Männer verstehen lernen: So lieben Männer

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Eigentlich ist doch alles ganz einfach - wenn man mal genau in sein Herz hineinhört ...
Foto: Josh Hodge/istockphoto

Wie Männer lieben ... und was wir uns von ihnen abgucken sollten

Manchmal sind sie ziemlich ruppig. Oder unsensibel. Dahinter verbirgt sich eine ganz andere Sicht auf die Liebe - von der wir uns ein bisschen was abgucken können ... Männer verstehen, so geht's!

Auch wenn ein Paar sich im Grunde super versteht, tauchen sie doch immer wieder auf: kleine Alltagssituationen, die eine Frau total vor den Kopf stoßen. Weil ein Spruch oder eine Reaktion von ihm so lieblos wirken, als käme er von einem anderen, ziemlich unterkühlten Stern.

Hinter seinem Verhalten verbirgt sich aber eine ganz andere Sichtweise auf die Liebe - die oft sogar einiges für sich hat. Deshalb haben wir hier mal ein paar typische Szenarien skizziert. Und die Gedanken und Gefühle, die ihn bewegen, unter die Lupe genommen. Männer verstehen, los geht's:

SIE: "Wollen wir heut' Abend was bestellen oder soll ich was kochen?"

ER: "Wie du magst."

SIE: "Am Sonntag 'Tatort" gucken oder lieber 'nen Film ?"

ER: "Mir egal." SIE: "Willst du im Abteil sitzen oder im Großraum?"

ER: "Entscheide du."

Wie du magst. Mir egal. Entscheide du. Mann, kommt das gleichgültig rüber. Als ob ihm ohnehin nichts daran liegt, wie man zusammen die Zeit verbringt. Das denkt man dann als Frau - und steckt in einem typischen Mann-Frau-Dilemma fest. Und in einem riesigen Irrtum. Denn ein Mann, der Ihnen alle Entscheidungen überlässt, dem sind Sie nicht egal. Im Gegenteil.

"Männer überlassen der Frau, die sie lieben, die Führung", bestätigt der Berliner Psychologe Christian Thiel. Und zwar in allen Details, weil die für Männer nicht so wichtig sind wie für uns, wenn sie sich generell in der Beziehung aufgehoben fühlen. Frauen dagegen wünschen sich, dass auch die Rahmenbedingungen perfekt sind. Damit der Abend, ein Essen oder auch eine Reise besonders schön wird. Männer sind da ganz anders. Psychologe Thiel: "Solange das große Ganze stimmt, sind sie glücklich." Nach dem Motto: "Ist doch wurscht, wo ich mit dir sitze oder wohin wir fahren - Hauptsache, wir sind zusammen."

Ein weiter wichtiger Punkt ist: "Frauen sehen die Liebe eher wie ein Brot, was jeden Tag frisch gebacken werden muss", so Thiel. "Für Männer ist sie wie ein Edelstein. Sie stecken ihn ins Schatzkästchen und fertig." Das heißt: Männer sind gern ein bisschen faul in der Beziehung - aber eben auch beneidenswert entspannt.

Ihr Urvertrauen und ihre Happy-End-Mentalität können jedoch nicht nur bei der Abendplanung zu Irritationen führen, sondern auch zu kleinen verletzenden Stichen mitten ins Herz.

SIE: "Du Schatz, wie wär's mit Ibiza im September?"

ER: "Ja super Idee, da war ich mal mit meiner Ex. Die Insel ist wirklich schön!"

Uff, wie unsensibel. Was denkt er sich nur? Dass wir einen Remake-Liebesurlaub machen wollen? Womöglich noch im selben Hotel? Quatsch! Liebende Männer verpassen uns meist ganz unabsichtlich solch kleine Tiefschläge. Weil sie sich in einer glücklichen Beziehung wahnsinnig sicher fühlen. "Sie lehnen sich nach einer Weile einfach zurück", sagt Psychologe Thiel. Glauben, dass nichts die Gefühle füreinander erschüttern kann - und unterstellen uns natürlich, dass wir genauso denken. Dass wir die gleiche Sicherheit haben und keinerlei Zweifel an ihrer Liebe. Also reden sie frei von der Leber weg - auch über ihre Ex und den gemeinsamen Urlaub damals.

Foto: Josh Hodge/istockphoto

SIE: "Würdet ihr mit eurem Freund an den gleichen Ort fahren, an dem er mit seiner Ex war?"

Kommen wir zur Abwechslung mal zu einer typisch weiblichen Macke: Statt uns blind darauf zu verlassen, dass schon alles mit ihm und uns in Ordnung sein wird, sichern wir uns gern doppelt und dreifach ab. Indem wir reden. Mit unserer Freundin, unserer Mutter, unserer Schwester. "Frauen beschäftigen sich generell mehr mit ihren Gefühlen als Männer", sagt der Berliner Psychologe Christian Thiel. Und analysieren gern gemeinsam.

Die Gefahr dabei: Jede Freundin gibt ihren Senf dazu. Erst recht, wenn sie mit einem Mann nach einem ähnlichen "Alarmsignal" schon mal ein Riesen-Fiasko erlebt hat. Fazit: Am Ende des Mädelsabends ist aus unserem kleinen Zweifel ein Riesenproblem geworden. Und wir sind verunsicherter als vorher.

Dass könnte einem Mann nicht passieren. Denn: "Männer holen sich selten eine zweite Meinung ein", sagt Thiel. Sie verlassen sich mehr auf ihr Bauchgefühl. Klar, manchmal würde es ihnen helfen, nicht alles allein auszubrüten. Aber diese lockere Haltung bewahrt sie auch vor zu viel Grübeleien. Und die Beziehung wird nicht wegen jeder Kleinigkeit sofort in Frage gestellt.

ER: "Kuss!"

Ob ein Mann in der Beziehung ein Kuschelbär ist oder ein Stachelschwein, hat nichts mit seiner Beziehung zu seiner Mami oder seinen Ex-Freundinnen zu tun. Vielmehr haben wir es selbst in der Hand, wie schmusig unser Kerl mit uns umgeht. Der Psychologe weiß: "Je früher man Mini-Zärtlichkeiten in eine Beziehung integriert, desto mehr fordern Männer sie später auch ein."

Rituale - so lautet das Zauberwort. Der Begrüßungskuss, wenn wir zur Tür reinkommen. Das Händchenhalten, wenn wir zusammen zum Supermarkt laufen. Die Runde Bauchkraulen vorm Einschlafen. Männer verstehen und schätzen solche liebevollen Gesten mehr, als wir vielleicht angenommen haben. Und wollen sie nicht mehr missen. Auch nach vielen Jahren nicht - während wir Frauen uns vielleicht nach einem neuen, überraschenden Zärtlichkeits-Kick sehnen.

Um von ihm zu kriegen, was wir uns wünschen, müssen wir Initiative ergreifen: Also einfach machen! Wenn man diese unerfüllte Sehnsucht aber vorher bereden will, kommt es auf den richtigen Tonfall an.

SIE: "Lass uns doch mal mittags zum Knutschen im Park treffen"

Männer haben eine unsichtbare "Schuld-Zentrale" in der Ohrmuschel, die dafür sorgt, dass sie viele Wunschäußerungen von uns Frauen als Kritik an ihrer Person verstehen. Wir sagen: "Mir fehlt unser Kuscheln!" Er versteht: "Du kuschelst nicht genug mit mir!" Wir sehen das als Projekt, das wir gemeinsam angehen können. Er denkt, er ist schuld an dem "Problem" und muss es nun ganz alleine lösen. Viele Männer ziehen sich daraufhin zurück.

Hier gilt es, sich an der Schuld-Zentrale vorbeizumogeln. Das gelingt durch geschickte Formulierungen. Besonders erfolgversprechend sind Sätze, die mit "Lass uns doch mal ..." beginnen. Denn damit sind ja unverkennbar zwei Leute gemeint. Und nach Kritik klingt das (selbst in Männerohren) überhaupt nicht.

Dass Männer und Frauen die Liebe so unterschiedlich sehen, ist manchmal also ganz schön anstrengend. Aber auch spannend. Und sogar spaßig. Wie eine aufregende Abenteuerreise. Und auf der leiht man sich ja oft Dinge vom anderen, die man selbst nicht im Gepäck hat ...

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