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Kolumne: Sex to go

Zum Spaßhaben brauchen wir nicht unbedingt einen Mann – für einen Orgasmus auch nicht. Ein kleiner Fingerzeig von Frau zu Frau.

Mütze-Glatze spielen, sich einen abfiedeln, den Hamster melken, einen von der Palme wedeln: Männer sind in ihren Bezeichnungen fantasievoll, wenn es um Solo-Sex geht. Frauen eher weniger, was wohl vor allem daran liegt, dass wir nicht so frei darüber reden, was wir tun, wenn wir allein sind. Aber natürlich tun wir es. Alle. Und das ist auch gut so, denn Masturbieren ist sexuell gesehen eine ausgesprochen sinnvolle Tätigkeit und nebenbei das einzige Workout, das immer Spaß macht.

Zum einen ist es perfekt, um festzustellen, was man im Bett will und wie es am schönsten ist. Ein Orgasmus ist ja kein Mysterium, er ist vor allem ein körperlicher Reflex und je besser man weiß, welche Muskeln sich wann wie anspannen, umso besser. Man kann sich dabei weder anstecken noch schwängern lassen. Und manche Praktiken wie zum Beispiel Analerotik probiert man lieber erst einmal in Ruhe allein aus, bevor man einen anderen ranlässt.

Ein völlig neues Gefühl

Ich hatte eine Freundin, die sich mit einer Salatgurke selbst entjungfert hat, weil sie fand, sie könne das auf jeden Fall besser als irgendein nervöser Junge, und damit hatte sie wahrscheinlich auch recht. Zum anderen ist Masturbation einfach eine tolle Ergänzung zum Sex mit dem Partner. Vor allem mit einem Toy fühlt es sich ganz anders an. Ein Vibrator-Orgasmus ist viel schneller und härter als einer zu zweit. Vor allem aber ist Masturbation Egoismus von der schönsten Sorte.

Endlich kann man sich völlig auf sich konzentrieren, muss keine Ansprüche erfüllen und sich um nichts und niemanden kümmern. Man ist ganz bei sich und auf die eigenen Empfindungen fokussiert. Die Esoterikbranche verdient Millionen damit, den Leuten genau das zu versprechen, und selbst meine ansonsten eigentlich ganz bodenständige Yogatrainerin schwärmt gern blumig vom Zugang zum eigenen Selbst, den man nur mit konsequentem (Yoga-)Training erreichen könne.

Also ich kriege das einfacher und angenehmer mit Solosex hin. Da bin ich ganz im Hier und Jetzt und fühle den Kosmos in den Chakren. Außerdem machen Orgasmen fit und wach im Kopf. Sie setzen unglaubliche Energien frei. Ich nutze das gern, wenn es stressig ist, ich ausgelaugt oder unkonzentriert bin. Klar, ich könnte auch eine Stunde spazieren gehen, meditieren oder im Park einen Baum umarmen, aber ein paar Minuten Klitorismassage haben den gleichen Relax-Effekt.

Schuss mit den Mythen!

Glücklicherweise sind ja die Zeiten vorbei, in denen vor allem Männer sich anhören mussten, Selbstbefriedigung ziehe Rückenmarkschwund und Blindheit nach sich. Sprüche wie „steter Tropfen hölt das Bein“ oder die Legende von den 1.000 Schuss, nach denen dann Schluss mit lustig ist, machten Generationen von Jungs das Gefummel unter der Bettdecke zur Seelenqual. Heute weiß man, dass rein medizinisch gesehen Masturbation sogar gesund ist. Bei Männern schützt sie vor Prostatakrebs und bei Frauen hilft das sanfte Vibrieren eines eingeführten Spielzeugs hervorragend gegen Menstruationsschmerzen.

Und der Partner? Ist das nicht befremdlich, wenn man weiß, dass er oder sie außer dem gemeinsamen Sex auch noch solo im Garten der Lüste wandelt? Nein, denn der Vergnügungspark zwischen den Schenkeln gehört einem ganz allein. Schließlich isst und atmet man ja auch, ohne dass der Partner mitmacht. Und wenn man ein bisschen sucht, findet man doch noch originelle Bezeichnungen für die weibliche Masturbation: „die Zwetschge polieren“ zum Beispiel, „sich bekibbschen“ oder „die Truhe wuzzeln“ oder, ganz bajuwarisch, „Zupfgeige spielen“.

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