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Wunderweib

Die fünf Akte des Single-Daseins

Wunderweib,

Nach der Trennung

Plötzlich sieht man überall knutschende Paare. Und fühlt sich einsam. Und schrecklich. Über die verschiedenen Phasen in der neugewonnen Single-Freiheit.

Erster Akt: Der SchulausflugDas letzte von Tränenschauern begleitete Zusammensinken vor der Badewanne ist lange her. Und man kann sogar trockenen Auges an der kleinen Hafenkneipe vorbeigehen. Dort, wo dieses eine, ganz besondere Treffen stattfand. Das mit ihm, der jetzt weg ist. Irgendwie ist es sogar ganz schön, wieder allein zu sein. Die neue Freiheit bedeutet: "Gossip Girl" gucken bis 4 Uhr morgens, den Nagellack wieder in den Kühlschrank räumen, an seinen rechtmäßigen Platz. Und Freundinnen-Abende, die mit viel zu viel Strohrum enden. Klar: Es dauert, bis man sein Territorium wieder aufs ganze Bett ausgeweitet hat. Sich nicht mehr nur links außen einrollt. Irgendwann weiß man es dann zu schätzen: Alles meins! Ich bin hier der Chef und kann machen, was ich will. An manchen Tagen fühlt sich das an wie früher, wenn die Eltern auf Gran Canaria waren. Sturmfrei! Diese Klassenfahrt-Laune kommt nun regelmäßig zu Besuch. Und das ist schön.

Zweiter Akt: Die Outback-SafariDie neu gewonnene Einsamkeit ist ziemlich gesellig. Kaum ein Abend zu Hause. Ausgehen, Männer treffen - und man darf sie sogar einpacken und mitnehmen. Schlimmste Sorge in der Dauer-Beziehungszeit war doch immer, nie wieder das weltbeste Gefühl zu erleben: einen Mann, den man so richtig toll findet (und sei es unter Alkoholeinfluss!), das erste Mal zu küssen. Mit Honig-Knien und Luftlöchern im Bauch. Das kann man jetzt haben. "Erzähl mir was! Bei dir passiert immer so viel!", sagen auf einmal Freundinnen. Das Leben ist eben nicht mehr kuschelig, warm und gemütlich. Raus in die Wildnis geht es jetzt, ins Abenteuer. Es gibt auf einmal jede Menge Höhen und mindestens genauso viele Tiefen. Kein Essay mehr, sondern großes Drama!

Dritter Akt: Die RückfahrtFremde Männer küssen ist ja ganz schön. Aber wie oft tut man es tatsächlich? Gar nicht so häufig, wie Nicht-Singles sich das so vorstellen. Und: Aus der anfänglichen Genuss-Knutscherei wird langsam Krampfverhalten. Männer werden geprüft, gescannt. Natürlich sagt man nichts, bewertet im Geheimen. Doch die Jungs merken so was - und rufen dann lieber nicht noch mal an. Hat man erfolgreich alle Interessenten in die Flucht getrieben, kommt unserer Psyche nur eins in den Sinn: die hemmungslose Glorifizierung der Vergangenheit. Nichts auf der Welt kann so schön sein wie das Erwachen mit dem Ex-Freund (mittlerweile schon egal, mit welchem!). An Rotwein durchtränkten Abenden suchen uns Visionen nie endender Einsamkeit heim. Allein am Strand wandelnd (gern vor Sonnenuntergang). Allein auf dem Partnersitz im Kino (Popcorn sitzt rechts). Allein im Seniorenheim. Natürlich ohne Besuch, weil es niemals Nachkommen geben wird. Übrigens: Sich selber fertig zu machen, geht mit anderen Single-Frauen besonders gut!

Vierter Akt: Der SpießrutenlaufMan fühlt sich von Paaren eingekesselt. Sie sind überall - und sie sind rücksichtslos. Küssen sich in Anwesenheit Einsamer und tauschen sogar verbale Nettigkeiten aus. Selbst die Schilderung von Beziehungsstress lässt Neidgefühle wuchern. Wie schön wäre es, sich mit jemandem zu streiten, mit dem man danach ins Bett gehen kann. Zur Versöhnung. "Na, schon ein neuer Stern am Himmel?", fragt Großmutter Heimtrud. Seit drei Jahren! Dabei war das Verhältnis doch gut - solange man noch ein Enkel-Garant war. Wer lange Single ist, kennt auch das: Bei jeder Freundin, die sich mit einem Mann zusammentut, kriegt man mehr Angst: Ich bleibe übrig, bald ist niemand mehr da, der sonntags Zeit hat, der mit mir auf nächtliche Streifzüge geht. Der Höhepunkt des Dramas ist erreicht.

Fünfter Akt: Die SchnitzeljagdIrgendwann findet man sich selbst schauerlich. Wieso, so die berechtigte Frage, nutze ich nicht die Zeit für mich allein, um tolle Dinge anzustellen? Wer hat denn gesagt, dass Zweisamkeit die Basis für alles Schöne ist? Alleine reisen etwa - erfordert Mut, der aber belohnt wird. Weil man jeden Tag woandershin fahren kann, ohne Abstimmung. Man völlig andere Dinge erlebt. Und (okay, etwas Zweisamkeit schadet ja nicht!) man sich verlieben darf, für ein paar Tage oder Stunden. Dass man keinen Freund hat, darf man ja weiterhin traurig finden. Aber: Man kann trotzdem alles haben - Sex, Nähe, Spaß. Nur eben mit wechselnder Besetzung.

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