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Auf der Suche nach dem kulinarischen Glück


Sarah Wiener über England, Bio-Label und fleischlosen Genuss


„Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien“ beweist, dass es eine britische Küche gibt – und diese gar nicht so mies ist, wie wir immer dachten!
Sarah Wiener
Foto: PR
Sarah Wiener: "Wir essen alle viel zu viel Fleisch!"

Starköchin Sarah Wiener (49) hat es gewagt und eine Reise in ein Land angetreten, das eher berüchtigt als berühmt für seine Küche ist. Die Österreicherin hat tolle Menschen kennen gelernt, neue Rezepte ausprobiert und war sogar selbst jagen.

Hier beantwortet Sarah Wiener die wichtigsten Fragen über ihre kulinarische Mission in England.

Wieso gibt es so negative Vorurteile über die englische Küche?

Sarah Wiener: "Die gibt es auch oft zu Recht. Überall, wo die Agroindustrie mächtig ist, verschwinden die regionalen Privatküchen. Das ist nicht nur in England so. Dort hat aber die industrielle Revolution immense Auswirkungen auf die Bauern und in der Folge auf die Lebensmittel gehabt."

Welches Rezept der Briten schmeckt Ihnen am besten, welches überhaupt nicht?

Sarah Wiener: "Moorhuhn war köstlich, Sicahirsch und Kedgeree, Scones mit Lemoncurd habe ich auch geliebt. Manche Dinge sind einfach nicht mein Geschmack, aber trotzdem hervorragend zubereitet. Andere Speisen, die z. B. mit Margarine oder Gewürzbrühe zubereitet sind, sind nicht mein Fall. Das schmeckt mir einfach nicht."

Die Küche welches Landes mögen Sie persönlich am liebsten?

Sarah Wiener: "Müsste ich mich bis an mein Lebensende von einer einzigen Küche ernähren, wäre das sicher die italienische. Viel Gemüse, leicht und recht simpel."

Welches Erlebnis in Großbritannien ist Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben?

Sarah Wiener: "Die Landschaft war wirklich ein Traum! Und ich habe nun ein paar Freunde mehr in der Welt."

Und was war das Schlimmste?

Sarah Wiener: "Gechlortes Trinkwasser. Deswegen würde ich nicht dort hinziehen."

sarah wiener
Foto: PR
Sarah Wiener genießt den obligatorischen Afternoon Tea.

Welche Faszination hat Kochen für Sie?

Sarah Wiener: "Kochen ist kreativ, entspannend, befriedigend und beglückend."

Für welchen Beruf hätten Sie sich entschieden, wenn Sie nicht Köchin geworden wären?

Sarah Wiener: "Heute würde ich sagen: Gärtnerin vielleicht."

Welches kulinarische Abenteuer sollte jeder einmal ausprobieren?

Sarah Wiener: "Jedes kulinarische Abenteuer, das einem angeboten wird. Imkern finde ich besonders spannend. Die Welt der Bienen ist eine Metapher unseres ganzen Seins. Geht es den Bienen gut, geht es der Natur, also uns Menschen gut."

Sie gehen nie in Supermarkt-Ketten einkaufen, sondern nur in Bio-Märkten. Wieso?

Sarah Wiener: "Ich möchte die Vielfältigkeit des Lebensmittelangebotes und die verschiedenen regionalen Anbieter unterstützen und stärken. Das ist für mich auch eine Frage der Lebensqualität. Auf dem Markt spreche ich direkt mit den Produzenten und kann auf alle meine Fragen eine Antwort finden."

Was unterscheidet eine Bio-Möhre von der Discounter-Möhre?

Sarah Wiener: "Der Unterschied liegt in der Qualität des Samenkorns, also der Züchtung (Hauptsache lagerfähig und genormte Größe versus Vielfältigkeit bei Geschmack und Eigenschaften, Aussehen und Erntezeitpunkt) des Anbaus (Bodenbehandlung und Umweltbelastung ) beim Vertriebssystem und letztlich beim Preis. Große Monopolisten wollen den maximalen Profit. Umweltschutz, Biodiversität, sauberes Grundwasser und gesunde Böden, Tierschutz und das Überleben von Kleinbauern spielt da überhaupt keine Rolle."

Man hat das Gefühl, dass plötzlich alles „bio“ ist. Kann man dem Label überhaupt noch vertrauen?

