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Ganz entspannt und erfolgreich

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Tipps für ein entspannteres Leben

Ich muss perfekt sein – mit diesem Mantra setzen sich die meisten von uns Tag für Tag unter Druck. Bis hin zur Blockade, zum Burn-out. Schluss damit! Wir zeigen, wie einfach Sie der Perfektionsfalle entkommen und Ihr Leben beflügeln können.

Wollen Sie auch einen Job mit Wow-Effekt, der beständig gut Ihr Konto füllt? Eine durchgestylte Wohnung wie aus dem Hochglanzmagazin? Eine Figur, die selbst Heidi Klum zu Beifall hinreißt? Und natürlich: einen attraktiven, charmanten Partner, der Ihnen jeden Wunsch von den Augen abliest?

Willkommen im Club der Superfrauen, die immer perfekt sein möchten, um bewundert, geliebt, befördert zu werden. Doch das, was Sie da von sich selbst und anderen verlangen, ist nicht nur ziemlich unrealistisch und frustrierend. Es setzt auch Ihre Seele enorm unter Druck.

Die gute Nachricht: In „Gelassenheit“ steckt das Wort „lassen“, und das kann man lernen! Wir erklären, warum es sich lohnt, nicht immer so zu handeln, als wollte man dafür einen Nobelpreis einheimsen.

Wir zeigen Ihnen, in welchen Bereichen Sie sich locker machen sollten und wie Sie das ganz konkret anstellen – in Ihrer Partnerschaft, in der Familie, im Job und in der Freizeit.

Und bald sind Sie nicht mehr die angespannte Miss Perfect, sondern die lässige Miss Nearly Perfect.

Kontrolle ist nicht besser

Die Welt hat die Krise, die Politik ist am Dauerrudern, immer mehr Bekannte verlieren ihren Job – und nicht mal mehr der Sommer strahlt so zuverlässig wie früher. Klar, dass wir wenigstens im eigenen Leben für Perfektion sorgen wollen.

Eigentlich ist es super, ein ordentlicher Mensch zu sein, der vorausschauend denkt, motiviert und engagiert ist, gerne gute Arbeit leistet, andere glücklich machen will. Nur ist der Grat zwischen gesundem Einsatz und übertriebenem Perfektionismus schmal.

„Dann wird aus Ordnung Pedanterie, Planung mutiert zu detailversessener Überplanung, Standhaftigkeit entwickelt sich zu Sturheit“, sagt Coach und Management-Trainerin Irene Becker.

Irgendwann müssen dann alle Tassen im Schrank mit dem Henkel nach rechts stehen. Im Job wird jeder Tippfehler zur Katastrophe. Einfach rumsitzen und nichts tun – unvorstellbar! Schließlich muss noch das Geschenk für die Freundin gekauft, außerdem gebügelt, gepflanzt, gewischt werden.

Die anderen rollen schon genervt die Augen, weil Sie mal wieder erst Ihre Arbeit fertig kriegen wollen, bevor Sie zum Feierabend-Prosecco dazustoßen. Und am Wochenende spontan mit zum Baden am See waren Sie auch ewig nicht mehr.

Fällt Ihnen auch etwas auf? Das ist langweilig. Spießig. Engstirnig. Und so wollten Sie doch eigentlich nie werden, oder?

Ungesunder Perfektionstrip

Höchste Zeit also, im Perfektionierungswettlauf ein paar Gänge runterzuschalten. „Verabschieden wir uns als Erstes einmal von der Maximierermaxime“, sagt Klaus Werle, Autor von „Die Perfektionierer“ (Campus).

„Es ist nämlich schlicht unmöglich, immer und überall das Beste herauszuholen. Der Glaube, je mehr Aufwand wir betreiben, desto besser wird das Ergebnis, ist schlichtweg falsch.“

Denn: „Da immer alles perfekt sein muss, setzen Sie keine Prioritäten, verzetteln sich und kommen häufig in Stress und Zeitnot“, sagt Expertin Becker.

Durch die überhöhte Erwartungshaltung und permanente Selbstüberforderung machen Sie nur mehr Fehler und verlieren so schnell den Spaß am Leben.

Spontaneität, Freunde, der Liebste und vor allem Sie selbst bleiben auf der Strecke. Irgendwann sind auch die Energiebatterien des unerschütterlichsten Duracell-Häschens leer, Kopf und Körper ausgebrannt.

Die Folgen: Rückenschmerzen, Magenprobleme, Migräne, Burn-out, schlimmstenfalls Depression.

Raus aus der „Nicht gut genug“-Falle!

„Ändern Sie als Erstes das Bild Ihres Perfektionismus und sehen Sie ihn als das, was er ist: kein Feind, sondern ein guter und hilfreicher Freund, der sich in der Vergangenheit leider ein bisschen zu oft in Ihr Leben eingemischt hat“, empfiehlt die Expertin.

