FamilienlebenMama ist jetzt mal nicht mehr verfügbar

 Was passiert, wenn die ganze Familie ständig an Mama herumzerrt
Was passiert, wenn die ganze Familie ständig an Mama herumzerrt
Foto: iStock

Mama-Bloggerin Anja ist wütend. Weil ihre Familie sie in den Wahnsinn treibt. Doch eigentlich ist sie besonders wütend auf sich selbst ...

"Ich muss heute mal was loswerden: Ich bin sauer! Und zwar so richtig!

Wieder mal scheint meine gesamte Familie zu kleinen hilflosen Wesen zu mutieren, die ohne die Mama nichts auf die Reihe kriegen. Also schreit jeder nach mir und erwartet, dass ich alles richte. Und ja, das betrifft auch meinen eigentlich erwachsenen Mann.

Also habe ich diese Woche gefühlte Tage lang meiner Familie vergessene Dinge hinterhergefahren, telefonische Seelsorge geleistet und den persönlichen Terminerinnerungsservice gespielt. Von den gesammelten Mamataxifahrten mal ganz zu schweigen.

Aber jetzt reicht es mir langsam. Ich hatte kaum Zeit meine eigenen Dinge zu erledigen und schon gar nicht mir einfach mal Zeit für mich zu nehmen. Ich könnte in eine Tischplatte beißen vor lauter Wut.

Das Witzige dabei ist, dass ich gar nicht so sehr sauer auf meine Lieben bin. Weil ich weiß, dass die es ja gar nicht böse meinen. Sie nutzen nur der Bequemlichkeit halber den tollen Service, den Mama anbietet. Denn so brauchen sie weder selbst mitzudenken, noch die Verantwortung für irgendetwas selbst zu übernehmen. Macht ja Mama.

Nein, richtig sauer bin ich auf mich selbst. Weil ich es wieder mal nicht schaffe, mich ordentlich abzugrenzen. Und weil ich mir wieder mal nicht erlaube, auch meine eigenen Dinge und Bedürfnisse wichtig zu nehmen. Ist ja auch gar nicht so einfach.

Also werde ich mich jetzt mal für ein paar Stunden ausklinken. Handy aus, raus aus dem Haus und für alle „temporarily not available“. Ich nehme mir die Zeit und besinne mich auf das, was mir wichtig ist. Erstmal möchte ich nicht mehr so wütend sein. Okay, also ab in die Natur und mal ordentlich schreien. Und dann so richtig auspowern. Dann fühlt es sich schon gleich leichter an.

Und danach überlege ich mal, was genau mich so wütend gemacht hat. Denn es könnte mir ja genauso gut egal sein oder sogar Freude machen, wenn meine Familie mich so braucht. Ist es aber nicht. Welche Gründe sich wohl zeigen? Ich bin gespannt.

Aber ich bin sicher, dass es mir danach viel besser gehen wird. Weil ich so weiß, wo ich etwas ändern kann. Spätestens wenn ich mir aufgeschrieben habe, warum ich so sauer bin. Denn dann kann ich endlich aufhören mir den Tag mit wütend sein zu versauen. Und wieder anfangen die Dinge zu machen, die mir Spaß bringen.

Denn mit Spaß ist besser als perfekt."

Deine Anja

Anja Riemer-Grobe bloggt für Wunderweib.de über Familie und Mutter sein.
 

PS: Was tust Du, wenn Du so wütend bist? Erzähl es mir in den Kommentaren. Vielleicht mache ich dann eine „Dinge, die ich gegen meine Wut tun kann“-Sammelbox draus. Und wir kriegen gemeinsam tolle Ideen hin.

Über Anja:

Anja Riemer-Grobe ist konsequent-liebevolle Mädchenmama, Elternbegleiterin und Befürworterin eines wertschätzenden Miteinanders. Sie schreibt auf ihrem Blog unter www.anja-riemer.de über die Themen Familie, Beziehung und Bindung und hilft anderen Eltern dabei sich selbst zu helfen, indem sie ihren ganz eigenen Familienlebensraum entwickeln. Ohne Druck und Stress von außen, dafür mit viel Liebe und Wertschätzung auf Basis von echten Beziehungen.

Nächste Kolumne von Anja:

Keine Zeit zu verschenken! Mein Geheimtrick für kürzere Elternabende!

 

Noch mehr Mama-Blogs:

Hier berichten Silke, Timea und Verena aus ihrem trubeligen Familienleben!

Auch interessant:

Depressionen: Was tun, wenn Mama nicht mehr kann?

Kategorien: