießen Sie einfach Ihren neuen Schwung!“

Schalten Sie den Kopf ein

Diese scheinbar versehentlichen Berührungen, das Knistern im Aufzug: Oh ja, Sie sind eindeutig voneinander angetan. Das Problem: Werden Sie – egal, was passiert – wieder wie vorher miteinander umgehen können? Bevor Sie also in die Offensive gehen: Vernunft einschalten! Ist er Ihr Chef oder Praktikant: „Versuchen Sie generell, Annäherungsversuche zu vermeiden“, rät der Coach.

„Nicht nur wegen Ihres Rufs: Ist Schluss, steht der Untergebene mit Liebeskummer und womöglich auch noch ohne Job da.“ Auch schwierig ist, dass viele denken werden: „Die/der hat sich doch nur hochgeschlafen.“ Stellen Sie sich in jedem Fall folgende Fragen (auch wenn er „nur“ ein Kollege sein sollte): Taugt er wirklich für eine Beziehung?

Wollen Sie ihn langfristig auch nach Feierabend noch um sich haben? Lohnt sich das trotz der vermeintlichen Schwierigkeiten? Super Kontrollinstanz: die ehrliche Meinung einer guten Freundin. Sie hilft Ihnen, dass Sie trotz Ihrer Verliebtheit eher auf dem Boden bleiben.

Bleiben Sie diskret wie die Promis

Yeah, Sie sind verliebt! Kosten Sie es aus, aber erzählen Sie es nicht gleich allen: „Im Büro ist es ein bisschen wie mit der NSA. Man weiß nie, wer wo was mitbekommt und weitergibt“, sagt Cornelia Topf. „Das kann einen sehr angreifbar machen.“ Also: niemals Liebesgeflüster an die Job-Mail-Adresse schicken und maximal ab und zu per SMS oder Messenger kommunizieren.

Um den „Hast du schon gehört“-Gossip einzudämmen, verzichten Sie am besten auch aufzu vertraute, verräterische Gesten oder Blicke. Anspielungen sollten Sie weder dementieren noch bestätigen, sondern elegant in der Schwebe lassen („Was du da so alles beobachtest!“). Die Heimlichtuerei geht Ihnen auf die Nerven?

Halten Sie durch: Psychologen gehen davon aus, dass Sie erst nach zwei bis drei Monaten einschätzen können, ob Ihre Beziehung Zukunft haben könnte. Erfreuen Sie sich bis dahin lieber an diesem exklusiven Extra-Kick, den Ihr kleines Liebesgeheimnis mit sich bringt.

Setzen Sie sich nicht unter Druck

Sie sind ein Pärchen, schmieden Wochenendpläne, richten den Terminkalender nach dem anderen aus, haben sich gegenseitig den Freunden und Eltern vorgestellt. Fehlt nur noch, der Mannschaft im Büro Bescheid zu geben, oder? „Nein, es ist nicht unbedingt notwendig, sie zu informieren“, sagt die Expertin.

„Es reicht, wenn Sie irgendwann auf eine entsprechende Frage mit ‚Ja, wir sind ein Paar‘ antworten und sich mit allen Angaben über das Wie und Wann bedeckt halten.“ Dank des Flurfunks weiß die ganze Abteilung innerhalb kürzester Zeit vermutlich sowieso Bescheid. Empfehlenswert ist es aber, vorher Ihren Vorgesetzten einzuweihen und dafür einen vertraulichen Termin zu vereinbaren.

Versichern Sie ihm dabei, dass Sie auch weiterhin professionell zusammen- arbeiten werden. Der Chef darf übrigens nicht grundsätzlich etwas gegen Ihre Liaison haben – das würde das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht angreifen, laut dem jeder selbst entscheiden darf, mit wem er eine Beziehungen eingeht (Ausnahmen siehe 9. Gebot: Beugen Sie Ärger vor).

Verzichten Sie auf Rosenkrieg

Wird Ihnen nach ein paar Monaten zwischen Drucker und Drehtür klar, dass Ihre Gefühle für eine längere Beziehung doch nicht reichen? Die Dinge, die zwischen Ihnen passiert sind, behalten Sie dann selbstverständlich für sich. Falls die anderen Bescheid wissen: „Versuchen Sie, nicht ständig mit Trauermiene am Schreibtisch zu sitzen“, legt Expertin Topf nahe:

Ihre Verletzlichkeit hat im Büro nichts verloren. Managen Sie das Ganze lieber mit einem Spruch wie: „Ach, das war ein Strohfeuer – wenn auch ein schönes“ oder „Tja, das ist doof gelaufen, aber so was passiert.“ Können Sie gar nicht mehr miteinander, sollten Sie mit dem Chef sprechen: Vielleicht ist ja eine Versetzung in eine andere Abteilung möglich?

