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Schatz, raus aus der Küche

Joy,

Kolumne: Pssst...

Liebe geht durch den Magen? Nicht immer! Denn sobald ihr Freund den Kochlöffel schwingt, würde JOY-Autorin Sandra Szjwach am liebsten mit Messern werfen.

„Süße, morgen Abend koche ich!“ Andere Frauen bringt dieser Satz zum Jubilieren wie mich der Anblick der „Marcie“-Bag von Chloé, doch wenn mein Liebster sich an den Herd stellt, kocht eigentlich nur eins hoch – meine Wut. Zu meinem Leidwesen habe ich nämlich einen selbst ernannten, aber relativ talentfreien Jamie Oliver zu Hause. Er verwechselt gern mal Artischocken mit Auberginen, kann Spaghetti Bolognese ohne Bolognese machen („Oh, ich hab das Hack vergessen!“) und unter „gewürzt“ versteht er, dass sämtliche Gewürze des Regals in ein einziges Gericht kommen – dennoch hält er sich für einen genialen Maître de Cuisine.

Die richtige Flasche Wein zum Essen

Dabei müsste er das gar nicht sein! Mir würde es schon reichen, wenn er zum Essen die richtige Flasche Wein aufmacht. Gut, ich gebe zu, dass ich keine Cornelia Poletto oder Lea Linster bin – ich tüftele immer noch an dem perfekten Steak, doch ich kriege mittlerweile leckere Lachsfilets mit Mango-Salsa hin und mein Risotto à la Milanese hat sogar schon mal einem italienischen Küchenchef ein anerkennendes „Mamma mia“ entlockt.

Das alles sieht mein Freund völlig anders – mit stolzgeschwellter Brust erzählt er gerne, ich wäre bei uns zu Hause für die „Basics“ wie Pasta und Salate zuständig, er aber für die „Gourmet-Genüsse“. Nach unserem ersten Pärchen-Urlaub in Andalusien bereitete er für mich spanische „Albondigas“ zu, und er rollte diese Fleischbällchen mit so viel Hingabe, dass ich mich gleich noch ein bisschen mehr in ihn verliebte.

Damals hatte ich allerdings eine rosarote Brille auf. Mich störte es zwar, dass die Küchenzeile in seiner Junggesellenbude danach aussah wie ein von Pete Doherty verwüstetes Hotelzimmer – doch ich fand es auch wieder rührend, wie er eine alte Scheibe Brot umständlich mit einer Parmesanreibe zerkleinerte, weil er die Semmeln für die Fleischmasse vergessen hatte. Heute, zweieinhalb Jahre später, kriege ich einen Schreianfall, wenn er wieder mal aus einem halben Meter Höhe Salz ins kochende Nudelwasser kippt und das ganze Ceranfeld aussieht wie nach einer Schneeverwehung.

Der drohende Küchen-Gau

In solchen Momenten beneide ich meine Freundin Anette: Für deren Freund ist es das Größte, Samstagvormittag über den Markt zu schlendern und fünf Sorten Edelfische einzukaufen, aus denen er dann die beste Bouillabaisse der Welt zaubert. Ich jedoch habe ein flaues Gefühl, wenn ich demnächst für ein Wochenende mit meinen Mädels an den Gardasee fahre. Mein Freund und ich sind nämlich vor Kurzem zusammengezogen – und haben für zigtausend Euro eine todschicke Küche gekauft, die ich bisher so vorsichtig behandelt habe wie ein rohes Ei.

Als Schatzi aber ankündigte: „Wenn du dann weg bist, werd ich mal die Jungs einladen und was Leckeres kochen“, war mir schlagartig klar, dass sie nun entjungfert werden würde. Mein Rezept gegen den drohenden Küchen-Gau: den Kühlschrank vor seinen Augen mit zehn Sixpacks Bier befüllen, die Tiefkühltruhe mit einem halben Dutzend Salami-Pizzen – und beten, dass die männliche Faulheit siegt!

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