Magic Moments: Eine Reise in die Südstaaten der USA

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Die Oak-Alley-Plantage liegt direkt am Mississippi zwischen den historischen Städten Baton Rouge und New Orleans. Sie war bereits Drehort für über zehn Filme, darunter auch "Vom Winde verweht".
Foto: Corbis

Auf den Spuren von Scarlett O' Hara

Hier in den Südstaaten der USA ist immer noch Sommer. Er lässt die Uhren langsamer ticken - und einen gemächlich abtauchen in die magische Zeit von "Vom Winde verweht".

Träume ich immer noch? Als ich die Augen aufschlage, blicke ich auf den tiefblauen Himmel. Vor dem Fenster erhebt sich eine Eiche, behängt mit Spanischem Moos. Wie ein Standbild aus "Vom Winde verweht" ... Ich zwicke mich - und bin tatsächlich wach. Denn gerade erfüllt sich für mich ein lang gehegter Traum. Seit ich mit 14 Margaret Mitchells Roman über die starrsinnige Scarlett, den zögerlichen Ashley und den wunderbaren Rhett Butler verschlungen habe, weiß ich: Ich möchte irgendwann einmal dorthin - in den magischen Süden der USA. Und jetzt bin ich hier. In Atlanta, der Hauptstadt des Bundesstaats Georgia.

Wo könnte die Reise sonst beginnen, wenn nicht dort, wo das zum Sterben schöne Buch entstand? Als Erstes besuche ich das ehemalige Zuhause von Margaret Mitchell in der Peachtree Street. Die Schriftstellerin lebte hier von 1925 bis 1932. Direkt nebenan, im "Movie Museum", werfe ich einen Blick auf das rosa Korsett, das Vivien Leigh als Scarlett trug. Sehe den grünen Hut, den Rhett Scarlett aus Paris mitbrachte, und überfliege die Liste der in Gettysburg Gefallenen - genau wie im Film Scarlett und Ashleys Gattin Melanie, ängstlich auf der Suche nach Ashleys Namen.

Die Nächte verbringe ich im "Georgian Terrace Hotel". Hier fand damals die Premierenfeier von "Vom Winde verweht" statt - ein rauschendes Fest, an dem allerdings nur die weißen Schauspieler teilnehmen durften. Denn im Jahr 1939 herrschte in Georgia noch strikte Rassentrennung.

Von Atlanta mache ich einen Abstecher ins nahe gelegene Jonesboro, wo im Museum die Filmmusik von "Vom Winde verweht" erklingt. Wie das Städtchen Marietta bezeichnet sich auch Jonesboro als die Heimat von Tara, der Plantage der Familie O'Hara. Doch Mitchell war Schriftstellerin genug, ihre Spuren zu verwischen. Das wahre Tara gab es nur in ihrem Kopf.

Meine Reise führt mich weiter an die Küste. Ich fahre über Charleston (South Carolina) nach Savannah (Georgia), der großen Dame des Südens: exzentrisch und exotisch , mit einem Hang zum Geisterglauben und so voller Lebenslust wie Scarlett selbst. Savannahs Herz besteht aus 24 Plätzen, die gewaltige Bäume beschatten und blühende Azaleen zieren.

Auf meinem weiteren Weg nach New Orleans stoppe ich in Biloxi, Mississippi. Die kleine Küstenstadt mit Kolonialarchitektur lockt mit langen gelben Sandstränden .

Weiter westlich wartet das Sumpfland von Louisiana auf mich. Den Wagen lasse ich stehen und erkunde die dschungelähnliche Landschaft mit ihren vielen Flüssen und Seen auf einer geführten Bootstour.

Danach erreiche ich endlich New Orleans. Ich esse im Französischen Viertel, lasse mich durch die Gassen treiben. Lausche dem Jazz , der tatsächlich überall gespielt wird, und bewundere die Häuser mit ihrem unvergleichlichen O'Hara-Charme.

Bevor meine Reise endet, fahre ich quer durchs Land zurück nach Georgia. Ich sehne mich nach etwas Ruhe. Milledgeville, der Ort, in dem die Schauspieler Clark Gable und Vivien Leigh den Southern Twang lernten, jenen bedächtigen Akzent, den sie für die Verfilmung von "Vom Winde verweht" brauchten, scheint mir perfekt dafür. Und ich behalte recht: Mich begrüßen Magnolienblüten vor wundervollen Villen. Terrassen laden dazu ein, ganze Tage auf ihnen zu verbringen. Genau das, was ich wollte. Wie Clark und Vivien damals sitze ich jetzt hier. Lasse die Eiswürfel in meinem Glas im Takt mit dem Wiegen meines Schaukelstuhls klirren. Und stelle fest: Der Zauber des alten Südens hat mich fest im Griff. Es ist magisch, faszinierend - und ein filmreifes Ende für meine Reise, bevor ich über Atlanta in den Alltag zurückkehre.

Südstaaten-Tipps

Anreise:Mit Air France (www.airfrance.de) täglich via Paris nach Atlanta (ab 675 Euro). Mietauto z. B. über Holiday Autos.

Pauschal:13-tägige Busrundreise "Gone with the Wind" für 1759 Euro p. P. im DZ inkl. Flug ab/bis Frankfurt, 12 Übernachtungen und Eintrittsgeldern (www.fti.de).

Infos und Broschüren:auf Deutsch unter www.GeorgiaOnMyMind.de www.NewOrleansPlantationCountry.com

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