Lippenbekenntnisse

lippenbekenntnisse
Über die Magie des weiblichen Lustzentrums
Foto: Thinkstock

Kolumne: Sex to go

Fast jede zweite Frau hat ein gespaltenes Verhältnis zu ihrer Vagina. Warum gucken wir uns nicht etwas vom Besitzerstolz der Männer ab? Schließlich ist unser Lustzentrum der magischste Körperteil von allen.

Viele Namen für die Vagina

Die Vagina hat viele Namen und die geläufigsten klingen nach flauschigen Haustieren: Muschi, Mumu, Pusch oder Pussy. Da sollte man doch meinen, dass dies ein Körperteil ist, der besonders geliebt und gehätschelt wird. Stattdessen hat Studien zufolge fast die Hälfte aller Frauen ein promblematisches Verhältnis zu ihrer Vagina. Aus Unsicherheit, aus Ignoranz, aus „Gschamigkeit“. Und das hat sie einfach nicht verdient, denn die Vagina ist einfach großartig.

Das Profane zuerst: Sie stört nicht. In meinem Spinningkurs gibt es immer diesen Moment, wenn die Männer sich aufs Bike hieven und man ihren Gesichtern ansieht, dass die schmalen Sättel jetzt doch arg unbequem sind im Schritt. Mit einer Möse alles kein Problem. Mädels können enge Hosen anziehen, ohne sich ins linke oder rechte Hosenbein sortieren zu müssen.

Klitoris, G-Punkt und Co.

Außerdem ist eine Vagina unglaublich diskret. Wir können so wuschig sein wie nur was, nie bilden sich gürtelabwärts peinliche Zelte. Selbst in ihrer Erregung bleibt sie verschwiegen. Ich halte es ja für extrem kontraproduktiv, Orgasmen zu faken, aber es ist nett zu wissen, dass ich es könnte, wenn ich wollte.

Sehr viel schöner als Begeisterung vorzutäuschen, ist es allerdings, die vielen Lustpunkte zu nutzen, die eine Mumu zu bieten hat: die Klitoris, den G-Punkt, den Möseneingang oder die Bitschen, zu denen ich bewusst nicht Schamlippen sage, weil das Ganze mit schämen nichts zu tun hat. Die Reizung jeder dieser Zonen fühlt sich anders an. Und im besten Fall kommt es zu einem Wunderwerk der Natur und da können die Männer echt neidisch werden: multiple Orgasmen! Und selbst wenn es einen nicht kosmisch durchschüttelt, mehrere Orgasmen in relativ kurzen Abständen nacheinander packt eine gut gelaunte Vagina locker.

Frauen müssen sich wehren

Und nicht zuletzt: Eine Vagina ist schön! Wenn man einen Handspiegel nimmt und sich untenrum betrachtet, sieht man, dass die Muschi Ähnlichkeit mit einer Orchideenblüte hat. Und so wie jede Blüte einzigartig ist, ist auch jede Vagina ein Unikat. Es gibt keine Schönheitsrichtlinien und es kann sie auch nicht geben. Wer das aber behauptet und damit die ekelhaften und äußerst riskanten Prozeduren der Gynoplastik, also Schönheits-OPs im Intimbereich, unterstützt, ist einfach nur frauenfeindlich.

Warum wehren sich Frauen oft nicht gegen solche Unverschämtheiten? Warum dulden sie blöde Witze über Fischgeruch und überlaufende Feuchtgebiete? Weil kleinen Mädchen nicht vermittelt wird, dass sie da etwas Tolles von Mutter Natur mitbekommen haben. Kleine Jungs pinkeln mit Papi das Feuer aus und Mutti spricht stolz über den Pillermann. Für Mösen gibt es in der frühkindlichen Erziehung oft nicht mal ein Wort.

Die Vagina - „Der Ursprung der Welt“

Später kommen dann diese bescheuerten Werbespots dazu, die uns vermitteln, dass wir ständig auslaufen und trockengelegt werden müssen. Ich habe Freundinnen, die sich täglich einen Tampon hineinschieben, weil sie glauben, dass sie sonst zu feucht wären, und andere, die regelmäßig Intimwaschlotionen verwenden und damit die Scheidenflora stören. Körperflüssigkeiten bei Frauen werden völlig überschätzt.

Eine gewaschene, gesunde Muschi müffelt nicht, sondern duftet und schmeckt ganz zart salzig, was Männer übrigens kirre machen kann. Schlaue Männer verehren unsere Pussy, wie der Maler Gustave Courbet in seinem berühmten Gemälde „Der Ursprung der Welt“, das eine bildfüllende Vagina zeigt. Und nichts weniger ist sie: der Ursprung der Welt. Darauf können wir doch ruhig ein bisschen stolz sein!

Erotik: Sex-Tipps auf COSMOPOLITAN Online >>

Massage: Antörnende Handgriffe auf SHAPE Online >>

Kategorien: