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Brisantes Thema


Die Elternzeit nehme ich mir


Von Christine Ritzenhoff, Tina Röhlich
Sofort zurück ins Büro, ein Jahr aussetzen oder ganz zu Hause bleiben: Wann man nach der Geburt des Kindes wieder arbeitet, ist ein brisantes Streitthema unter Müttern - und Vätern. Die Elternzeit: Drei Modelle, vier Meinungen
Elternzeit
Foto: Andres Rodriguez, fotolia
Sind Frauen, die auf die Elternzeit verzichten, Rabenmütter? Da es Kindern schadet, wenn Sie so früh fremdbetreut werden? Die Wissenschaft sagt: Eher nicht.

Der Besuch auf dem Spielplatz kann für eine Frau schnell zum Spießrutenlauf werden. Dann, wenn sie nur kurz vorbeischneit, Mann und Kind einen Kuss aufdrückt und sich wieder in den nächsten Kundentermin verabschiedet. Aber auch dann, wenn sie dort den ganzen Nachmittag verbringt. Weil sie sich entschlossen hat, den Job an den Nagel zu hängen und die Elternzeit nimmt.

Wofür man sich auch entscheidet, ob für die Elternzeit oder ein Zweit-Leben ohne Elternzeit, neben dem Kind: Man kann es keinem recht machen. Dabei könnte es so einfach sein. Dank Elterngeld, flexiblen Jobmodellen und dem heutigen weiblichen Selbstbewusstsein, sich nur selbst Rechenschaft schuldig zu sein, ob man sich für die Elternzeit oder gegen die Elternzeit entscheidet. Und doch war das Thema " Kind oder Karriere?" nie umstrittener, aufgeladener, heißer diskutiert. Weil sich eine Frau verdächtig macht, die ein fünfjähriges Studium und den Führungsposten sausen lässt, um sich nur noch ihrer Familie zu widmen. Wirft sie doch bei jeder Frau, die sich gegen die Elterzeit entschieden hat, sofort Fragen auf: "Wofür hat die sich so lange ausbilden lassen? Da muss der Mann aber viel verdienen wenn die Frau sich eine so lange Elternzeit gönnt!" Wohingegen eine Frau, die nach zwei Monaten abstillt, keine Elternzeit nimmt und das Kind Mann oder Kita zu überlässt und ihre Erfüllung in mehr zu sucht, ähnlich prüfend unter die Lupe genommen wird. Dass nahezu jede Frau heute gewöhnt ist, selbst verdientes Geld in der Tasche zu haben und sich von einem Mann nicht mehr abhängig zu machen: egal. Sogar eine alleinerziehende Mutter muss sich so manchen stillen Vorwurf gefallen lassen - obwohl sie meist keine andere Wahl hat, als sofort wieder in den Job einzusteigen und sich gegen die Elternzeit zu entscheiden.

Jeder, der aus diesem Standardmodell ausbricht, wird von seinem Umfeld kritisch unter die Lupe genommen. Und besteht nur selten den Da-hat-sie-aber-was-richtig-gemacht-Test. Vor allem, wenn "sie" ein Mann ist - dem zwei, drei Monate Elternzeit nicht reichen. Mal acht Wochen die Elternzeit genießen, vom Job zu entspannen, ein bisschen mit den Kindern zu spielen, womöglich mit der Familie ausgiebig in den Urlaub zu fahren, um danach wie gewohnt ins Büro zurückzukehren, die Kinder wieder der Frau zu überlassen und allen von der "bereichernden Erfahrung" vorzuschwärmen - darauf können sich immer mehr Neu-Väter einigen. Doch ihrer Frau den beruflichen Vortritt zu lassen, die volle Elternzeit zu nehmen und mal Hausmann zu sein: Das ist für viele nach wie vor ein Ding der Unmännlichkeit. Unter Männern punktet man anders. Bei Frauen leider auch.

Für welches Modell der Elternzeit man sich entschiedet, die Wahl fällt nie leicht. Gibt es doch das ideale Modell der Elternzeit nicht, mit dem alle rundum zufrieden sind: die Mutter, der Vater, das Umfeld. Und von dem man hundertprozentig sicher sein kann, dass es auch fürs Kind optimal ist. Oder?

