UntreueWarum gehen Männer fremd? Ein Mann verrät seine Gründe!

Warum gehen Männer fremd? Hier erklärt ein Mann ganz offen, wie es zu seiner Affäre kam.
Warum gehen Männer fremd? Hier erklärt ein Mann ganz offen, wie es zu seiner Affäre kam.
Foto: Getty Images
Inhalt
  1. Wie aus dem Traummann ein Fremdgänger wurde
  2. Probleme in der Beziehung
  3. Interview: Simon erklärt die Gründe für die Affäre

Statistisch gesehen gehen 60 Prozent aller Menschen einmal fremd. Dabei zählen die sexuelle Unzufriedenheit, mangelnde Aufmerksamkeit, die Sehnsucht nach Bewunderung und die Entfremdung vom Partner zu den häufigsten Ursachen, die zum Seitensprung oder sogar zu einer Affäre führen können. Treue-Expertin Therese Kersten wollte es genauer wissen und hat einen Mann gefragt, warum er fremdgegangen ist.

Wie aus dem Traummann ein Fremdgänger wurde

Als Simon vor 15 Jahren Vicky kennenlernte, hätte er nie gedacht, dass er sie einmal betrügen würde. Beide lebten anfangs in einer Fernbeziehung, bevor Vicky sich dazu entschloss, zu Simon nach Berlin zu ziehen. Nachdem sie auch das verflixte siebte Jahr überstanden hatten, folgte die große Traumhochzeit und es fehlte nur noch ein gemeinsames Kind, um das Glück perfekt zu machen. Doch bereits vor der geplanten Schwangerschaft vor vier Jahren plagten Simon die ersten Zweifel, ob Vicky wirklich die Richtige für ihn sei.

Er wusste, dass sie eine wundervolle Mutter sein würde, aber er war sich nicht mehr sicher, ob er den Rest seines Lebens mit ihr verbringen wollte. Zu sehr bestimmten ihre Interessen und Bedüfnisse das gemeinsame Leben. Zum ersten Mal, seit die beiden ein Paar waren, machte sich Simon darüber Gedanken und musste feststellen, dass er ihr Leben lebte. Doch trotz seiner Unsicherheit entschied er sich dafür mit Vicky ein Kind zu bekommen.

Probleme in der Beziehung

Leider ging es mit der Schwangerschaft auch mit der Beziehung bergab. Simon, der von Jahr zu Jahr immer mehr damit beschäftigt war, Vickys Leben zu organisieren, hatte nun das Gefühl, dass es nicht mehr um sie als Paar ging, geschweige denn um ihn. Er stellte sich freiwillig hinten an und sein eigenes Leben drehte sich nur noch um das seiner Frau.

Das Vicky von heute auf morgen immer weniger Sex wollte, nahm er genauso hin. Er dachte, dass diese Phase nach Vickys Schwangerschaft ein Ende haben würde. Doch aus weniger Sex wurden zweieinhalb Jahre ohne Sex. Und damit kam die Zeit, in der sich Simon die Frage stellte, ob er seiner Frau für immer treu bleiben können würde.

Interview: Simon erklärt die Gründe für die Affäre

Therese Kersten: Simon, du hast deiner Frau zu eurer Hochzeit versprochen, dass du ihr für immer treu sein wirst. Und plötzlich stellte sich für dich die Frage, ob du dies wirklich halten kannst. Wie war deine Antwort?

Simon: Ich war mir sicher, dass ich mein Versprechen ihr gegenüber nicht halten kann, wenn sich nichts an unserer Beziehung ändern würde. Ich opferte mich für sie auf, aber bekam dafür keine Anerkennung. Auch die körperliche Nähe ließ plötzlich nach. Wir hatten weder Sex, noch haben wir uns geküsst oder umarmt.

Wie hast du dich in dieser Zeit gefühlt?

Fehlende Anerkennung, keine liebevollen Worte und ständiges hinten anstellen führten dazu, dass mein Selbstbewusstsein tiefer war, als je. In Wirklichkeit hatte ich keinen Wert mehr, denn es ging ja auch nicht um mich oder uns als Paar. Unsere Liebesbeziehung entwickelte sich letztendlich zu einer Bruder-Schwester-Beziehung.

Sollte man eine „Bruder-Schwester-Beziehung“ nicht besser beenden, bevor man fremdgeht?

Natürlich habe ich mit dem Gedanken gespielt, ob es nicht besser wäre, die Beziehung zu beenden und sich erst dann auf etwas Neues einzulassen. Doch ich hatte eine Verantwortung gegenüber Vicky und musste sie unterstützen. Ich wollte auch nicht, dass mein Kind ohne Vater aufwächst. Das war meine größte Befürchtung.

Dann bist du tatsächlich fremdgegangen. Wie kam es dazu?

