Maria Fernandes: Tragischer Tod einer Dauerarbeiterin

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Foto: Getty Images

Sie starb, weil sie in ihrem Auto schlafen musste

Maria Fernandes brauchte drei Jobs, um sich über Wasser zu halten. Als sie verzweifelt versuchte, zwischen zwei Schichten ein wenig Schlaf in ihrem Auto nachzuholen, starb sie an einer Gasvergiftung.

Sie wollte Schauspielerin werden, doch das Leben meinte es nicht gut mit ihr: Das Schicksal von Maria Fernandes ist ein furchtbares Beispiel dafür, was mit Menschen passiert, die vom Lohn ihrer Arbeit nicht leben können .

Maria war 32 Jahre alt und lebte in Newark in den USA. Sie arbeitete für die Restaurantkette Dunkin‘ Donuts – in drei Filialen, nachmittags, über Nacht und am Wochenende. In freien Minuten träumte die Tochter von portugiesischen Einwanderern von einer Ausbildung zur Kosmetikerin - sie hatte aber nicht genug Geld für die Berufsschule.

Ihre erste Schicht absolvierte Maria von 14 bis 19 Uhr in der Filiale in Newark. Anschließend fuhr sie in die 15 Kilometer entfernte Filiale in Linden und schuftete in der Nachtschicht von 22 und 6 Uhr. Am Wochenende übernahm sie zusätzliche Schichten in der Filiale in Harrison. So kam Maria regelmäßig auf eine Wochenarbeitszeit von mindestens 87 Stunden. Ihr Lohn: etwa 36.000 Dollar, das sind umgerechnet rund 28.500 Euro.

Ein Freund von Maria berichtete in der New York Times , dass er ihr immer wieder dazu geraten hatte, einen der drei Jobs aufzugeben. Aber sie sagte nur, dass sie an die viele Arbeit gewöhnt sei und ihren Arbeitgeber nicht im Stich lassen wolle. Ein Kollege erinnert sich in einem Bericht der englischsprachigen Presse daran, dass Maria oft sehr erschöpft war und manchmal ein 15-Minuten- Nickerchen auf Kartons im Lager der Donut-Kette machte.

Maria träumte von einem neuen Leben mit ihrem Freund

Immerhin entwickelte sich trotz der harten Arbeit ihr Privatleben positiv. Im Frühjahr 2014 lernte sie im Internet den 33 Jahre alten Glen Carter kennen, einen ehemaligen Mitarbeiter der amerikanischen Streitkräfte. Die beiden verliebten sich , sie plante, zu ihm und seiner Tochter nach Pennsylvania zu ziehen.

Ein tragischer Unfall machte alle Pläne zunichte

Doch es kam alles anders. In den frühen Morgenstunden des 25. August beendete Maria ihre Schicht in Linden, telefonierte ein letztes Mal mit ihrem Freund. Danach legte sie sich wie so oft in ihrem Auto schlafen. Zeit für sechs oder sieben Stunden Schlaf in einem ordentlichen Bett blieb ihr nicht, zwischen ihren Arbeitsschichten. Wegen eines technischen Defekts strömte in dem Wagen Gas aus.

Maria wachte nicht mehr auf.

Dass sie ohne Schmerzen im Schlaf gestorben ist, bleibt der einzige Trost für die Menschen, die sie liebten.

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