„Sie wollen ihn als guten Freund behalten – aber mit ihm aushandeln, wann er das Sagen hat und wann das Prinzip des Laisser-faire an der Reihe ist.“

Achten Sie dann auf alle Gedanken, in denen „müssen“, „sollen“ oder „immer“ vorkommen („Ich muss dringend die Fenster putzen“, „Immer mache ich alles falsch“, „Ich sollte das Konzept noch mal überarbeiten“): Diese Wörter bauen automatisch inneren Protest auf, der Stress erzeugt, der Prioritäten setzen noch schwerer macht und Energie raubt.

Machen Sie deshalb mit jedem dieser Sätze einen Realitätscheck: Wer sagt das? Stimmt das wirklich? Wem muss ich das beweisen? Wann ist ‚es‘ denn bewiesen? Gibt es eine andere Möglichkeit, die mehr Freiheit und weniger Druck bedeutet?

Begegnen Sie Ihrem schlechten Gewissen neu. Wer ewig an sich herumnörgelt, nicht gut genug zu sein, hat erwiesenermaßen weniger Erfolg und ist frustrierter.

Ein Beispiel von Klaus Werle: „Wenn ich zu Olympia fahre, um Gold im Speerwerfen zu gewinnen, aber nur Silber schaffe, dann ist das frustrierend. Bin ich froh, überhaupt mitmachen zu dürfen (‚Dabei sein‘ ist bekanntlich alles), juble ich auch über Bronze.“

Denn das schlechte Gewissen und der Vergleich mit anderen treiben immer weiter in die Optimierung und gleichzeitig entziehen sie uns den Mut, wirklich etwas Außergewöhnliches zu leisten, weil sie die Latte immer höher hängen.

Glücklich in der Liebe

Sind Sie betrübt, weil der durchgeplante romantische Ausflug völlig danebengegangen ist? Oder weil der Traumprinz mit Sportwagen, vollem Haar und Kinderwunsch immer noch nicht vorbeikam? Vermutlich sehnen Sie sich nach einer Wahnsinnsbeziehung wie im Kino.

Leider eine völlig unrealistische Vorstellung: Ein normales Leben gibt maximal Stoff für einzelne Hollywood-Szenen her. Setzen Sie also die rosa Brille ab. Wäre ein makelloser Mann nicht schnell superlangweilig?

Hinterfragen Sie festgezurrte Hypothesen („Die Zahnpastatube muss zu sein“, „Er muss dankbar sein für all das, was ich für ihn tue“): Was würde passieren, wenn Sie manche Situation einfach so belassen, wie sie ist?

Das Gleiche gilt für Klischees („Ein Mann muss seiner Herzensdame Blumen schenken/sie auf Händen tragen“). Regelmäßiges Überdenken eröffnet Ihnen einen frischen Blick.

Und: Lassen Sie Events, Ausflüge oder Dates auf sich zukommen und halten Sie es ganz mit Franz Beckenbauer: „Schau mer mal …“

Sind Sie noch auf der Suche nach Ihrem Traummann? Dann werden Sie vom „Yesbutter“ („Ja, schön und gut, aber er hat das und das nicht …“) zum „Whynotter“: „Fragen Sie sich bei einer neuen Bekanntschaft zuerst, was Ihnen gut an diesem Menschen gefällt.

Halten Sie sich zurück, vorschnelle Pauschalurteile zu fällen, und lernen Sie einen Menschen erst einmal wohlwollend und ohne Vorurteile kennen“, empfiehlt Irene Becker. Sie werden mit Sicherheit überrascht sein – und völlig neue Perspektiven erkennen.

Locker in der Familie

Sie plagt das schlechte Gewissen, weil die Tante sich schon wieder über mangelnde Aufmerksamkeit beklagt und Ihre Mutter wegen Ihres neuen Partners die Nase gerümpft hat?

Zeit, Ihre eigenen Maßstäbe zu setzen und sich von der quälenden Schwarz-Weiß-Malerei zu befreien!

Relativieren Sie Ihre jahrelang von der Familie eingetrichterten Glaubenssätze in drei Schritten:

1. Schreiben Sie sich Standpunkte auf, die immer wieder an Ihnen nagen. Beispiele: „Wer A sagt, muss auch B sagen“, „Wer will, der kann“, „Liebe muss man sich verdienen“.

2. Erkennen Sie unbewusste Haken und Denkfehler durch Fragen wie: „Was genau meine ich damit?“, „Woher kommt mein Maßstab?“, „Welche Erfahrung steckt dahinter?“, „Welche Ausnahmen gibt es?“

3. Formulieren Sie um – differenziert und weich. Zum Beispiel: „Wenn A Quatsch ist, ist es klug, auch auf B zu verzichten“, „Es gibt äußere Hindernisse, die ich nicht beeinflussen kann“, „Ich bin liebenswert, auch wenn ich etwas falsch mache, denn der Mensch ist nun mal fehlbar“.

Sie haben Ihre Glaubenssätze jahrelang verinnerlicht. Sagen Sie Ihre neuen Mantras also immer wieder vor sich hin, damit sich das Gehirn an sie gewöhnt und sie annimmt. Auch hilfreich, um sich von der gestressten „Tochter Tausendprozent“ zu verabschieden: Nein sagen lernen.

