Michelle Pfeiffer: "Seit ich Mutter bin, ist mein Leben im Gleichgewicht"

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Schön wie eh und je: Michelle Pfeiffer (54) hat keine Angst vor dem Altern
Foto: getty images

Interview

Kühl, zerbrechlich, unnahbar – so wirkt Michelle Pfeiffer (54) in ihren Rollen. Im Interview mit uns ist davon nichts zu spüren. Ganz offen plaudert der Hollywood-Superstar über Karriere-Schwierigkeiten, das Älterwerden, Familie und die Liebe ihres Lebens.

Es hat in letzter Zeit lange Schauspiel-Auszeiten bei Ihnen gegeben...

Michelle Pfeiffer: Hollywood geht mit Frauen eines gewissen Alters nicht nett um. Aber klagen kann ich nicht. Die Rollen sind weniger geworden, aber besser. Früher wurde ich wegen meines Aussehens als Schauspielerin nicht ernst genommen. Das änderte sich, als die ersten Fältchen kamen.

Macht Ihnen der Jugendwahn in Hollywood Sorge?

Michelle Pfeiffer: Überhaupt nicht. Nach meinem 50. Geburtstag fühlte ich mich zu meiner Überraschung seltsam befreit. Der Druck war weg. Ich hoffe nur, dass ich genug Mut haben werde, um mit Anmut alt zu werden.

Sie gehen regelmäßig zum Psychotherapeuten. Was haben Sie dort über sich gelernt?

Michelle Pfeiffer: Wie kontrollierend ich bin. Die Wurzel des Kontrollproblems ist Furcht, weil ich wissen möchte, was jeden Augenblick passieren könnte. Ich musste lernen, das Unbekannte zu akzeptieren. Kinder lehren uns das. Kinder zu haben hat mich mehr als alles andere verändert.

Haben Sie die Großstadt Los Angeles wegen der Kinder verlassen?

Michelle Pfeiffer: Nein, nicht ihretwegen. Mein Mann David und ich hatten schon lange vor, außerhalb von Los Angeles, im Norden Kaliforniens, zu leben.

Haben Sie dort Ihr Glück gefunden?

Michelle Pfeiffer: Nein, schon früher. Der Wendepunkt war, den Mann meines Lebens zu finden und Mutter zu werden. Seither ist mein Leben im Gleichgewicht.

Als Sie Ihre große Liebe kennenlernten, hatten Sie gerade allein einen Adoptionsantrag für Ihre Tochter Claudia gestellt.

Michelle Pfeiffer: Ja, und ich hatte Angst, ihm davon zu erzählen. Aber nachdem er Bescheid wusste, brachte ihn das offenbar dazu, mich noch mehr zu lieben.

Sie sagten einmal, Sie brauchen Jahre, um jemandem zu vertrauen…

Michelle Pfeiffer: Bei David konnte ich mich sofort öffnen. Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Ich merkte bei ihm: Das mit uns kann gut funktionieren.

1993 kam Claudia ins Haus, 1994 wurde John geboren. Wie war das, Mutter zu werden?

Michelle Pfeiffer: Mutter zu sein ist das Schwerste auf der Welt. Ich hatte oft das Gefühl, zur Arbeit zurückkehren zu müssen, nur um mich ausruhen zu können.

Nun wird diese Rolle für Sie allmählich leichter...

Michelle Pfeiffer: Das Nest wird leer. Claudia studiert jetzt, John folgt nächstes Jahr. Mich stimmt das eher traurig. Aber es ist ein neuer Lebensabschnitt.

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