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Elternzeit: Drei Modelle, Vier Meinungen

Die Elternzeit nehm ich mir

Stefanie Rohde, 36, ist Journalistin, Mutter und Überzeugte Hausfrau

"Für mich stand fest, dass ich meinen Job aufgebe, wenn wir Kinder bekommen. Es war klar, dass er sich die Elternzeit nicht leisten kann. Nach dem ersten Kind habe ich noch halbtags gearbeitet. Es war mehr Stress als Spaß. Ich musste unter enormen Zeitdruck mein Arbeitspensum schaffen, um pünktlich bei der Tagesmutter zu sein. Und kaum war der Kleine im Bett, war mein Computer wieder an. Beim zweiten Kind war klar: Ich nehme mir die volle Elternzeit. Weil wir glücklicherweise keinen finanziellen Druck haben, habe ich mir die Elternzeit genommen und genieße ich jetzt den Alltag als Mutter. Ohne Stress und Druck von außen: Meine berufstätigen Freundinnen beneiden mich um die Elternzeit. Nur manchmal frage ich mich, was ich mache, wenn die Kinder aus dem Haus sind."

Katja Memminger, 40, ist voll Berufstätig und Alleinerziehend

"Meine Tochter hat sich zum ungünstigsten Zeitpunkt angesagt. Ich war Anfang 30, hatte gerade gekündigt, wollte beruflich Neues probieren - und wurde schwanger. Ein Schock. War doch bald klar, dass ich als Alleinerziehende Geld verdienen müsste. Der Traum in der Elternzeit mit anderen Müttern ein Latte-macchiato-Leben zu führen war futsch. Ich nahm die Elternzeit nicht, suchte mir einen Bürojob und meldete Marie in der besten Kita an, die ich finden konnte. Musste ich länger als acht Stunden arbeiten, kam Marie nach der Kita zur Tagesmutter. Ich habe tagsüber gearbeitet und abends, wenn Marie eingeschlafen war, meine eigene Firma vorbereitet, einen Online-Versand für Kindersachen (www.ma-petite-marie.de). Jetzt bin ich damit erfolgreich, aber viel Zeit für Marie bleibt mir nicht. Doch irgendwann wird sie stolz sein, dass Mama allein und ohne Elternzeit so viel geschafft hat."

Joachim Körner, 39, hat bei beiden Kindern Elternzeit genommen und arbeitet in Teilzeit

"Karriere macht man nicht so leicht, wenn man als Mann in Elternzeit geht. Aber es gibt Wichtigere. Bei unserer älteren Tochter bin ich auf eigenen Wunsch und wegen des besseren Verdiensts meiner Frau neun Monate zu Hause geblieben. Statt im Büro zu sitzen, habe ich Brei gekocht und Einschlaflieder gesungen. Meine Kollegen staunten zwar, fanden das aber gut. Unser Plan war, dass ich nach der Elternzeit nur noch Teilzeit arbeite, und das war machbar, obwohl ich als Teamleiter viel Verantwortung trage. Doch die Kollegen hatten Verständnis, wenn ich früher losmusste. Bei unserer zweiten Tochter wünschte sich meine Frau mehr Zeit zu Hause, sie nahm zehn, ich fünf Monate Elternzeit. Dafür habe ich bis 2016 eine Teilzeitstelle zugesagt bekommen. Mir ist bei aller Zufriedenheit als Hausmann in der Elternzeit wichtig, dass meine Rückkehr in den Beruf gesichert ist. Den Kindern zuliebe komplett auf die Arbeit zu verzichten und die Elternzeit unendlich auszubauen, das könnte ich auch nicht."

Satu Körner, 39, ist jetzt der Hauptverdiener der Familie

"Weil ich dank meiner Führungsposition deutlich mehr verdiene als mein Mann, hat Joachim sich beim ertsen Kind die Elternzeit genommen. Ich komme aus Finnland, da wundert sich keiner über Hausmänner mit Elternzeit und Karrierefrauen ohne Elternzeit. Ich liebe meinen Job, und ich bin sicher die Ehrgeizigere von uns beiden. Joachim war sofort begeistert, dass er die Elternzeit nimmt und bei unserem Baby zu bleiben. Meine Freundinnen fanden es großartig, dagegen haben die japanischen Kollegen in meiner Firma den Kopf geschüttelt. Männer in Elternzeit gelten in Japan als unmännlich. Ich war die Rabenmutter, weil ich Karriere mache, statt die Elternzeit zu nehmen und bei meinem Kind zu sein. Beim zweiten Kind bin ich bewusst länger zu Hause geblieben, ehe Joachim sich die Elternzeit genommen hat. In den nächsten zwei Jahren werde ich wie er Teilzeit arbeiten. Wir wollen uns später nicht vorwerfen müssen, der Familie zuliebe auf den Traumjob verzichtet zu haben. Aber auch unsere Kinder sollen uns nicht vorhalten, dass uns die Karriere wichtiger war als sie."


Veröffentlicht in Maxi

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