Liebevolle Geburtshilfe: Wie eine Doula dir bei der Geburt helfen kann

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Doulas begleiten werdende Mütter liebevoll auf dem Weg in ihr neues Leben.
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Doulas sorgen für eine ruhige Atmosphäre bei der Geburt

Jede Frau wünscht sich in der besonderen Zeit von Schwangerschaft und Geburt sensible Menschen an ihrer Seite, die ihr dabei helfen, mit der aufregenden Situation umzugehen. Besonders in emotionaler Hinsicht wünschen sich werdende Mütter die Begleitung durch Personen, die selbst viel Erfahrung mit Babys haben und dabei helfen können, Ängste und Sorgen zu lösen.

Der Beruf der Doula war in Vergessenheit geraten ...

Eigentlich war genau das schon immer die Aufgabe von Hebammen. Doch die werden aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten immer weniger und die, die es noch gibt, müssen gerade in großen Krankenhäusern oftmals mehrere Geburten gleichzeitig betreuen . Das führt dazu, dass die Frauen unter der Geburt viel zu oft auf sich gestellt sind. An genau dieser Stelle kommen Doulas ins Spiel.

Der Beruf der Doula war schon etwas in Vergessenheit geraten. Doch jetzt, wo es immer weniger Hebammen gibt, werden sie zunehmend stärker nachgefragt. Doulas sind Frauen, die werdende Mütter durch die Zeit von Schwangerschaft, Geburt und erste Zeit als Familie begleiten. Das Wort Doula leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet „Dienerin der Frau“. Den Doulas geht es nicht darum, den Hebammen Konkurrenz zu machen. Mit medizinischen Aspekten befassen sie sich nicht. Stattdessen kümmern sie sich um die emotionale Unterstützung der Frauen.

Anne Martensen-Hundt arbeitet als Doula in Pinneberg.

„Ich passe auf Mutter und Vater auf“

„Die Unterstützung durch mich beginnt schon bei den Gesprächen vor der Geburt“, berichtet Anne Martensen-Hundt , eine Doula aus Pinneberg bei Hamburg, die selbst drei Kinder hat. „Vor der Geburt treffe ich mich zwei bis drei Mal mit der Frau und bespreche mit ihr, was sie bei der Geburt erwarten wird und welche Abläufe sie sich für die Geburt wünscht. Bei der Geburt ist es dann meine Aufgabe für eine möglichst angenehme Umgebung zu sorgen. Ich halte der Frau die Hand, streichle ihr über die Stirn, gebe ihr zu trinken, spreche ihr Mut zu oder massiere sie. Außerdem achte ich darauf, dass sie sich immer in einer angenehmen Position befindet und nicht auf dem Rücken liegen muss, wenn sie das nicht möchte. Ich habe auch ein Auge auf den Vater und schicke ihn zum Beispiel spazieren, wenn ich merke, dass ihm schon etwas schwummerig ist. Spazieren gehen, das berühmte Treppensteigen, eine Kerze anzünden – ich tue alles, um die Geburt für die Frau so angenehm und positiv wie möglich zu gestalten und ihr die Aufregung zu nehmen.“ Manchmal wird einer Doula sogar die Ehre zuteil, die Nabelschnur zu durchschneiden.

Hebammen und Doulas ergänzen sich

In Anbetracht der Tatsache, dass Doulas einen Teil der Arbeit von Hebammen übernehmen, könnte man meinen, dass Hebammen nicht allzu gut über Doulas denken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Anne Martensen-Hundt bestätigt: „Ich habe bisher immer nur positive Erfahrungen gemacht, auch in großen Kliniken. Eine Hebamme sagte mal zu mir: 'Das war sehr wertvoll, was du hier gemacht hast.' Das hat mich sehr gefreut. Wenn man als Doula die Hebammen ihre Arbeit machen lässt und sich darauf konzentriert, ihnen den Rücken freizuhalten, ergänzen Doulas und Hebammen sich wunderbar.“

Nach Angaben der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung e.V. haben Studien gezeigt, dass sich Geburten unter der Begleitung von Doulas oft verkürzen, dass die Frauen weniger Schmerzmittel verlangen und auch die Zahl der Zangen- und Saugglockengeburten oder der Kaiserschnitte sich reduziert.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Der Einsatz von Doulas muss von den Familien privat bezahlt werden. Wenn dieDoula die Familie etwa 15 Stunden begleitet, kostet das zwischen 450 und 700 Euro. Doch wer die Mittel für eineDoula nicht oder nur teilweise hat, kann auch um Unterstützung durch den Verein der Doulas in Deutschland bitten. AnneMartensen-Hundt erklärt: „Frauen, die eineDoula möchten, sind oftmals durch eine vorhergehende Geburt traumatisiert oder müssten sich sonst alleine der Geburt stellen. Diese Frauen und ihre Familien zahlen dieses Geld für mich gerne. Aber wenn jemand meineDoula-Dienste wirklich nicht bezahlen kann, unterstützt unser Verein die Familie mit einer Pauschale oder aber die Familie kann in Raten zahlen. Für das Geld haben wir bisher immer eine gute Lösung gefunden.“

Wer als schwangere Frau eine Doula sucht, kann zum Beispiel auf der Seite www.doulas-in-deutschland.de die Postleitzahl-Suche nutzen oder aber über eine Suchmaschine wie Google nach Doulas in seiner Stadt suchen.

Selbst Doula werden?

Wer selbst Doula werden möchte, sollte selbst schon ein Kind zur Welt gebracht haben und zuverlässig, geduldig und belastbar sein. Für die Ausbildung gibt es verschiedene Anbieter, Anne Martensen-Hundt hat ihre Ausbildung zum Beispiel bei Melanie Schöne von Doulas in Deutschland e.V. gemacht. Doulas arbeiten in der Regel hauptberuflich noch in einem anderen Beruf, Anne Martensen-Hundt unterstützt die Hebammenpraxis von CarmenBalke in Pinneberg und ist außerdem noch Trageberaterin. Die Ausbildung zur Doula dauert etwa 9 Monate und kostet circa 1300 Euro.

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