Reissen Sie sich zusammen

Auch wenn Sie die Finger nicht voneinander lassen können und das ganze Office weiß, dass es Sie heißkalt erwischt hat: Zärtliches Liebesgeflüster am Telefon, Knutschen im Aufzug oder Schwärmereien, was für ein toller Kerl er doch sei, sollten Sie lieber lassen. „Am Arbeitsplatz wirkt das unprofessionell und schwächt Ihre Kompetenz“, sagt der Coach.

Arbeiten Sie stattdessen weiter wie bisher zusammen. Andernfalls werden böse Zungen Sie schneller in Verruf bringen, als Ihnen lieb ist. Sie halten es trotzdem nicht aus, bis zum Abend auf ein paar kleine Zärtlichkeiten zu warten? Verabreden Sie sich an einem sehr entlegenen Ort, bleiben Sie dort nicht länger als andere bei der Rauchpause – und lassen Sie sich bloß nicht erwischen.

Braten Sie als Paar keine Extrawurst

Am liebsten würden Sie mit Ihrem Lover jede Mittagspause verbringen und in den Meetings nebeneinandersitzen. Keine gute Idee, denn nicht jeder wird sich über Ihre Liebe freuen, viele sind einfach neidisch. Manche fürchten, wegen Ihrer Turtelei noch mehr Arbeit auf ihren Tisch zu bekommen.

Andere, dass Interna beim Abendessen weitererzählt werden. Treffen Sie klare Absprachen, etwa: Als Paar reden Sie vor anderen nicht über Privates – und Sie gehen weiterhin getrennt essen. Gerade, wenn Ihr Chef Ihr Lover ist, werden Gespräche vermutlich verstummen, sobald Sie den Raum betreten. Fragen Sie dann misstrauische Kollegen unter vier Augen, was genau ihre Vorbehalte sind, und versuchen Sie, diese zu entkräften.

Führen Sie mit Fingerspitzengefühl

Sie sind die Chefin und haben ihn vor einem Jahr eingestellt. Aber jetzt ist er auch Ihr Partner. Diskretion ist in diesem Fall Ehrensache. Bleiben Sie bei Betriebsgeheimnissen, die nur auf Führungsebene diskutiert werden, eisern. Sie sind für seine Ohren genauso wenig bestimmt, wie für die aller anderen Mitarbeiter.

Natürlich ist es tabu, ihm prestigereiche Projekte zuzuschustern oder ihm den Brückentag zu gewähren, damit Sie beide ein verlängertes Wochenende an die Nordsee fahren können. Genauso ungünstig und sogar peinlich ist es aber auch, ihm vor versammelter Mannschaft klarzumachen, dass Sie der Boss sind. Verhalten Sie sich Ihrem Lover gegenüber im Job so neutral wie möglich, dann haben Ihre Kollegen auch keinen Grund, über Sie beide die Nase zu rümpfen.

S

chaffen Sie Distanz

Wer sich 24/7 sieht, hat es mit der Work-Life-Balance noch schwerer als andere Paare: Es fehlt die nötige Distanz zum Alltag des jeweiligen Partners. Schaffen Sie sich deshalb jeder für sich individuelle Rückzugsmöglichkeiten. Fahren Sie morgens auch mal allein ins Büro, essen Sie mit Ihrer Zimmerkollegin zu Mittag.

In Ihrer gemeinsamen Zeit sollten Sie sich dann dafür ganz bewusst nahekommen. Treiben Sie zum Beispiel zusammen Sport, erklären Sie Ihr Schlafzimmer zur berufsfreien Zone. Und sorgen Sie immer wieder für aufregende Momente: Treffen Sie sich an einem entlegenen Aufzug zum Küssen, verabreden Sie sich abends zu einer heißen Nummer. Dann stehen die Chancen gut, dass Sie sich auch nach langer Zeit zusammen während eines Meetings noch verstohlene Blicke zuwerfen ...

Tipps für eine glückliche Beziehung gibt's hier >>

Kategorien: