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Heißer Typ oder Unsympath?


Hipster: Cool & einzigartig?


Von Esther Göbel
Er trägt die angesagtesten Klamotten, wohnt im szenigsten Viertel, geht in den kultigsten Club: der Hipster. Annäherung an eine ziemlich angefeindete Spezies (der trotzdem Tausende nacheifern ...)
Hipster: Cool und einzigartig?
Foto: Ini
Dutt, schwarze Brille, Röhrenjeans, bunte Socken und Schnürschuhe sind dabei absolutes Muss. Ach, fast vergessen: der Jutebeutel natürlich auch!

Ein "ungeheuer trendiges Wesen", eine "Geschmacksverirrung auf zwei Beinen", "ein Streber der Gegenwart" soll er sein: der Hipster. Woran man schon sieht, dass die Meinungen über diesen Szenetypen, der die In-Viertel Londons, New Yorks oder Berlins erobert hat, kilometerweit auseinanderliegen. Die einen bewundern seine Coolness - die anderen finden sein Outfit und seine Egozentrik einfach lächerlich. Was genau macht ihn und sein weibliches Äquivalent, nennen wir sie Hipsterine, aber nun eigentlich aus?

Was man an der Definition dieser Spezies (siehe unten) schon mal sehen kann? Es geht dem Hipster vor allem darum, cool zu sein. Und bloß nicht so wie alle anderen! Wobei Letzteres immer schwieriger wird, denn mittlerweile hat er sich ganz schön vermehrt: Selbst die zu seinem Lifestyle weniger passenden Biotope Hamburg und München sind nicht mehr vor ihm sicher. Kulturwissenschaftler und Feuilletonisten streiten darüber, was von seinem Auftritt zu halten ist.

Der Hipster selbst versteht die ganze Aufregung um seine Person sowieso nicht - weil er sich nicht als Massenphänomen, sondern als Individualisten sieht. Kein Hipster würde zugeben, einer zu sein (vermutlich würde man sich schon bei der Frage eine einfangen ...). Er nimmt grundsätzlich nichts zu ernst, Zynismus ist sein zweiter Vorname. Nur eine Sache ist ihm wichtig: er selbst. Oder, wie Mark Greif in seinem Buch "Hipster - eine transatlantische Diskussion" schreibt: Es geht "um Abgrenzung, Narzissmus und ein Gefühl der Überlegenheit, das man mit kleinen Unterschieden produziert". Und um die ständige Selbstinszenierung. "Die Gefahr des Hipsters ist, dass seine Nerd-Brillen eigentlich wie Scheuklappen funktionieren. Von seiner Umwelt nimmt er so gut wie nichts wahr", sagte Greif jüngst in einem Fernsehinterview.

Hipster: Cool und einzigartig?
Foto: Ini
Mütze, grelle Sneakers, Polaroidkamera, "Club Mate" oder Fixie-Rad gehören zum Coolsein aber unbedingt dazu.

Das alles würde der Hipster natürlich komplett abstreiten. Er sieht sich als Teil einer Subkultur, die - ohne auf den Effekt zu schielen - schlicht durch ihr Stilgespür vorgibt, was morgen Trend wird. So zumindest war es noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als der Begriff Hipster in Nordamerika geboren wurde. Ausgehend von der Bebop-Musik der 40er-Jahre entwickelten die Schwarzen eine "Hipness", ein kulturelles Insiderwissen, das es mit sich brachte, dass sie trotz der strikten Rassentrennung in der Welt der Weißen Erfolg hatten. Die damaligen Jazzer, allen voran Thelonious Monk, spielten eine neue Musik und sahen anders aus; Monk etwa trug einen Spitzbart und jeden Tag einen anderen Hut - seine Art der Rebellion. Anhänger einer weißen Bohème kopierten schließlich den Style der Schwarzen, sie wollten genauso cool sein. Wie etwa der Musiker Harry Gibson, der sich selbst den Spitznamen "The Hipster" verpasste. Über die vergangenen Jahrzehnte verschwand dieser Szenetypus dann, es kamen die Hippies, später die Punks. Bis die Hipster um die Nullerjahre eine Renaissance erlebten und aus den Tiefen der Versenkung aufpoppten wie Pilze, die aus dem Boden schießen.