Sie fürchten sich davor? Dann malen Sie sich mal aus, welchen zeitlichen und nervlichen Mehraufwand Sie sich mit Ihrem Ja-Reflex ans Bein binden: Sie werden wieder drei Kuchen für die Hochzeit der Cousine machen und eine Woche lang den Hund hüten.

Ein „Nein“ wird, richtig formuliert, auch nicht die Harmonie stören: Bei einem charmant-mitfühlenden „Du weißt, dass ich fast alles für dich mache. Aber gerade geht es einfach nicht“ wird kaum jemand böse sein.

Tabu: das „Nein“ rechtfertigen. Das schwächt Ihre Aussage und verführt den anderen dazu nachzusetzen.

Lässig im Job

Der Kollege schlampt sowieso nur, da machen Sie das Protokoll lieber selbst. Schließlich sorgt schon ein einziger Buchstabendreher bei Ihnen für Verstimmung. Ihren Chef freut das natürlich. Aber Ihre innere Balance ist viel wichtiger!

Vermutlich Ihr größtes berufliches Perfektionsproblem: ein Fehler – und die Welt geht unter. „Bei diesen diffusen Ängsten hilft der gesunde Menschenverstand“, sagt Irene Becker: „Sehen Sie sich Ihre Befürchtungen konkret und vernünftig an und spielen Sie verschiedene Szenarien durch.

Holen Sie auch die Meinung anderer bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens ein.“ Meistens wird klar: alles ganz schön übertrieben und ziemlich unwahrscheinlich. Also können Sie Aufgaben auch einmal an kompetente Kollegen delegieren!

Am besten: Anforderungen klar kommunizieren, ein bis zwei Zwischenbesprechungen abmachen und tolerant gegenüber fremden Lösungswegen sein. Hauptsache, das Endergebnis stimmt. Üben Sie sich ab jetzt auch im Schlampigsein und Zeitgewinnen.

Versuchen Sie, irrelevante E-Mails möglichst unbeantwortet zu lassen, statt alles abzuarbeiten und deshalb wieder erst um halb neun aus dem Büro zu kommen.

Nur weil das Telefon klingelt, heißt das nicht, dass Sie rangehen müssen (außer, es ist der Chef). Sagen Sie „Nein“ zu unmöglich machbaren Zusatzaufgaben (siehe oben; ideal: Fragen Sie, welche andere Aufgabe Sie stattdessen an wen abgeben sollen).

Verzichten Sie auf Multitasking und arbeiten Sie eins nach dem anderen ab, das ist viel produktiver. Und machen Sie sich das Prinzip des italienischen Soziologen Vilfredo Pareto zu eigen.

Es besagt: 80 Prozent der Ergebnisse erreichen wir in 20 Prozent der aufgewendeten Zeit. Wir verschwenden also unheimlich viel Zeit für Dinge, die nicht besonders viel bringen.

Verlieren Sie sich deshalb nicht in den Details, wägen Sie immer wieder Aufwand und Nutzen ab und hören Sie auf, bevor Sie es als vollkommen perfekt abstempeln. Denn die Vorstufe genügt meist.

Entspannt in der Freizeit

Die Nachspeise Ihres Dreigang-Menüs lässt zu wünschen übrig, der gute Weißwein war ausverkauft und die unterste Reihe im Bücherregal ist Ihnen auch noch durch den Staublappen gegangen.

Was sollen denn jetzt Ihre Gäste denken? Klare Antwort: dass Sie zu hohe Ansprüche an sich selbst haben! „Fragen Sie Ihre Freunde, was sie eigentlich an Ihnen mögen – Sie werden überrascht sein, dass auf keinen Fall Ihr Perfektionismus die Hitliste anführt“, sagt die Expertin.

Werden Sie also realistisch und hinterfragen Sie Dinge wie: „Erwarten meine Freunde wirklich, dass ich für sie das Bad auf Hochglanz poliere, den Tisch wie beim ,Perfekten Dinner‘ decke, Hirsch und Strauß auf die fancy Grillstation lege?“ Schaffen Sie sich Zeit für sich selbst – und setzen Sie so neue Prioritäten.

Unterscheiden Sie ganz klar zwischen den Dingen, die Sie tun müssen, und denen, die Sie tun möchten. Bei Letzteren sollten Sie ansetzen: Wenn Sie noch eine halbe Stunde vor dem Fernseher entspannen, bevor die Gäste kommen, statt wie ein Derwisch mit den Lappen durch die Wohnung zu wuseln – wären Sie am Abend dann nicht viel lockerer und damit auch bezaubernder?

Und wenn Ihnen die (sicherlich nur scheinbar) unaufgeräumte Bude etwas peinlich ist, stellen Sie den Abend doch kurzerhand unter das Motto „Bei Hempels unterm Sofa“. Nicht perfekt. Aber gut, oder?

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