Manchmal ist eine Trennung das Beste, was du für deinen Mann tun kannst!

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Manchmal kann eine Trennung wie ein Kickstart für die Liebe wirken.
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Wie die Scheidung unsere Liebe rettete

Mein Mann Markus und ich, wir trafen uns 2004 auf einem Sommerfest. Es war eine Betriebsfeier, er gehörte zum Management-Team, ich zur Buchhaltung. Ich trug ein wunderschönes blaues Sommerkleid und fühlte mich wunderbar. Das gefiel ihm wohl. Schnell entstand ein kleiner Flirt, wir redeten und lachten, er grillte mit viel Sorgfalt mein Feta-Päckchen. 3 Jahre später haben wir geheiratet . Markus war ein wunderbar aufmerksamer Mann, großzügig und attraktiv.

Doch leider begann er, sich zu verändern, nachdem wir uns das Ja-Wort gegeben hatten.

Es fing langsam an, seine Aufmerksamkeit schwand. Früher hatten wir abends miteinander gesprochen, schön bei einem Glas Wein auf der Terrasse. Nun zog er sich nach dem Abendessen schnell zurück, verschwand mit einem Buch in eine stille Ecke und sprach stundenlang nicht mit mir. Sein Bauch setzte an, auch mit der Rasur nahm er es nicht mehr so genau. Natürlich machte er sich schick, wenn es nach draußen ging, seinen Job im Management hatte er ja immer noch. Aber Zuhause ließ er sich immer mehr gehen. „Was ist bloß aus dem Mann geworden, in den ich mich verliebt habe?“ fragte ich mich oft.

Auch unsere Ausflüge wurden weniger. Wir waren am Wochenende oft ans Meer gefahren oder in eine fremde Stadt. Immer wieder Neues erleben, war unser Motto und unser Mittel für Lebensfreude. Doch mehr und mehr ging sein Interesse an solchen Aktionen verloren. Stattdessen schaute er lieber Fußball. Bei mir kam keine Wärme mehr an, viel zu wenig Liebe, es war viel zu viel Selbstverständlichkeit im Spiel. Ich fühlte mich, als würde er mich gar nicht mehr wahrnehmen.

Ich wollte diese Entwicklung um keinen Preis, doch ich kam nicht dagegen an. Ich fragte ihn, was los war, ich schrie ihn an: „Warum achtest du nicht mehr auf mich?“

Doch leider bekam ich ihn nicht mehr wachgerüttelt.

Und eines Tages war keine Liebe mehr übrig. Sie lag verschüttet unter dem Staub einsamer Stunden und enttäuschter Erwartungen. All unsere Träume sah ich nicht mehr, ein dichter Dunstschleier hatte sich zwischen mich und ihn und unsere Zukunft geschoben, die ich sonst immer klar und deutlich vor mir gesehen hatte.

Mein Mann verstand es nicht. „Warum gehst du nur??“

Am 5. Mai 2012 unterschrieben wir die Scheidungspapiere.

Es folgte für uns beide eine grauenvolle Zeit. Wir fehlten uns, er mir, ich ihm. Wir wollten nicht ohne einander. Zwar genoss ich zeitweise meine neue alte Freiheit, doch eigentlich hatte ich kein Leben als Single gewollt und so kam ich in diesem Leben auch nie an.

Zum Glück setzte unsere Trennung bei meinem Mann einiges in Bewegung.

Plötzlich begann er wieder, um mich zu werben.

Er fragte bei unseren Freunden nach, wie es mir geht. Was er tun könnte, um mich zurück zu gewinnen. Er sprach mit Therapeuten, las Bücher über die Liebe und bat Bekannte um Feedback zu unserer Ehe. Stück für Stück besann er sich darauf, was uns einst verbunden hatte. Was wirklich dazu gehört, einen anderen Menschen zu lieben.

Er realisierte, dass es nicht reicht, irgendwann einmal Ja zu sagen. Dieses Ja für immer, das muss Liebe und Leben gefüllt werden.

„Bitte, lass uns treffen und miteinander sprechen. Ich vermisse dich so sehr“, schrieb er mir.

Und wir trafen uns, saßen in einem wunderschönen Park an einem See, sprachen über unsere Ehe, den Anfang und das Ende. Irgendwann strich er zärtlich über meine Hand, ich zog sie nicht zurück.

Inzwischen sind wir seit drei Jahren wieder zusammen. Markus hat sich ganz deutlich verändert.

Schluss zu machen und mich scheiden lassen – so stellt sich heraus – war das Beste, was ich für uns hatte tun können. Der Verlust war für meinen Mann ein heilsamer Schock. Die plötzliche Leere in seinem Leben machte ihm klar, wie wichtig ich tatsächlich für ihn war und was nötig war, um unsere Liebe am Leben zu erhalten.

Jetzt ist er so zärtlich wie nie zuvor. Er gibt sich große Mühe, darauf zu achten, wie es mir geht, was ich brauche. Durch unsere Trennung ist er stark gewachsen und hat das ganze Liebes-Potential seines Wesens entdeckt. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet, aber es ist traumhaft schön!

 

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