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Männer, warum seid ihr so schlapp?

Joy,

Sex-Report

Frauen stöhnen, Studien alarmieren: Männer verlieren die Lust im Bett - vor 30 Jahren hatten sie im Schnitt dreimal so viele sexuelle Kontakte wie heute. Wir sprachen mit betroffenen Frauen und Experten.

"Seine Zurückweisung kränkt mich"

Justina (26) & Bojan (28)

Zweimal am Tag Sex wäre mir am liebsten", erzählt die Marketingwirtin Justina aus München. "Ich bin geradezu süchtig danach." In der Realität wird daraus bei ihr und ihrem Mann Bojan zweimal pro Woche. Er arbeitet als Fahrer in einer Produktionsfirma ein Job mit unregelmäßigen Arbeitszeiten. "Oft komme ich spät abends gestresst von der Arbeit", sagt Bojan. "Ich weiß, dass ein Quickie ihr nicht reicht. Sie will mehr, aber ich bin zu müde, um sie so zu befriedigen, wie sie es gerne hätte. Deshalb ziehe mich zurück."

Beide bezeichnen ihre letzten September geschlossene Ehe als "harmonisch", was aber vor allem bedeutet, dass es nie Streit gibt. Der sexuelle Notstand nagt an Justina: "Meist bin ich gekränkt. Den ganzen Tag freue ich mich auf ihn und dann weist er mich zurück. Ich mache mir Vorwürfe, ob ich nicht mehr attraktiv bin oder etwas falsch gemacht habe."

Zum Glück gehen solche Gefühle auch wieder vorüber: "Wir haben zwar nicht so oft Sex, aber wenn, dann ist es immer wieder fantastisch und überraschend. Dann weiß ich, dass alles o. k. ist!" Bojan sieht es ebenfalls gelassen: "Würde die Gesellschaft die Bedeutung von Sex nicht so übertreiben, gäbe es dieses ganze Problem nicht!"

"Ich habe mir jetzt einen Vibrator gekauft"

Friederike (35)

Ein unersättliches Sexmonster war Michael noch nie, aber je länger wir zusammen sind (inzwischen fast fünf Jahre!), desto weniger läuft im Bett. Wir schlafen mittlerweile nur noch alle zwei bis drei Wochen miteinander. Aber auch da muss ich die Initiative ergreifen. Das Komische ist: Sind wir dann mal mittendrin, ist er voll dabei, aber er kommt nur selten auf die Idee, anzufangen.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann wir einen Quickie auf dem Küchentisch oder eine wilde Nummer im Auto hatten. Dabei bemühe ich mich, ihn zu reizen, mit erotischer Wäsche zum Beispiel. Unser Sex ist nicht schlecht, aber die Frequenz ist zu niedrig für mich. Darum habe ich mir jetzt einen Vibrator gekauft. Der begehrt mich zwar auch nicht, aber befriedigt mich wenigstens, wenn ich Lust habe.

"Wir müssen nicht wie die Hasen rammeln, um Komplexe loszuwerden!"

Vanessa (23) & Yigit (25)

Eigentlich ist unsere Beziehung harmonisch, respektvoll, ausgeglichen und liebevoll", erzählt die Studentin Vanessa. "Aber wenn es darum geht, wie man mit Stress umgeht, sind Yigit und ich grundverschieden." Die beiden kennen sich schon seit der Schule, gehen jetzt gemeinsam zur Uni - und immer wenn Prüfungen anstehen, wächst das Konfliktpotenzial.

"Für mich ist Sex Stressbewältigung", erklärt Vanessa. "Ich fühle mich danach immer wunderbar entspannt. Für Yigit ist es umgekehrt: Er hat in Stressphasen fast keine Lust auf Erotik. Glücklicherweise haben wir einen Kompromiss gefunden, der uns beide zufrieden stellt: zwei- bis dreimal die Woche schlafen wir miteinander, den Rest regeln wir mit intensivem Kuscheln. Es gibt wichtigere Dinge als Sex."

Bis beide zu dieser Erkenntnis kamen, mussten erst ein paar Missverständnisse ausgeräumt werden. "In Unterhaltungen heißt es immer: Qualität geht vor Quantität, weniger ist mehr, und alles, was zu viel ist, ist nicht mehr schön", sagt Yigit. "Aber im Bett soll der Mann dann plötzlich nonstop können!" Heute sind sie sich einig: "Wir müssen nicht rammeln wie die Hasen, um Komplexe loszuwerden!", so Yigit.

