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"Durch seine Eifersucht verlor er jeden Respekt vor mir"

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Beziehungsprobleme

Das ehrliche Protokoll: Erst war Carola glücklich mit Theo, aber heute ist ihr klar: Schon früh gab es Zeichen, dass er getrieben war − von krankhafter Eifersucht.

Hätte ich es ahnen können? Hätte ich an den ersten Anzeichen sehen müssen, dass meine Ehe in einem Bespitzelungs−Horror endet? In einem Gefängnis, aus dem es kein Entrinnen gibt?

Denn gespürt habe ich es von Anfang an.

Theo hatte gleich ein Problem mit allen und jedem, der in meinem Leben eine Rolle spielt. Sei er auch noch so unbedeutend. Kennengelernt haben wir uns vor zwölf Jahren in einem Fitnessstudio. Ich freute mich, als er mich nach dem Training auf ein Glas Wein einlud. Wir hatten Spaß zusammen. Beim zweiten Treffen nahm er scherzhaft mein Adressbuch aus meiner Tasche. "Wollen wir mal schauen, wen du so alles kennst", sagte er lachend und fing an zu blättern. "Finger weg, das ist privat", meinte ich, halb belustigt, halb verärgert. Das ging wirklich zu weit!

Andererseits fand ich sein intensives Interesse auch irgendwie charmant. Endlich ein Mann, der mich exklusiv haben wollte. Ich war 30 und wollte eine ernsthafte Beziehung. Und eine eigene Familie. Bankkaufmann Theo könnte der Richtige dafür sein. Also ließ ich mich mit ihm ein. Seine kleinen Macken würde ich ihm schon noch austreiben.

Als ich ein Jahr später schwanger wurde, heirateten wir.

Es war eine glückliche Zeit. Wir konzentrierten uns ganz auf uns und unseren kleinen David. Eineinhalb Jahre später kam Konstantin zur Welt. Rührend, wie sich Theo als stolzes Familienoberhaupt um uns kümmerte. "Schade, dass man dich kaum noch sieht", meinte meine Freundin Christa eines Tages traurig. Stimmt, fiel es mir ein. Wir sahen kaum noch andere Leute. Theo plante irgendwie immer nur für uns vier. Ich nahm mir vor, wieder mehr eigene Wege zu gehen. Schließlich besuchten die beiden Jungs nun den Kindergarten.

Aber genau damit fingen die Probleme an. Theo begann, misstrauisch zu werden. Wollte ganz genau wissen, was ich tagsüber machte. Ständig rief er mich vom Büro aus an.Wenn ich nicht da war, bekam er schlechte Laune. Ich weiß noch, wie er eines Tages schimpfte: "Wo warst du die ganze Zeit? Beim Einkaufen? Ich glaube eher, dass du mit dem Briefträger beschäftigt warst. Er macht dir doch ständig schöne Augen." Ich war geschockt: Dachte Theo im Ernst, ich hätte etwas mit dem Briefträger? Wie absurd! Es kam zum heftigen Streit. Am Ende entschuldigte sich Theo kleinlaut, überraschte mich am nächsten Tag mit einem Blumenstrauß. Aber seine skurrilen Ängste kamen immer wieder: Er witterte überall Konkurrenten. Obwohl ich ihm keinen Anlass gab, sah er mich ständig in den Armen eines anderen.

Ich musste dringend mit jemandem reden.

Also vertraute ich mich Christa an. "Ich dachte mir so etwas schon", meinte sie ernst. "So wie Theo dich seit Jahren von anderen isoliert. Ich glaube, er hat ein echtes Problem." Ich begann nachzudenken. Und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie unsicher Theo im Grunde war. Er tat immer so locker und witzig, aber innerlich plagten ihn viele Selbstzweifel. Irgendwie hatte er immer Angst, dass andere cleverer, erfolgreicher sein könnten als er. Vielleicht hatte ja seine Kindheit damit zu tun. Sein Vater war schon früh gestorben. Ich stellte mir vor, wie Theo als mittlerer von fünf Geschwistern um die Aufmerksamkeit seiner Mutter buhlen musste.

