Masernwelle: Kind stirbt in Berlin an Masern

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Nach Masernwelle in Berlin: Große Koalition will Impfpflicht einführen.
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Masernwelle

Seit Monaten verbreiten sich in Berlin die Masern - jetzt ist ein Kleinkind an der Infektionskrankheit gestorben. Das Kind im Alter von eineinhalb Jahren sei bereits am 18. Februar in einem Krankenhaus der Krankheit erlegen, so Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Bislang ist noch unklar, wie es sich ansteckte.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales teilt mit, dass seit dem Ausbruchsbeginn der Masern (Oktober 2014) bis heute 574 Fälle gemeldet wurden. Man habe ungeimpfte Lehrer aus dem Dienst genommen, so die Bildungsverwaltung. Eine Schule in Berlin-Lichtenberg sei am Montag vorsorglich geschlossen worden.

Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 ist dies die größte Masernwelle in der Hauptstadt. Der Grund: Immer weniger Eltern lassen ihre Kinder gegen die Infektionskrankheit impfen. Erst kürzlich sorgte ein rührender Brief einer besorgten Mutter für Aufsehen.

Angesichts der drastisch steigenden Zahlen wird über eine Impfpflicht diskutiert. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kritisiert Impfgegner: "Die irrationale Angstmacherei mancher Impfgegner ist verantwortungslos", sagte Gröhe dem Blatt. "Wer seinem Kind den Impfschutz verweigert, gefährdet nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere - das kann zu schweren Gesundheitsschäden führen."

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