Masernfälle in Süddeutschland: Schulverbot für nicht-geimpfte Schüler?

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Das Masernvirus ist aggressiv, eine Impfung schützt
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Darf mein Kind nach Hause geschickt werden, wenn es keine Masern-Impfung hat?

Im Bodenseekreis und im Landkreis Sigmaringen kommt es derzeit zu vielen Fällen von Masern. Eine Schule schickte jetzt Lehrer und Kinder ohne Impfung nach Hause. Übertrieben?

Masern werden noch immer als harmlose Kinderkrankheit unterschätzt. Dabei betrifft die Hälfte aller Masernfälle in Deutschland heute Jugendliche über zehn Jahre und junge Erwachsene. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut empfiehlt zwei Masern-Impfungen bis zum zweiten Geburtstag. Nur wer beide Masern-Impfungen hat, ist ausreichend geschützt.

Im Bodenseekreis und im Landkreis Sigmaringen häufen sich derzeit Fälle von Masern. An einer Waldorfschule in Überlingen (Bodenseekreis) wurden jetzt sogar zwei Schüler und eine Lehrerin nach Hause geschickt, die keinen Masernschutz hatten. Mitarbeiter des Landratsamtes, die Schulärztin und eine Krankenschwester haben heute morgen die Impfausweise der Schüler und Lehrer kontrolliert.

Dass Schüler und Lehrer ohne Impfung ein Schulverbot bekommen, ist je nach Bundesland rechtens - denn es geht hier um Eigen- und Fremdgefährdung. Erst 2015 gab es ein entsprechendes Urteil in Berlin. Ein bundesweites Urteil gibt es jedoch nicht, da solche Schul-Angelegenheiten "Ländersache" sind.

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Masern sind eine hochansteckende Krankheit und zählen in Deutschland zu den meldepflichtigen Infektionen. Die Viren werden durch Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Etwa zehn bis zwölf Tage nach der Ansteckung beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen. An der Wangenschleimhaut entstehen kleine weiße Flecken, die sich nach wenigen Tagen zurückbilden. Dann tritt der typische, rote und fleckige Hautausschlag auf. Das Fieber kann nun bis auf 40 Grad Celsius steigen.

Als Folge einer Masernerkrankung kann es zu einer schweren Mittelohr-, einer Lungen- oder einer Gehirnentzündung kommen. Diese Komplikationen fallen bei Erwachsenen schwerer aus, sind jedoch auch für Kinder nicht ungefährlich. Sie können zu bleibenden Behinderungen führen oder sogar tödlich enden.

Wer einmal Masern durchgestanden hat, ist lebenslang immun. Alle anderen schützt nur die Impfung.

Vor 1970 Geborene hatten meistens die Masern. Deshalb rät die Stiko allen Spätergeborenen, ihren Impfschutz zu überprüfen. Fehlt die Impfung ganz oder ist sie mit nur einer Spritze unvollständig, sollte man nachimpfen lassen. Impfschäden sind selten. Der Einstich kann sich röten, anschwellen oder schmerzen. Auch mäßige Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sind am Anfang möglich.

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