Ich war mit ein paar Freunden unterwegs, es floss reichlich Bier und die Stimmung war gut. Ich fühlte mich plötzlich so unbekümmert und frei. Das war das Gefühl, das mir seit Jahren gefehlt hatte. Ich musste mich schließlich in dem Moment um nichts kümmern und konnte es genießen. Im Laufe des Abends kam dann eine Frau zu mir, wir unterhielten uns, flirteten und landeten letztendlich in ihrem Bett.

Hattest du anschließend noch Kontakt zu der Frau oder war es ein klassischer One-Night-Stand?

Es war ein klassischer One-Night-Stand. Wir tauschten nicht einmal die Handynummern aus.

Wie hast du dich nach diesem One-Night-Stand gefühlt?

Außer das Gefühl, dass sich eine Frau für mich interessierte, blieb nichts. Natürlich hatten wir Sex und ich war befriedigt, aber darum ging es mir scheinbar nicht. Der Wunsch danach, dass ich noch etwas wert bin und dass sich eine Frau ernsthaft für mich und mein Leben interessiert war viel größer.

Hattest du Schuldgefühle gegenüber Vicky?

Ja, schon. Ich hätte es ihr am liebsten erzählt, um sie einerseits wach zu rütteln, aber andererseits war meine größte Befürchtung, dass ich mein Kind verliere. Ich schwieg also.

Du lerntest einige Zeit später eine weitere Frau kennen. Blieb es auch hier beim One-Night-Stand?

Ich hatte ihre Handynummer und wollte mich anfangs eigentlich nicht bei ihr melden. Ich hatte es mir zumindest vorgenommen, da ich wusste, dass ich sonst Gefahr laufe, richtig untreu zu werden. Ich habe mich dann doch bei ihr gemeldet und meine erste Vermutung hat sich dann bestätigt.

Du wurdest also richtig untreu?

Ja. Ich habe ihr am ersten Abend, an dem ich ihr geschrieben habe, gleich mein Herz ausgeschüttet und sie verstand sofort, dass ich nicht mehr glücklich bin. Sie hat alles hinterfragt, Interesse gezeigt und ich fühlte mich wieder wie ein Mann und nicht wie ein Bruder. Wir hatten dann täglich Kontakt, haben uns immer wieder getroffen und hatten selbstverständlich auch Sex. Wir hatten schließlich eine Affäre.

 

Wie lange hielt eure Affäre an und hat sich durch deine Affäre etwas an deiner eigentlichen Beziehung geändert?

Simon: Unsere Affäre hielt fünf Monate an, doch es war dann mehr als eine Affäre. Ich habe mich schließlich in sie verliebt, doch wir sind keine Beziehung eingegangen. Ich habe in der Zeit gelernt, dass ich wieder glücklich sein kann. Ich war immer davon überzeugt, dass es besser sei, unglücklich in meiner Beziehung zu sein, als dass mein Sohn ohne Vater aufwächst. Ich habe mich aber geirrt. Mein Sohn hat jeden Streit zwischen mir und Vicky mitbekommen und ich denke nun, dass ein Kind es spürt, wenn die Eltern nicht mehr glücklich miteinander sind. Letztendlich waren wir nur noch wegen unseres gemeinsamen Kindes ein Paar.

Ihr habt Euch dann getrennt?

Ja. Nun verstehen wir uns besser als in der Zeit, in der wir noch ein Paar waren. Nicht nur ich, sondern auch Vicky war nicht mehr zufrieden mit unserer Beziehung. Es hat viel zu lange gedauert, dass wir darüber gesprochen haben. Viele Monate, in denen wir schon hätten glücklich sein können. Nun, wo jeder seine getrennten Wege geht, sind wir wieder glücklich. Und unser Sohn hat niemanden verloren. Das war ja meine größte Befürchtung. Wir, als Mutter und Vater, werden für immer für ihn da sein.

Was würdest du Frauen und Männern, die mit dem Gedanken spielen untreu zu werden, mit auf den Weg geben?

Ich weiß, dass viele Paare oft nicht mehr aus Liebe zusammen sind, sondern aufgrund der Kinder, eines Hauses oder aus Gewohnheit. Wenn man nicht mehr glücklich ist und auch keine Hoffnung mehr hat, dass sich etwas an der Beziehung ändert, dann sollte man mit dem Partner reden. Ich habe es leider versäumt und bin zuerst fremdgegangen und wir haben dann geredet. Charmanter ist es jedoch andersrum und das tut auch niemandem weh.

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Das Interview führte Therese Kersten, Chefin der Agentur "Die Treuetester":

Geht er oder sie fremd? Die schöne Agenturchefin Therese Kersten findet es mit ihren Treuetestern heraus.
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Foto: Silvia Weiss

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