Medikamente, Lebensmittel und ihre Wechselwirkungen

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Das sollten Sie wissen!

Haben Sie sich auch schon einmal darüber gewundert, dass Sie nach dem Frühstück eine Kopfschmerz-Tablette eingenommen haben – und dann rein gar nichts passierte? Trotzdem sollten Sie nicht gleich an Ihrem Schmerzmittel zweifeln. Denn vielleicht liegt es eher an Ihren Ess-Gewohnheiten. Wahrscheinlich gab es Müsli oder dunkles Brot und dadurch ist die Tablette unwirksam geworden. Warum das so ist und was Sie noch über Medikamente in Kombination mit Lebensmitteln wissen sollten, erfahren Sie hier – zum Wohle Ihrer Gesundheit. Denn Arzneien können durch Nahrungsmittel nicht nur ihre Wirkung verlieren. Diese kann sich auch verstärken – mit zum Teil dramatischen Folgen.

Antibiotika nicht mit Käsekuchen

Ob Milch, Quarkspeise oder Käsekuchen – keines dieser Milchprodukte sollten Sie zusammen mit Antibiotika oder Mitteln gegen Osteoporose und Harnwegsinfektionen einnehmen. Der Grund: Die Wirkstoffe verbinden sich mit dem Kalzium der Milchprodukte zu Klümpchen und können so nicht mehr durch die Darmwand in die Blutbahn schlüpfen. Stattdessen bleiben sie im Darm und werden ausgeschieden.

Tipp: Am besten zwei Stunden vor und nach der Einnahme solcher Medikamente auf Milchprodukte verzichten.

Blutdrucksenker brauchen Bananen

Was wirkt, hat leider meist auch Nebenwirkungen. Das gilt auch für die meisten Blutdrucksenker und entwässernde Medikamente: Sie schwemmen Kalium aus dem Körper. Das wiederum kann Probleme an den Muskeln und Nerven hervorrufen – und ist besonders bei Herzschwäche und Rhythmusstörungen gefährlich. Daher sollte bei Einnahme dieser Medikamente der Kaliumwert vor und zwei Wochen nach dem Therapiebeginn kontrolliert werden (anschließend alle sechs Monate). Tipp: Öfter kaliumreiche Kost wie Bananen oder süße Aprikosen essen.

Kein Vollkornbrot zu Schmerzmitteln

So gesund das dunkle Brot auch ist, für bestimmte Schmerzmittel ist es kein guter Begleiter. Seine Ballaststoffe schließen ihre Wirkstoffe ein und verhindern so die Aufnahme aus dem Darm.

Tipp: Nach Einnahme von Medikamenten mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin, Alka-Seltzer) zwei Stunden mit dem Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot oder Müsli warten.

Schmerzmittel Diclofenac: besser auf leeren Magen

Warum sollten wir das Schmerzmittel Diclofenac mindestens eine Stunde vor dem Essen nehmen? Ein leerer Magen bzw. Darm bringt den Wirkstoff schneller in den Blutkreislauf. Deshalb sollten Sie das Schmerzmittel, das oft bei Rheuma und Arthrose verschrieben wird, am besten auf nüchternen Magen einnehmen und danach noch 1-2 Stunden mit dem Essen warten. Aufpassen mit dem Medikament sollten Herz-Patienten, da es bei ihnen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen kann.

Tipp: Lassen Sie sich stattdessen das risikoärmere „Naproxen“ verschreiben!

Kaffee, Schwarztee oder Cola zu Tabletten?

Keine gute Idee. Denn alle drei enthalten Koffein. Dieses wird im Körper langsamer abgebaut, wenn gleichzeitig Antibiotika oder Asthmamittel eingenommen werden. So kann es dann passieren, dass eine Tasse Kaffee wie drei Tassen wirkt: Man schwitzt, kriegt Herzrasen, der Blutdruck steigt vielleicht sogar an. Koffein hemmt außerdem die Blutgerinnung. Wer viel Kaffee trinkt und zusätzlich Thrombose-Medikamente einnimmt, kann das Blut gefährlich verdünnen.

Tipp: Trinken Sie Kaffee oder Cola lieber koffeinfrei.

Salat & Co: Achtung bei Thrombose-Gefahr

Salat, Spinat und anderes grünes Gemüse sind reich an Vitamin K. Das ist gut und wichtig für unsere Blutgerinnung. Nicht so gesund ist es allerdings für Menschen, die wegen Thrombosegefahr Medikamente einnehmen müssen: Deren blutverdünnende Wirkung kann das Vitamin nämlich beeinträchtigen.

Tipp: Besprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt, was Sie beim Verzehr von Vitamin K reichem Gemüse beachten müssen.

Gefährlicher Mix: Grapefruit und Tabletten

Bei jedem dritten Medikament führen Grapefruits zu verstärkten Wirkungen und Nebenwirkungen: Denn ihre Pflanzenstoffe hemmen bestimmte Enzyme im Darm, die für den Abbau der Arznei zuständig sind. Dadurch gelangt der Wirkstoff vermehrt ins Blut und überfordert so die Leber. In Einzelfällen kann das sogar lebensgefährlich sein.

Tipp: Verzichten Sie während der Medikamenten-Therapie lieber auf Grapefruits und ihren Saft.

Was bedeutet: vor, nach oder zum Essen?

Vor dem Essen: Sie müssen die Tablette 30–60 Minuten vor der Mahlzeit schlucken. Mit dem Essen: Schlucken Sie die Tabletten einfach zwischen zwei Bissen. Oder bis zu 10 Minuten nach der Mahlzeit. Nach dem Essen: Mit der Einnahme mindestens zwei Stunden warten.

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