Männer aus dem Netz

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Online-Dating

Per Mausklick zum Liebesglück: Nach einer aktuellen Studie nutzen 47 % der Singles das Web als Kontaktbörse. In unserem Special berichten JOY-Leserinnen, was sie dabei erlebten: Glücksgriffe und unsägliche Reinfälle. Dazu präsentieren wir die besten aktuellen Dating-Sites und nennen die Dos & Don'ts beim Online-Flirt

Vom Internet ins EhebettAnna, 25, PädagoginRoland, 29, E-TechnikerDass ausgerechnet ich meine große Liebe im Internet fand, beweist, dass es dort eigentlich genauso zugeht wie im wahren Leben draußen auf der Straße. Ich war nämlich gar nicht aktiv auf Partnersuche - und doch passierte es! Roland und ich sind beide Mitglieder der Social-Network-Site MySpace. Er präsentiert dort seine Metalcore-Band "State Of Noise", ich schrieb ihm Anfang 2006 ein Kompliment für seine Songs, denn ich bin Fan dieser Musikrichtung. Roland fragte mich nach Auftrittsmöglichkeiten in meiner Heimatstadt Nürnberg, so begann ein loser Kontakt.Erst als wir ein Telefonat vereinbarten, begann ich, mich für ihn zu interessieren. Seine Art zuzuhören faszinierte mich! Wir begannen zu mailen, Roland wurde mein Tagebuch, dem ich alle meine alltäglichen Geheimnisse anvertraute - auch über meine damalige, nicht mehr sehr glückliche Beziehung. Am 8. Juli 2006 trafen wir uns erstmals auf einem Rockfestival. Ich hatte weiche Knie, dabei war er eigentlich gar nicht mein Typ! Aber da kannte ich ihn längst zu gut, als dass Äußerlichkeiten noch einen Unterschied gemacht hätten. Im Juni 2007 haben wir geheiratet, im August bin ich zu ihm nach Paderborn gezogen!

Am Anfang und Ende stand ein wunderbarer UnfallWibke, 26, KunstwissenschaftsstudentinAlex, 31, Grafikdesigner"Erinnerst du dich an mich? Du bist mir beim 'Ignite”˜-Konzert auf den Fuß getreten." Das waren die ersten Worte, die Alex über MySpace an mich richtete. Er war damals wohl zu schüchtern, mich anzusprechen. Wie gut für uns beide, dass er mich auf diesem Portal entdeckte! Natürlich sah ich mir sein Profil an - und mir gefiel, was ich sah. Er hatte als Grafikdesigner tolle Kampagnen gestaltet, außerdem war er sexy und hatte eine süße Nase. Ich schrieb zurück, danach mailten wir uns regelmäßig. Er schrieb Sachen wie: "Deine Nachrichten machen meinen Tag erst komplett", wir diskutierten per Mail über Kunst, ich war hin und weg!Alex wohnte damals in Düsseldorf, ich in Witten, deshalb dauerte es sechs Wochen, bis wir uns das erste Mal trafen. Wir verabredeten uns, gemeinsam die Matisse-Ausstellung im Januar 2006 zu besuchen. Es war das beste erste Date aller Zeiten! Wir gingen Hand in Hand, schauten uns die Bilder an, redeten über Kunst ... Er war der Mann, den ich immer gesucht habe! Neun Monate später war ich schwanger - ein wunderbarer Unfall, der Emma heißt!

Autonarren, Landeier - aber kein TrefferAnja, 27, Industriedesignerin Dating im Netz? Das hat sich für mich erledigt - zu viele Frösche! uboot.com und ilove.de hießen meine Lieblingsportale, über diese Kontaktbörsen habe ich bestimmt 20 Männer getroffen. 2004 wohnte ich während meines Studiums in einer WG in Magdeburg. Es war unser Hobby zu flirten und sich dann gegenseitig die Geschichten in der Küche zu erzählen. So kam es, dass ich mich teilweise zweimal pro Woche mit Internet-Bekanntschaften traf - die meisten waren Desaster! Im besten Fall ergaben sich daraus nette Freundschaften, richtig gefunkt hat es aber nie. Heute erinnere ich mich vor allem an die wirklich schlimmen Dates: Ein Typ fuhr mich die ganze Zeit im Auto durch die Gegend, da er das besser fand, als in einem Café zu sitzen.Zur Krönung kaufte er an der Tanke eine Flasche Billigwein. Und dann wollte er mich anschließend auch noch unbedingt wiedersehen! Vielen Dank! Ein anderer war ein absoluter Dorftrottel, der noch nie aus seinem Ort rausgekommen war. Als ich ihm erzählte, dass ich viel reise und auch schon in New York und Holland gelebt habe, konnte er das absolut nicht verstehen. Zum Glück hat er sich dann recht schnell verabschiedet - und ich war Gott sei Dank erlöst. Am Ende war ich in der WG immer diejenige mit den witzigsten Geschichten, aber befriedigt hat mich das nicht.

Der dümmste Spruch gewinntShirani, 22, SozialwissenschaftsstudentinPhilipp, 24, SportstudentPhilipp habe ich vor fast anderthalb Jahren im Studentenportal StudiVZ kennen gelernt. Dort gibt es für fast alles ein Extra-Forum - für Mitfahrgelegenheiten, für Salsatänzer und auch ein "Underground"-Forum für alle, die gerne in den gleichnamigen Kölner Club gehen. Dort tratschte ich öfter im Chat, auch mit Philipp. Gerade sein blödester Spruch sagte mir, dass wir zusammenpassen! Es ging darum, wer die bescheuertste Anmache kennt. Philipp schrieb: "Schöne Beine, wann haben die geöffnet?"Ich fiel fast vom Stuhl vor Lachen und habe ihn direkt angeschrieben. Das war im Herbst 2006. Richtig gefunkt hat es zwischen uns jedoch erst, nachdem wir uns zwei Wochen später "live" getroffen hatten - natürlich im "Underground". Seitdem sehen wir uns fast täglich und ich kann mir gut vorstellen, dass wir heiraten und Kinder kriegen werden - aber erst wird fertig studiert!