Sarah Wiener: "Bio ist noch immer das meist kontrollierte Label. Aber bio ist nicht gleich bio. Trotzdem sind die Biostandards höher als die konventionellen. Es gibt natürlich auch konventionelle Bauern, die wunderbare Landwirtschaft betreiben. Leider kann ich das aber dem Produkt im Supermarkt nicht ansehen. Wenn ich also die Produzenten nicht persönlich kenne, empfehle ich Lebensmittel aus ökologischem Anbau wie z. B. Demeter, Bioland oder Naturland."

Wieso sollte man auf billiges Fleisch verzichten?

Sarah Wiener: "Wer möchte wirklich Fleisch aus der Massentierhaltung essen? Es hat nichts mehr mit Genuss zu tun, wie Tiere gehalten und geschlachtet werden. Unser übermäßiger Fleischkonsum zerstört außerdem durch Überdüngung und Abholzung für das Tierfutter gesunde Böden und verseucht Grundwasser. Wir essen alle viel zu viel Fleisch, das uns nicht glücklicher, sondern nur krank gemacht hat. Andere Länder bauen für unser Vieh Soja an und leiden selbst an Hunger. Das wollen wir doch alle nicht. Besser ist es, seltener Fleisch zu essen, und dafür dann ein wirklich gutes Stück, das auch seinen Preis haben sollte. Fleisch ist das kostbarste Lebensmittel, das wir haben. Einfach einmal die Woche vegetarisch kochen und essen. Das hätte nur Vorteile und ist wirklich kein großer Verzicht. Im Gegenteil: Es gibt so herrlich wunderbare vegetarische Gerichte! Da lässt man jedes Schnitzel stehen…"

FOTOGALERIE
Sarah Wiener in England

Sarah Wiener in Großbritannien

Fish 'n' Chips mit Sauce Tartare

Zutaten für 4 Personen

Fisch:
4 große Kabeljaufilets, Backteig, Eiswasser, Weizenmehl, Backpulver, Paniermehl, Chips, festkochende Kartoffeln, Fett zum Frittieren

Sauce Tartare:
2 Eier, 1 TL Senf, 1 EL Zitronensaft, etwas Olivenöl, 1 TL Kapern, fein gehackt, 1-2 Schalotten oder Frühlingszwiebeln, fein gehackt, 1 EL Schnittlauch, 200 ml Saure Sahne (Sarah Wieners Extratipp), Salz & Pfeffer, Zitronen

Zubereitung

Fisch & Backteig

Den Kabeljau von der Schwanzflosse an aufschneiden, das Filet herauslösen und von der Haut und den Gräten befreien. Für die Panade Eiswasser mit Mehl und den restlichen Zutaten verrühren. Die Fischfilets trocken tupfen und in der Panade wenden. Anschließend für 7 bis 8 Minuten in heißem Fett frittieren, bis die Kruste goldbraun ist. Aus dem Fett nehmen und abtropfen lassen.

Chips & Sauce Tartare Das Fett in der Friteuse auf 150 °C erhitzen. Für die Sauce Tartare die Eier trennen und das Eigelb mit Senf und Zitronensaft verrühren. Anschließend unter ständigem Rühren tropfenweise das Olivenöl dazugeben, bis eine homogene Masse (Mayonnaise) entsteht. Zu der Masse Kapern, klein gehackte Frühlingszwiebeln und Schnittlauch dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sarah Wieners Extratipp:
Zum Schluss saure Sahne unterrühren und bis zum Servieren im Kühlschrank kalt stellen.

Die Kartoffeln schälen und in mittelgroße Chips schneiden. Anschließend für 8 bis 9 Minuten in dem vorgeheizten Fett der Friteuse frittieren, bis sie weich, aber noch nicht zu knusprig sind. Die Chips vorsichtig aus dem Fett nehmen und zur Seite stellen. Die Hitze der Friteuse auf 175°C erhöhen. Nachdem der Fisch frittiert wurde, erneut die Chips in das heiße Fett geben und frittieren lassen, bis sie goldbraun und knusprig sind. Die Fischfilets, Chips und die Sauce Tartare zusammen mit Zitronenspalten auf angewärmten Tellern anrichten.

Sarah Wiener in Großbritannien

Picnic (Picknick)

Zutaten für 4 Personen

Pastete:
1 Kartoffel, gewürfelt, 1 Zwiebel, gehackt, 225 g Stück Beef- oder Rumpsteak, gewürfelt, 225 g Mehl, 50 g Butter, gewürfelt, 50 g Schmalz, gewürfelt, kaltes Wasser, verrührtes Ei oder Milch, Möhren (Sarah Wieners Extratipp), Bohnen (Sarah Wieners Extratipp), Salz

Gurken-Sandwich:
1 Gurke, 125 g Butter, etwas geriebene Orangenschale, 8 Scheiben Weißbrot, ohne Kruste, 8 Scheiben Vollkornbrot, ohne Kruste, etwas frische Minze und dünne Orangenscheiben

Scones:
225 g Mehl, mit Backpulver gemischt, etwas Salz, 50 g Butter, 150 g Milch

Zubereitung

Pastete:
Den Ofen auf 220 °C vorheizen. Die Kartoffel, die Zwiebel und das Fleisch in einer Schüssel gut vermischen.

Sarah Wieners Extratipp:
Zusätzlich Möhren und Bohnen dazugeben.

Das Mehl, die Butter und etwas Wasser zu einem Teig kneten und dann ausrollen. Den Teig in vier gleichgroße Stücke teilen. Die Stücke mit dem Gemüse und dem Fleisch füllen. Die Teigecken mit Wasser befeuchten und so zusammendrücken, dass die Füllung vom Teig dicht umschlossen ist. Mit etwas verrührtem Ei oder Milch bestreichen und für höchstens 45 Minuten backen, bis die Pasteten goldbraun sind.

Gurken-Sandwich:
Die Gurke schälen und längs halbieren, dann in sehr dünne Scheiben schneiden. Die geriebene Orangenschale mit der Butter verrühren, bis diese cremig wird. Das Weißbrot mit der Orangenbutter bestreichen, mit den Gurken belegen und das Vollkornbrot darauflegen. Die Sandwiches vierteln und mit Minze und den Orangenscheiben garnieren.

Scones:
Mehl und Salz in eine Schüssel sieben. Die Butter einarbeiten, sodass kleine Teigklumpen entstehen. Anschließend die Milch dazugeben. Dann zu einem weichen Teig verarbeiten und etwa 1 cm dick ausrollen. Den Teig mit runden Plätzchenformen ausstechen und mit etwas Milch bestreichen. Bei 230 °C für höchstens 10 Minuten backen, bis die Scones goldbraun sind. Als süße Variante wird das Gebäck nach dem Abkühlen mit Butter, Schlagsahne, Streichrahm und Marmelade serviert. Alternativ können Sie die Scones auch herzhaft mit Butter und Käse servieren. Alle Leckereien verstauen und ab ins Grüne!

Sarah Wiener in Großbritannien

Sarah Wiener hat nicht nur die Küche Englands, sondern auch neue Freunde kennen gelernt.

Sarah Wiener in Großbritannien

Fish 'n' Chips muss nicht immer Fast Food sein - wer selbst angelt, braucht Zeit. Dafür schmeckt es dann viel besser.

Sarah Wiener in Großbritannien

Da kein Fisch gebraten und frittiert aus dem Wasser kommt, gehört natürlich auch das Ausnehmen zu Sarah Wieners Arbeit.

Sarah Wiener in Großbritannien

Die Star-Köchin in ihrem Element: Für Sarah Wiener ist Kochen kreativ, entspannend, befriedigend und beglückend.

Sarah Wiener in Großbritannien

Blumenkind! Die Österreicherin genoss auf ihrer Reise vor allem die schöne Landschaft.

Sarah Wiener in Großbritannien

A cup of tea... Am Nachmittag gehört Tee in England einfach dazu. Eine schöne Tradition!

Sarah Wiener in Großbritannien

Hier können Sie "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener in Großbritannien" (Zwei Discs + Rezeptbuch) für 23,99 Euro bestellen!

Video

Trailer zur DVD

Sarah Wiener in Großbritannien

Veröffentlicht in WUNDERWEIB
Tags:  
So lecker ist England
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Rezept-Galerie

Viele knusprige Crumble-Rezepte, über die sich große und kleine Krümelmonster freuen!

Zu den Crumbles
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Englische Rezepte

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Englische Rezepte sind besser als ihr Ruf. Enjoy your delicious meal!

Zu den Rezepten
Scones zum Tee

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Wir sind very amused über tolle Scones-Rezepte für die nächste Tea Time.

Zu den Rezepten

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