Low Carb, low Karma!

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Abnehmen: Low Carb, low Karma!
Foto: Thinkstock

Kolumne: Pssst

Nudeln machen glücklich! Aber wie fühlt es sich an, wenn man auf sie verzichtet? JOY-Redakteurin Britta Holzmann hat den Kohlenhydrat-Entzug gewagt.

An sich liebe ich Müsli am Morgen, mittags Brezel zum Salat und einen Fruchtjoghurt zwischendurch. Bis ich neulich als Prävention für den Winterspeck eine Wellnesskur im Allgäu buchte und dort erfahren musste: alles Dickmacher! Nicht fetter Käse oder Eier mit Speck machen uns rund, sondern die Kohlenhydrate. LOGI heißt das neue Zauberwort. Was lustig wie Jogibär klingt, steht für einen niedrigen Blutzucker- und Insulinspiegel (Low Glycemic and Insulinemic Diet) – und diesen zu erreichen, ist leider gar nicht spaßig!Das spürte ich bereits am ersten Tag meiner Abspeckwoche : Nach einer vierstündigen Wanderung auf einen nahegelegenen Berg – die Pulsuhr zeigte 1.300 (!) verbrannte Kalorien an – knurrte mein Magen wie ein abgerichteter Rottweiler und ich freute mich mittags auf eine deftige Sportlermahlzeit. Doch was bekam ich serviert? Etwas Fisch mit Gemüse. Sättigungsgefühl? Null! Sogar abends nach Bergen von Salat, Käse und gekochten Eiern brüllte mein Magen noch: „Hunger!“

Abnehmen mit wenig Obst und viel Sport

Nächster Tag, nächste Hiobsbotschaft: Nur zwei Stücke Obst am Tag sind erlaubt wegen des bösen Fruchtzuckers und wer gerne einen fertigen Fruchtjoghurt löffelt, kann gleich zehn Zuckerwürfel lutschen. Unter der LOGI-Quarantäne klappte die Umstellung ja noch, aber was würde passieren, wenn ich auf mich allein gestellt bin? Tag eins zu Hause begann mit zwei Stücken Obst und Quark – ohne Müsli war ich bereits um zwölf am Verhungern. In der Mittagspause peilte ich mit den Kolleginnen unseren Lieblingsitaliener an – das reinste Kohlenhydrate-Schlaraffenland.

Während die anderen munter bestellten, tobte in meinem Kopf ein hitziger Konflikt. Der Teufel lockte mit „Pizza, Pasta, Pronto!“, der Engel mahnte: „Nein, denk an deinen Hintern!“ Dass ich plötzlich diese Stimmen im Ohr hatte, lag sicher an der Unterzuckerung. Bei meiner Bestellung „Minestrone ohne Ciabatta“ verging dann sogar dem Kellner das Lachen. Zum Nachtisch probierte ich im Coffeeshop einen Milchshake ohne Zucker. Eine Beleidigung für die Geschmacksnerven! Statt mit Kuhmilch ordere ich ihn inzwischen mit aufgeschäumter Sojamilch. Schmeckt viel cremiger, übrigens auch im Kaffee!

Vier Kilo abnehmen in drei Wochen

Aber wenigstens hat sich die Tortur gelohnt: Ich habe vier Kilo in drei Wochen verloren und mein Bauch ist flacher als ein Oli-Pocher-Witz. Deutlich abgespeckt hat allerdings auch meine Laune und die meines Freundes! Als ich neulich Nudeln aus Zucchinistreifen kochte, sah mich mein Liebster an, als hätte ich gerade seine Playstation zum Fenster rausgeworfen. Mit dieser Aktion habe ich mich so beliebt gemacht wie Kate Moss mit dem Satz: „Nichts schmeckt so gut, wie Dünnsein sich anfühlt.“ Was völliger Humbug ist, liebe Kate! Ich jedenfalls gönne mir ab jetzt jeden Sonntag eine große Portion Pasta, bis mein Bauch platzt – vor lauter Glückshormonen!

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