Maeve O’Boyle: Stimmwunder aus Schottland

maeve o boyle

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Showtime

Sie spielte schon im Weißen Haus, vor dem Papst – und jetzt auch bei uns in der Redaktion. Überall begeistert Maeve O’Boyle (26) mit ihren lyrischen Pop-Songs. Mit Laura-Kollegin Uta Paulus sprach sie über ihre Musik und ihr Leben auf Tournee.

Gänsehaut-Gefühl beim Minikonzert in der Laura-Redaktion: Als Maeve O’Boyle mit der Gitarre in der Hand ihr Lied „Brothers in Arms“ singt, zieht sie uns in ihren Bann. Mit ihrer kraftvollen und doch sanften Stimme und Liedern, die Geschichten erzählen, erobert Maeve O’Boyle gerade Deutschland.

„Brothers in Arms“ ist ein Lied aus Sicht eines Soldaten. Wer hat dich dazu inspiriert?

Ich kam mit einem ehemaligen britischen Soldaten ins Gespräch. Er erzählte mir vom Krieg in Irland.

Warum hat dich seine Geschichte so sehr berührt?

Meine Eltern stammen aus Irland, zogen dann nach Schottland. Ich kannte immer nur ihre Sicht auf den Konflikt. Durch ihn lernte ich auch die Sicht der Briten kennen.

Sogar im Weißen Haus bist du schon mit dieser Anti-Kriegs-Ballade aufgetreten.

Ich habe vor US-Soldaten gesungen. Der Präsident war aber nicht da …

Dafür hat dich Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch 2010 in Glasgow gehört. Wie kam das?

Ich bekam einen Anruf, ob ich vor einem besonderen Gast singen will. Natürlich sagte ich Ja, wusste aber nicht, um wen es sich handelt. Das erfuhr ich erst kurz vorher. Ich war sehr aufgeregt – es war ein wunderbarer Moment.

Haben dich deine Eltern in Sachen Musik immer unterstützt?

In einer irischen Familie, die in Schottland lebt, wächst man mit Musik auf. Mit 13 habe ich mir das Geld für meine erste Gitarre zusammengespart, bin in Folk-Clubs und Gemeindezentren aufgetreten. Mit 16 verließ ich die Schule. Meine Eltern gaben mir ein Jahr Zeit, um es mit der Musik zu versuchen. Zum Glück habe ich tatsächlich einen Plattenvertrag bekommen.

Inzwischen bist du oft auf Tournee. Bist du gern unterwegs?

Ja, ich liebe es, neue Städte kennenzulernen. Dort gehe ich dann auch gern mal shoppen oder zum Friseur. Meine neue Kurzhaarfrisur habe ich mir gestern in Kiel schneiden lassen. Eine spannende Erfahrung, da ich kein Deutsch kann und die Friseurin nicht Englisch sprach. Aber sie war gut – ich mag den Schnitt sehr!

Was vermisst du fern von zu Hause?

Neben meiner Gitarre brauche ich eigentlich nur mein iPad und E-Books, weil ich so gern lese. Dann wäre da noch mein Mann – den vermisse ich schon!

Seit wann bist du denn verheiratet?

Seit einem Jahr. Davor kannten wir uns drei Jahre. Uns war schnell klar, dass wir zusammengehören. Ich glaube, wenn man den Richtigen gefunden hat, mit dem man sein Leben verbringen möchte, weiß man das einfach. Warum soll man dann nicht heiraten? Da bin ich recht altmodisch.

Hat die Liebe deine Musik beeinflusst?

Ja, der Song „Soulmate“ (deutsch: „Seelenverwandter“) handelt zum Beispiel von meinem Mann. Damit muss er rechnen: Wenn man mit einer Songwriterin verheiratet ist, geht man das Risiko ein, in einem Lied aufzutauchen! Da er auch Musiker und Produzent ist, träume ich davon, später mit ihm und unseren Kindern auf Tour zu sein. Das wäre ein tolles Leben!