Virtuelle Helden & echte IdiotenStephanie, 24, ChefsekretärinDrei Dates hatte ich aus dem Internet - und ich finde: Es waren drei zu viel! Der Unterschied zwischen dem, was mir "angeboten" wurde, und der Realität war erschütternd! Mark etwa lernte ich bei lokalisten.de kennen, beim Chatten fand ich ihn supernett, sodass wir uns verabredet haben. Das erste Date im Kino war dann der Kracher: Mark war sehr klein und dick - ganz anders als in seinem Online-Profil - und ließ mich auch noch die Kinokarte selbst bezahlen. Sogar das hätte ich akzeptiert. Aber nach dem Film raste er umgehend nach Hause und ließ mich im Regen stehen."Bin wohl nicht sein Typ", dachte ich mir da. Am nächsten Tag kam eine SMS: "Das Date war super, wann kann ich dich wiedersehen?" Ein echter Spinner! Danach wollte ich niemanden mehr persönlich kennen lernen, bis ich auf Ian stieß: gut aussehend und wie ich geschädigt von einer langjährigen Beziehung. Er mailte mir süße Sätze: "Ich bekomme mein Bett ohne dich nicht warm, das ist, als ob man einen 7er-BMW mit einem Ein-Liter-Motor heizen möchte." Als wir uns trafen, prickelte es sofort! Doch er redete nur von seiner Exfreundin - bis die dann während des Dates auch noch anrief! Nummer drei sagte mir gleich, dass ich nicht sein Typ sei. Sehr freundlich! Seitdem lasse ich das mit dem Internet-Dating, auf noch eine Enttäuschung habe ich keine Lust.

Vorsichtig bis zum ersten DateDaria, 26, LiteraturstudentinStephan, 32, TotechnikerEin Zitat auf meinem meetic.de-Profil brachte uns zusammen. Ich weiß kaum mehr, was mich bewog, mich dort einzutragen - eine Mischung aus Langeweile und Neugierde, was für Typen sich melden. Das Profil war ohne Foto, dafür mit einem Satz aus meinem Lieblingsbuch "Bis ich dich finde" von John Irving. Erst kamen nur doofe Mails , doch im Februar 2006 schrieb mir Stephan.Er fragte nach dem Zitat - und entpuppte sich als bezaubernder Mensch: gefühlvoll, ehrlich und sehr schüchtern. Außerhalb des Internets hätte er mich wohl nie angesprochen! Ich war dennoch vorsichtig: Beim ersten Date ließ ich mich von einer Freundin anrufen. "Ich bin's, Mutti, ich bin im Krankenhaus", sollte sie sagen. Es war unnötig. Und im Juni 2007 haben wir uns verlobt!

Begegnung mit einem StalkerJana, 25, BürokauffrauSunnys Mail auf meine Suche bei friendscout24 war eigentlich süß, wir standen beide auf Trickfilme und kannten jede Folge von "Spongebob". Drei Tage nach dem Chat trafen wir uns in meiner Heimat Augsburg und schlenderten durch die Stadt, flirteten, küssten uns. Aber noch bevor wir das erste Mal Sex hatten, zwei Tage nach dem ersten Date, schleppte er mich zu seinen Eltern. Seine Ma war begeistert, wollte mich direkt in die Familie aufnehmen und in eine größere Wohnung ziehen, damit genug Platz wäre.Gleichzeitig begann Sunny damit, sich meinen Namen auf den Rücken tätowieren zu lassen - angefangen mit dem J und A. Ich kannte ihn gerade eine Woche und war total schockiert! Ich zog mich zurück, doch er fing an, mich zu kontrollieren, fuhr hundertmal meine Straße entlang, machte Telefonterror . Ich musste die Nummer wechseln und vier Wochen bei einer Freundin wohnen! Eins habe ich gelernt: Den nächsten Mann suche ich mir im Supermarkt.

Der Funke sprang beim ersten Treffen überCarolin, 24, MedizinstudentinChris, 29, ProducerWeil ich mit meiner Tochter Alicia (4) und meinem Medizinstudium sehr eingebunden bin, gehe ich in meiner Freizeit kaum aus. Dafür surfe ich leidenschaftlich auf StudiVZ. Anfang 2007 entdeckte ich dabei Chris - als Kontakt einer guten Freundin. Ich habe lange überlegt, wie ich auf ihn zugehen soll. Schließlich schrieb ich eine E-Mail , die Kontaktfunktion der Site war mir zu unpersönlich. Wir schrieben uns zwei Wochen lang hin und her, er in Köln und ich in Leipzig. Zufällig mussten wir am gleichen Tag im März 2007 nach Hamburg.Unser erstes Treffen war total unromantisch - morgens um 10 Uhr auf der Reeperbahn, es war bitterkalt. Der Funke sprang trotzdem über. Die nächsten zwei Wochen haben wir viel online gechattet - dann fuhr ich zu ihm nach Köln, ich musste ihn unbedingt wiedersehen. Wir redeten und redeten, irgendwann küssten wir uns. Jetzt haben wir ein Jahr Fernbeziehung hinter uns, im Juli ziehe ich mit Kind und Hund nach. Sind Sie reif für die Internet-Liebe? Testen Sie sich! Mitreden im Forum! Die besten Flirttricks im Überblick