Liebeskummer: Von der Wucht eines großen Gefühls

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Liebeskummer - wie es sich anfühlt, wenn das Herz in tausend Stücke bricht.
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Wie Liebeskummer dein Leben zerstört - und wie du da wieder rauskommst

Wenn die Liebe geht, kommt der Schmerz. Das wissen wir alle. Trotzdem fühlt es sich an, als hätte nie zuvor jemand so gelitten. So ging es auch Marlene. Sie erinnert sich an ihre dunkelsten Tage und den ersten Schritt in ein neues Leben – als Single mit Aussicht auf Glück

"Niemand hatte mir gesagt, dass die ganze Welt in Stücke brechen kann – ohne dass man auch nur das Geringste dabei empfindet. Als es aus war mit Frank und mir, war da erst mal gar nichts: keine Tränen, nicht die kleinste Regung. Nur Stille. Frank warf die Haustür ins Schloss, und ich blieb einfach sitzen. Was ich in den nächsten Stunden getan habe, weiß ich nicht mehr. Vermutlich geraucht und auf einen Punkt an der Wand gestarrt ...

Jede Bewegung fühlte sich seltsam schwerelos an, wie ein Spaziergang unter Wasser. Der Schmerz traf mich wie ein Faustschlag in den Bauch, als ich die besorgte Stimme meiner besten Freundin Hanna durchs Telefon hörte. "Na, wie ist euer Gespräch gelaufen?"

Mein ganzes Leben: ein dunkles, schwarzes Loch

Natürlich wusste Hanna, dass sich die Beziehung zu Frank in den letzten Wochen alles andere als harmonisch entwickelt hatte. Frank hatte immer häufiger von "mehr Freiraum" und "sich endlich selbst verwirklichen" gesprochen, ich träumte von einer gemeinsamen Wohnung , vielleicht Kindern. Bei einer Liebe, die so groß und sicher schien, ein logischer Schritt. Dachte ich. Jetzt war alles aus. Mein ganzes Leben, die Zukunft: nichts als ein dunkles, schwarzes Loch.

"Ich bin ganz allein." Merkwürdig, wie Dinge plötzlich Wirklichkeit werden, sobald man sie ausspricht.

Als Hanna 20 Minuten später in meine Wohnung stürmte, kauerte ich auf dem Küchenfußboden, den Rücken zur Wand. Alles tat weh. Hanna legte den Arm um mich – und ich fing an zu weinen. Ich weinte, während Hanna stumm meinen Rücken streichelte, während sie Tee kochte, mich später am Abend ins Bett bugsierte. Ich weinte, als sie am nächsten Tag von all den Chancen und Möglichkeiten sprach, die ich bald ganz sicher erkennen würde.

Wenn man ein verbeultes Herz hat, ist darin kein Platz für Träume und Zukunftsvisionen.

In den folgenden Wochen bewegte ich mich wie eine Schlafwandlerin durch die Welt, blinzelte im Büro mit geschwollenen Augen auf meinen PC, starrte nachts stundenlang in die Dunkelheit. Ich kramte in meiner Erinnerung nach dem Moment, in dem ich Frank vertrieben hatte.

Meine Gedanken kreisten um die Frage, wann ich die falschen Fragen gestellt, die falschen Antworten gegeben hatte.

Hanna schüttelte energisch den Kopf, als ich ihr von meinen Grübeleien erzählte. Erst recht, als ich von meinen hochfliegenden Plänen sprach: In einem letzten Gespräch würde ich alles aufklären, unsere Liebe wieder flicken.

Hanna rang mir ein Versprechen ab: keine Telefonanrufe, keine unüberlegten SMS. Ich schrieb seitenlange Briefe an Frank – und hortete sie in einem Schuhkarton unterm Bett. "Du musst unter Leute", sagte meine beste Freundin, als sich der Deckel des Kartons nicht mehr schließen ließ. Sie schleppte mich irgendwohin, wo getanzt wurde. Ich merkte schnell: Fast alle Lieder handeln von der Liebe .

Und: Untröstlichkeit und Alkohol sind keine gute Mischung. Immerhin konnte ich in dieser Nacht schlafen.

Am nächsten Morgen blätterte ich in einem dieser pastellfarbenen Lebensratgeber, die meine Mutter mir seit Wochen schickte – und konnte zum ersten Mal trotz Kloß im Hals ein bisschen Luft holen.

"Am Ende wird alles gut" stand da. "Und wenn es nicht gut ist, dann ist es eben noch nicht zu Ende."

Ich pinnte die Buchseite an meinen Badezimmerschrank und betrachtete mein Spiegelbild. Ein blasses Mädchen mit tiefen Augenringen, winzigen neuen Fältchen um den Mund.

Ich versuchte ein Lächeln – und hatte plötzlich Lust auf einen Milchkaffee. Einen richtig großen, mit viel Schaum bei meinem Lieblingsbäcker um die Ecke. "Gibt’s den noch?", fragte ich Hanna am Telefon. Ihre Stimme klang ganz warm. "Schatz, die Welt vor deiner Tür ist immer noch da", sagte sie. "Schön, dass du sie wieder sehen kannst."

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