"Ich war total frustriert!"

Nini (21)

Fast vier Jahre lang ging alles gut. Philipp und ich hatten gleiche Interessen und unser Sex war traumhaft! Vom stürmischen Überfall bis zum Kuschelsex, und das fünfmal die Woche. Als bei uns vor sechs Monaten der Prüfungsstress zunahm, hatte ich noch so oft Lust wie früher.

Philipp nicht mehr. Ich übernahm immer die Initiative - ohne Erfolg. Er leistete nur noch ein- oder zweimal wöchentlich seinen "Dienst" ab, obwohl ich mein mageres Budget in Negligees investierte. Das reichte mir nicht, ich habe Schluss gemacht!

"Männer wollen immer perfekt sein"

Katja (21) & Daniel (26)

Die Sport- und Fitnesskauffrau Katja und der Sportstudent Daniel führen seit einem Jahr eine stürmische und glückliche Beziehung: "Daniel ist meine große Liebe und mein bester Freund", so Katja. Und das, obwohl sie sich nicht einig sind, wie ein erfülltes Sexleben aussehen soll.

Daniel: "Wenn ich gestresst bin, müssen eben dreimal die Woche reichen. Katja würde lieber jeden Tag Sex haben. Ich muss aber kein Kopfweh vortäuschen, ich sage ihr behutsam und ehrlich, wenn ich keine Lust habe."

Katja macht es trotzdem zu schaffen: "Ich gebe nicht mir die Schuld, aber ich frage mich, warum Männer unbedingt unfehlbar sein müssen, sodass sie nie abschalten können. Vielleicht müssen sie lernen, sich nicht dauernd beweisen zu müssen, damit sie lockerer werden."

"Zu wenig Sex ist kein Drama"

Tina (24) & Robert (23)

Für uns stellt sich nicht die Frage, wie oft pro Woche wir Sex haben, sondern wie oft pro Wochenende", erzählt Robert. Denn nur dann sehen sich der Zeitsoldat und die Wirtschaftsstudentin Tina, landen aber nicht so häufig im Bett, wie sie sich das wünschen würde.

Tina: "Ich würde schon gern zwei- oder dreimal, doch Robert sagt dann oft, er sei zu müde. Aber das ist doch kein Drama, viele Missverständnisse ent-stehen durch das Bild, das Medien von Liebe und Sex vermitteln. Für mich gibt es keine Zweifel, dass wir zusammengehören - das zählt für mich mehr als nur Sex!

"Er schlief sogar über mir ein"

Iris (34)

Ich bin zwar mit Bernhard erst seit einem viertel Jahr zusammen, also noch in der Phase, in der der Sex eigentlich richtig heiß sein sollte, aber leider ist er - im wahrsten Sinne - eingeschlafen. Mein Freund ist Manager und hat einen stressigen Job. Kommt er abends spät nach Hause, ist er angespannt und braucht ein Glas Wein, um "runterzukommen", wie er sagt.

Daraus werden dann meist vier oder fünf, was zur Folge hat, dass er später beim Sex keinen mehr hochkriegt. Einmal schlief er sogar über mir ein! Wäre ich nicht so frustriert gewesen, hätte ich wohl laut gelacht. Oft sagt er währenddessen "Ich kann nicht mehr" und rollt sich dann zur Seite. Das Schlimmste ist: Es scheint ihn nicht zu stören, dass unser Sexleben so unbefriedigend ist, denn sonst würde er ja sein Trinkverhalten ändern.

"Pornos, Ölmassagen, - nichts hat geholfen!"

Isabell (34)

Thomas war erst eine flüchtige Sex-Beziehung, kurz darauf mehr - und bald zogen wir zusammen. Ein schönes Haus, ein toller Mann, leidenschaftlicher Sex: Mein Leben schien mir wie ein Traum! Im zweiten Jahr begannen die Probleme. Thomas hat einen Handwerksbetrieb. Er muss oft Aufträge weit weg von Berlin annehmen, teilweise war er wochenlang unterwegs und kam völlig abgekämpft nach Hause.

An Sex war da nicht mehr zu denken, wochenlang herrschte bei uns im Schlafzimmer Funkstille. Ich kaufte Reizwäsche, lieh Pornos aus, verpasste ihm Ölmassagen, nichts half. Eines Tages platzte mir der Kragen: "Ich verlasse dich!", brüllte ich ihn an. Da begann er mit seiner Beichte: Thomas hatte Angst! Der Stress bei der Arbeit, die Panik, mir nicht gerecht zu werden, hatten ihn fertiggemacht.

