Luk Piyes: „Ich will Frauen glücklich machen“

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Luk Piyes
Foto: Serhat Hayri

Star-Interview mit Luk Piyes

Schauspieler und Model Luk Piyes hat alles, was sich Frauen wünschen. Im Interview erzählt er über seine Jugend, seine Zeit nach „Kanak Attack“ - und wieso er immer noch Single ist ...

Er hätte ein Idol wie Elyas M’Barek werden können: Bereits 2000 mit „Kanak Attack“ als Shootingstar bejubelt, arbeitete Luk anschließend lieber wieder als Streetworker. Jetzt feiert er mit der schrullig-herzlichen Komödie „Einmal Hans mit scharfer Soße“ sein Comeback im deutschen Kino – und trotz Nebenrolle ist er uns sofort aufgefallen.

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JOY: Sie haben eine türkische Mutter, sind aber in Deutschland geboren und aufgewachsen. Steckt in Ihnen mehr Hans oder eher die scharfe Soße?

Luk Piyes: Ich bin in erster Linie ein Kölsche Jung: Frohnatur, warmherzig und gesellig. Aber auch ein krasser Familienmensch, das ist dann vielleicht meine türkische Seite.

Sind Sie selbst in einer Großfamilie aufgewachsen?

Naja, mein Viertel in Köln war meine Familie. Das waren ungefähr 60 Leute. Da meine Mutter meine beiden Schwestern und mich alleine großzog, war sie oft unterwegs und musste Geld verdienen. Also hatte ich einige Pflegemamas aus unterschiedlichen Nationen.

Kann man sagen, Sie haben damals in einem Brennpunkt gelebt?

Ja, es war schon ein kleines Arbeiterghetto bestehend aus Türken, Russen, Griechen. Klar gabs da auch Leute, die gewaltbereit waren und Drogen genommen haben. Aber trotz der unterschiedlichen Kulturen haben wir zusammengehalten, Fußballspiele gegen andere Viertel organisiert oder uns gemeinsam zum Barbecue am Rhein getroffen.

Apropos Barbecue: Im Film spielt Kochen eine zentrale Rolle . Können Sie gut kochen?

Sehr gut sogar! Ich habe mit 16 freiwillig den Hauswirtschaftskurs in der Schule belegt. Zusammen mit lauter Mädels. Da habe ich alles gelernt – vom Chili con Carne über Chinesisch bis zum Sushi. Ich hab dafür ne Eins bekommen und musste nie hungrig nach Hause gehen.

Mit welchem Gericht würden Sie heute eine Frau bezirzen?

Die Frau von heute achtet ja sehr auf ihre Figur. Also müsste ich wohl versuchen, ihr Herz mit einem Gemüse-Curry oder einem Rucolasalat mit Walnüssen zu erobern (lacht).

Sie sind also momentan Single?

Ja, aber auf der Jagd. Ich möchte unbedingt eine Familie gründen , Kinder haben und zwar mit der Frau, die ich liebe.

Im Film möchten Sie keine türkischen Frauen daten. Was unterscheidet sie von deutschen?

Mein Film-Alter-Ego Ali hat vermutlich Angst vor den zehn Brüdern (lacht).

Und welchen Typ bevorzugen Sie privat?

Nicht die Herkunft ist wichtig, sondern dass sie das Herz am rechten Fleck hat. Schönheit hat für mich nichts mit dem Äußeren zu tun, Supermodels finde ich eher abschreckend . Früher habe ich immer gesagt: Eine Frau soll mich glücklich machen. Heute frage ich mich: Kann ich sie glücklich machen?

Vor 14 Jahren lagen Ihnen nicht nur die Frauen, sondern ganz Deutschland zu Füßen: Durch die Hauptrolle im Überraschungshit „Kanak Attack“ wurden Sie über Nacht als neuer Kinostar gefeiert. Was ist danach passiert?

Ich hab zig Angebote bekommen, aber sollte eben weiterhin den Paradetürken spielen. Darauf hatte ich keinen Bock. Seit ich 16 bin, arbeite ich als Streetworker und organisiere für Teenies auf der Straße Basketballspiele oder Theatergruppen. Mein Beweggrund, Filme zu drehen, war der, dass ich meinen Kids ein Vorbild sein wollte. Die Nummer als Posterboy und Werbestar wäre einfach verlogen gewesen.

Worauf haben Sie sich stattdessen konzentriert?

Ich habe mein Jura-Studium weiter verfolgt und mit der Gage einen sozialen Verein gegründet. Bis heute gebe ich regelmäßig Seminare in Deutschland und der Türkei gegen Gewalt und Drogen. In der Türkei, wo ich auch in einigen TV-Serien mitspiele, nutze ich meine Bekanntheit, damit die Kids auf mich hören. Wenn Beyoncé in eine Grundschule geht und erklärt: Putzt jeden Abend eure Zähne – dann klappt das ja auch! (lacht).

Okay, halten wir fest: Sie sind nicht oberflächlich, können kochen und engagieren sich sozial. Wo ist der Haken?

Wahrscheinlich ist es mein Sport.

Aber das ist doch kein Haken!

Doch, zumindest wenn man sich wie ich beim Boxen schon zwei Handgelenke und fünf Rippen gebrochen hat!

Das kam bestimmt nicht gut bei Ihrer Model-Karriere ...

Nee, aber das war sowieso nicht mein Ding. Ich hatte den Wettbewerb „Gesicht des Jahres“ 1995 gewonnen und wollte mein Studium damit finanzieren. Also bin ich nach Mailand gegangen. Für Gianni Versace, der damals noch gelebt hat, sollte ich Badehosen vorführen. Beim Fitting fragte ich nach einer Umkleidekabine und wurde sofort rausgeschmissen.

Trotz dieser Pleite wollten Sie es auch in Hollywood wissen, haben fünf Jahre in Los Angeles gelebt und die weltberühmte Lee-Strasberg-Schule besucht. Wie ist es dort gelaufen?

Ich wurde tatsächlich für „X-Men“ gecastet . Von 1.000 Bewerbern kam ich unter die letzten zwei und hatte die Chance, den blauen Mutanten zu spielen. Leider ging die Rolle an Nicholas Hoult.

Momentan leben Sie in Istanbul. Haben Sie noch einen Insider-Tipp für uns?

Unbedingt in den Stadtteil Eminönö gehen. An der Galata-Brücke links befinden sich Fischerboote. Dort kriegt man den besten frischen Fisch der Stadt mit einem Salat dazu für nicht mal 1,50€.

(Fotos: Serhat Hayrı)

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