Von Subkultur aber kann heute keine Rede mehr sein. Längst ist aus dem individuellen Hipster einer von Hunderttausenden geworden, der Begriff zum Schimpfwort mutiert. Die deutsche Band Kraftclub liefert den passenden Song dazu: In "Ich will nicht nach Berlin" parodieren die fünf Herren aus Chemnitz genau jenen Typus, der sich zum Hassobjekt gewandelt hat. Vorwurf der Kritiker: Die Figur des konsumorientierten Großstädters zeichne sich durch Oberflächlichkeit ohne wahre Botschaft aus. Der Hipster sei nur eine inhaltslose Hülle. Letztlich aber bleibt die Frage: Warum all der Wirbel? Egozentriker, die gern posen, hat es immer schon gegeben. Vielleicht ist der Hipster am Ende ja doch nur auf der Höhe der Zeit? So jedenfalls sieht es Jens-Christian Rabe, Mitautor des Hipster-Buches und Feuilletonist bei der "Süddeutschen Zeitung". Für ihn ist der Hipster jemand, "der es versteht, mit den Verhältnissen umzugehen". Der an der Gegenwart interessiert ist, getrieben von Neugier und Rastlosigkeit.

Ist all das Grund genug, den Hipster zum Prügelknaben der Gegenwart zu machen? Wer keinen Bock auf "coole" Leute mit großen Brillen, bunten Fliegen und abgeranzten Jutebeuteln hat, braucht gar nicht stundenlang über sie zu lästern, um sie empfindlich zu treffen. Etwas anderes wirkt da viel besser: sie nicht weiter zu beachten.

FOTOGALERIE
Der Hipster: Heißer Typ oder Unsympath?

Zunächst einmal eine Definition dieser Spezies: Der Hipster ist zwischen Anfang 20 und Mitte 30, sein bevorzugter Lebensraum in Deutschland ist Berlin-Kreuzberg, in jüngster Zeit lässt er sich auch auf den Straßen Neuköllns beobachten.

Dort sitzt der Hipster tagsüber mit seinen internationalen Freunden am liebsten in einem Café, ernährt sich von rein veganen Speisen in möglichst kleinen Portionen und übt sich im Philosophieren über das nächste Medienprojekt, das er ganz bestimmt bald startet.

Phänotypisch erkennt man ihn an seinem Vollbart (wahlweise Schnauzer), hautengen Röhrenjeans, einem Karohemd mit Wollcardigan beziehungsweise dem leicht verlotterten Shirt.

MacBook, Jutebeutel, schwere Stiefel - und natürlich: Vollbart. Der Hipster weiß, was trendy ist. Was er allerdings nicht zu wissen scheint: Wenn alle dieselben Accessoires tragen, hat sich die Subkultur längst zum Mainstream gewandelt.

Am späten Nachmittag dann (die Kopfschmerzen der vergangenen Nacht verschwinden allmählich) wird der Hipster langsam aktiv: Seine Freundin, die Hipsterine, ruft zum Shopping. Den Vintage-Lässig-Look gibt's auf diversen Flohmärkten, bei "American Apparel" und "Urban Outfitters". Ab und zu darf es auch ein Designerstück sein, um sich von der Masse abzuheben. Alles soll nicht unbedingt schön, dafür aber möglichst krude und individuell aussehen.

Die neuen Lieblingsstücke sowie diverse Streetstyle-Vorbilder fotografiert der Hipster mit ihrer Polaroidkamera (oder mit ihrem iPhone und der entsprechenden App).

Die Bilder postet sie nach der Heimkehr auf dem eigenen Mode-Blog ...

... oder bei Lookbook.nu. Ein, zwei Kommentare und "Likes" auf Facebook müssen auch noch drin sein, bevor es am Abend losgeht zur nächsten Party ins "KaterHolzig", den neuen Berliner In-Club zwischen Mitte und Kreuzberg.

Der New Yorker Journalist und Literaturwissenschaftler Mark Greif etwa bezeichnet den Hipster als "Gefahr und Versuchung". Auch wir können uns nicht entscheiden, was wir nun wirklich von ihm halten wollen: superlässig oder bemitleidenswert? Heißer Typ oder Unsympath?

Im Internet finden sich "Anti-Hipster"-Blogs wie DieHipster.com ...

... oder Lookatthisfuckinghipster.tumblr.com.

Das Lieblingsgetränk des Durchschnitts-Hipsters: Club-Mate. Ein koffeinhaltiges, alkoholfreies Erfrischungsgetränk mit fast doppelt so hohem Koffeingehalt wie Cola. Na dann, Prost!

Hipster Olympiade in Berlin! In verschiedenen Wettkämpfen wird um den Titel "Hipster des Jahres" gerungen. Die Disziplinen: Sonnenbrillen-Weitwurf, Röhrenjeans-Ziehen oder Jutebeutel-Hüpfen. Hauptsache schön ironisch.

So schön bunt hier! Hipster und Hipsterine mixen Label und Vintage wild durcheinander.


Veröffentlicht in Maxi
Tags:   Trend Look |  Modetrends
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