Er griff zu Tabletten: Uppers, Downers, er war psychisch abhängig. Ich fühlte mich erleichtert, es lag nicht an mir! Es war zwar ein großes Problem, aber das konnten wir lösen! Es hat noch schwere Wochen gedauert, aber wir reden endlich über alles. Und Thomas geht in Therapie. Ich bin froh, dass er mir sein Problem gestanden hat!

"Die Gesellschaft lässt der Lust nicht genug Raum"

Fairy (23) & Robert (27)

Sechsmal die Woche Sex - für viele Frauen wäre das ein Traum. Doch Fairy, Einzelhandelskauffrau aus Zwickau, ist auch das nicht genug. Sie möchte am liebsten zweimal am Tag mit ihrem Freund Robert schlafen. "Dabei haben wir eine wirklich spannende Beziehung, spielen mitten in der Nacht Mau-Mau, reiten, meditieren, sind Partyfans - alles ist schön zwischen uns", gesteht sie.

"Aber in Sachen Sex läuft es nicht so schön." Robert weiß, dass er dafür Verantwortung trägt: "Ich ignoriere Fairy und reagiere genervt, wenn sie will und ich nicht. Dabei weiß ich von früher selbst, wie es ist, wenn man will und die Partnerin die Augen rollt." Fairy bleibt gelassen: "In meinen Augen ist unsere Gesellschaft schuld. Robert hat als Versicherungskaufmann teilweise zwölf Stunden Stress am Tag. Irgendwann werden wir hoffentlich mehr Zeit und Muße füreinander haben!"

Das sagt die Expertin

Sex- und Paartherapeutin Gabriele Leibhold:

"Lustloser Sex ist respektlos"

Sind Männer wirklich so schlapp geworden? Ja, in meiner Praxis treten solche Fälle zurzeit gehäuft auf. Welche Probleme haben diese Männer? Die neue Frauengeneration stellt hohe Ansprüche an ihre Liebhaberqualitäten. Vorspiel, einer oder mehrere Orgasmen für sie, danach Kuscheln oder ein Gespräch. Oder sie beschwert sich über mangelndes Fingerspitzengefühl oder darüber, dass er zu schnell kommt.

Damit lastet enormer Druck auf dem Mann. Die Flucht in eine eigene, stressfreie sexuelle Welt ist vorprogrammiert: Internetfilme oder Sexbilder. Manche Männer haben regelrecht Angst vor den Erwartungen ihrer Partnerin. Sie schieben Müdigkeit und Überarbeitung vor, um Kräfte raubenden Diskussionen zu entgehen. Sind weibliche Ansprüche der Hauptgrund für die neue männliche Lustlosigkeit? Es ist zumindest selten die mangelnde Attraktivität der Partnerin.

Frauen betrachten ihren Körper viel kritischer als ein Mann. Meistens ist auch keine Affäre die Ursache für seine Lustlosigkeit. Viele Männer beschreiben es so: Der Sex mit ihrer Frau ist körperlich und psychisch anstrengend. Es besteht immer das ungute Gefühl, ihren Ansprüchen nicht zu genügen. Heißt das, dass wir uns mit Standardsex begnügen sollten?

Natürlich darf jede Frau erotische Wünsche äußern. Es kommt darauf an, wie sie es tut. Männer sind viel verletzbarer, als man glaubt. Ich rate, sexuelle Details in einer entspannten Situation anzusprechen und nachzufragen, wie er es verstanden hat. Niemals im Streit oder zwischen Tür und Angel über Sex sprechen. Dazu gilt: Wenn einer keine Lust hat, sollte man es sein lassen. Lustloser Sex ist dem Partner gegenüber respektlos.

Das klingt fast so, als sei das alles unsere Schuld! Es ist keine Frage der Schuld! Männer sind es nicht gewohnt, dass ihnen eine Frau überlegen ist, beruflich, finanziell oder intellektuell. Am Anfang der Beziehung klappt es noch im Bett, später nicht mehr. Die äußeren Gegebenheiten lassen sich natürlich kaum ändern, doch meist hilft es schon, sich ihrer bewusst zu werden.So rächen Sie sich an Ihrem Ex! Das große Sex-ABC!

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