Von da an versuchte ich bewusst, Theos Selbstvertrauen zu stärken.

Zeigte ihm meine Liebe. Hielt tagsüber ständig Kontakt, damit er sicher sein konnte. Aber ich fühlte, wie mir dabei meine Eigenständigkeit immer weiter entglitt. Vor zwei Jahren fragte mich ein Bekannter, ob ich in seiner Autowerkstatt als Bürokraft arbeiten wollte. Ich sagte zu. Doch ab diesem Moment begann ein Albtraum. Theo war in seinen Wahnvorstellungen nicht mehr zu bremsen. Okay, die meisten meiner Kollegen und Kunden waren Männer. Aber das heißt doch nicht, dass ich mit ihnen etwas anfangen wollte! Trotzdem bildete sich Theo genau das ein. In seinen täglichen Verhören drehte er mir jedes Wort im Mund um und reimte sich seine eigene Wahrheit zusammen.

Damals fingen auch die ersten Schnüffeleien an. Ich bemerkte, wie Theo meine persönliche Post, meinen Geldbeutel und mein Handy kontrollierte. Wenn ich ihn dabei ertappte, war es ihm noch nicht einmal peinlich. Er fühlte sich im Recht. Alles Weinen, Flehen und Drohen half nichts.

Irgendwann resignierte ich.

Ließ alles geschehen. Ich wollte nicht, dass die Jungs noch mehr hässliche Szenen miterlebten. Das Schlimme war, dass ich mich selbst immer mehr verlor. Um keinen falschen Verdacht auszulösen, schränkte ich meine Aktivitäten ein. Ich ging nicht mehr zum Fitness. Bestellte Einkäufe von zu Hause. Wenn ich mich doch mal mit einer Freundin traf, dann heimlich. Wie verrückt! Ständig fragte Theo mich, ob ich ihn noch liebe. Wie kann ich jemanden lieben, der mich so respektlos behandelt? Trotzdem kam eine Trennung nicht infrage. Ich wollte den Schein der heilen Familie partout wahren.

Bis zu jenem Tag Ende November.

Wegen eines Schnee−Einbruchs war in der Werkstatt extrem viel los. Ich musste lange bleiben. Ängstlich informierte ich Theo. Eine Viertelstunde später stand er im Büro, bebend vor Zorn. Brüllend zerrte er mich zum Auto. Selbst zu Hause beruhigte er sich nicht. Als ich mich zu rechtfertigen versuchte, schlug er zu. Mitten ins Gesicht − vor den Augen unserer Söhne. "Du Schlampe!", schrie er. "Kannst wohl nicht genug von deinem Animier−Laden kriegen!" Ich war wie gelähmt. Aber dann wusste ich, was zu tun war. Ich nahm die Jungs, fuhr zu meinen Eltern. Mir war klar: Theo ist krank. Er muss sich helfen lassen. Und ich muss mein Leben in die eigenen Hände nehmen.

Ich suche jetzt eine Wohnung für die Kinder und mich.

Es war schwierig, ihnen zu erklärten, warum wir nicht zu Papa zurückgingen, sie haben ihn doch lieb, trotz alledem ... Aber ich versprach ihnen fest, dass sie ihn regelmäßig sehen können, das tröstete sie.

Ich spüre, wie wichtig es ist, Abstand zu Theo zu haben, bin meinen Eltern so dankbar, dass wir erst mal bleiben können. Aber wirklich Ruhe vor Theo, innere Ruhe, nein, die habe ich nicht. Nachts wache ich oft schweißgebadet auf, tagsüber holt mich der Schrecken urplötzlich ein. Theo hat eine Therapie begonnen. Aber ich brauche Zeit, um wieder Nähe aufzubauen.

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