„Mein HIV-positives Kind spielt mit deinem Kind und du weißt es nicht"

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Foto: iStock / Symbolbild

Umgang mit HIV-positiven Kindern

Jenn Mosher hat zwei Adoptiv-Töchter, die in die Vorschule gehen. Was die anderen Mütter jedoch nicht wissen: Die beiden Mädchen sind HIV-positiv.

„Mein HIV-positives Kind spielt mit deinem Kind und du weißt es nicht.“ Mit diesem Satz beginnt Foto-Journalistin Jenn Mosher ihren Gast-Beitrag auf dem Blog "Scary Moomy". „Meine Tochter hat mit deinem Kind in der Vorschule gespielt, ist beim Schwimmunterricht neben deinem Kind getaucht und steht im Sportunterricht in der Schlange hinter ihm. Mein HIV-positives Kind hat Rechte, die besagen, dass wir es niemandem erzählen müssen", schreibt Jenn weiter. Und sie hat recht. Außer den behandelnden Ärzten, muss Jenn niemandem von der Erkrankung ihrer Töchter erzählen. Bei diesen Worten schrillen jedoch bei vielen Müttern die Alarmglocken: Wie kann sie nur so unverantwortlich und egoistisch sein? Was ist, wenn sich andere Kinder beim Spielen infizieren?

Die Ansteckungsgefahr ist verschwindend gering

Jenn Mosher ist weder unverantwortlich noch egoistisch. Sie würde andere Kinder niemals in Gefahr bringen. Doch die wenigsten wissen, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit verschwindend gering ist. Selbst wenn ein infiziertes Kind sich verletzt und das Blut in Berührung mit der Wunde eines anderen kommt, besteht kein Risiko. Das infizierte Blut müsste schon bewusst in eine offene Wunde gedrückt oder gerieben werden, damit die Krankheit übertragen wird. Jenns Töchter bekommen außerdem Medikamente, die den Virus ungefährlich machen. Alle vier Monate wird ihr Blut kontrolliert. Das Ergebnis ist immer gleich. Die Labortests können keinen Virus in ihrem Blutkreislauf finden.

Vielen Eltern HIV-kranker Kinder wird sogar davon abgeraten anderen davon zu erzählen. Bei der Adoption sagte ein Sozialarbeiter zu Jenn: „Sagen Sie es niemandem. Es gibt so viel Ignoranz da draußen. Ihr chinesisches Kind wird ohnehin herausstechen. Möchten Sie den Menschen wirklich noch einen anderen Grund dafür geben sie nicht zu akzeptieren?“ Dennoch ist es sinnvoll zumindest Erzieher und Lehrer einzuweihen. Das Immunsystem der infizierten Kinder ist sehr geschwächt und die Gefahr bei Krankheiten, wie Masern oder Windpocken, wesentlich größer, als bei gesunden Kindern.

HIV-positive Kinder gelten als unvermittelbar

Jenn Mosher und ihr Ehemann haben bewusst HIV-positive Kinder adoptiert, denn sie gelten in der Regel als unvermittelbar. Niemand will sie haben. Die meisten Organisationen haben gar keine erkrankten Kinder ihn ihrer Kartei. Jenn möchte HIV-kranken Kindern eine Chance geben. Sie möchte, dass ihre Töchter so normal wie möglich aufwachsen und nicht aufgrund ihrer Krankheit ausgegrenzt werden. Die Angst vor Ansteckung ist ihrer Meinung nach unbegründet. „Bitte liebe Mamas, ihr sollt wissen, dass HIV nichts ist, wovor man Angst haben muss. Bitte schaut online nach, googlet es, und sprecht mit eurem Kinderarzt. Lernt und forscht, damit ihr die Wahrheit kennt", schreibt Jenn in ihrem Beitrag. „Aber nur damit ihr es wisst, mein HIV-positives Kind spielt mit euren Kindern und ihr wisst nicht welches es ist. Und das ist okay."

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