Mindesthaltbarkeitsdatum: Wie lange halten Lebensmittel?

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Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt nicht an, ab wann ein Lebensmittel ungenießbar ist. Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne.
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Ratgeber Ernährung

Jedes Jahr landen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit auf dem Müll. Jeder Deutsche schmeißt rund 82 Kilo weg! Altes Brot und Brötchen werden zum Heizen statt zum Essen verwendet. Gegen diesen Irrsinn kann jeder etwas tun. Mit Sinn und Verstand einkaufen, Lebensmittel richtig lagern, das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht so streng nehmen und Reste verwerten sind nur einige Beispiele. Hier die besten Tricks, wie Sie es schaffen, weniger Essen wegzuwerfen.

1. Sinnvoll einkaufen

Der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln beginnt bereits im Supermarkt. Wer als Schnäppchenjäger wild einkauft, hortet viel für den Vorrat, was schnell in Vergessenheit gerät und später im Müll landet. Deshalb: Schreiben Sie sich einen Einkaufszettel, nur so bewahrt man den Überblick. Wichtig: Beim Einräumen die neu gekauften Produkte hinter die alten sortieren. So vermeiden Sie Kühlschrank-Leichen, die verderben, ohne dass Sie es merken.

2. Seien Sie nicht so streng mit der Mindesthaltbarkeit

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist abgelaufen? Nicht so schlimm. Das Datum gibt an, bis wann die Ware mindestens haltbar ist, und nicht, wann sie ungenießbar wird. Viele Produkte können nach Ablauf noch Tage verzehrt werden. Lebensmittel mit einer Monatsangabe als Haltbarkeit sogar noch mehrere Wochen. Schauen, riechen, schmecken - prüfen Sie das abgelaufene Lebensmittel , bevor Sie es in den Müll schmeißen. Allerdings: Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fleisch oder Lachs muss das Verbrauchsdatum eingehalten werden, weil sich Keime und Bakterien schnell vermehren können.

3. Gut geplant ist gut gegessen

Viele Lebensmittel (Champignons, Hackfleisch) verderben schnell. Deshalb sollten Sie immer genau wissen, wann Sie was zubereiten. Machen Sie sich einen Plan, was in den nächsten 4 Tagen auf den Tisch kommt. Und planen Sie ruhig einen Reste-Tag für die Mahlzeiten ein, bei denen etwas mehr übrig geblieben ist.

4. Reste verwerten

Verschrumpelte Äpfel oder Beeren eignen sich prima für Smoothies. Dafür das Obst klein schneiden, mit etwas Saft im Mixer pürieren. Braune Bananen sind eine tolle Grundlage für selbst gemachtes Eis. Einfach in Scheiben schneiden, im Gefrierbeutel einfrieren. Später mit einem Schuss Milch oder Joghurt zu cremigen Eis pürieren.

Weitere Reste-Tipps:

Altes Brot in Olivenöl geröstet als Croutons fur den Salat oder fur Semmelknödel verwenden. Solange Brötchen nicht schimmeln, sind sie gut.

Zu viel Reis übrig? Frieren Sie ihn portionsweise ein. Oder verwenden Sie ihn als Suppeneinlage, fur Reisbällchen oder Risotto.

5. Lebensmittel halten länger, als man denkt

Luftdicht, trocken und dunkel gelagert ist Müsli auch geöffnet problemlos mehrere Monate lang haltbar.

Bei trockener Lagerung ist Mehl oder Getreide zwei bis drei Jahre haltbar. Das Problem ist allerdings, dass es leicht ranzig wird. Also auf absolut trockene Lagerung achten!

Bier ist immerhin noch rund drei Monate nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) genießbar. Die Faustregel lautet: Je dunkler und kühler man Bier lagert, desto besser. Also hält lichtgeschütztes Fassbier länger als Flaschenbier. Flocken allerdings Bestandteile aus, sollte man es besser wegschütten.

Wissen viele nicht und schmeißen ihn deshalb zu früh weg: Joghurt hält sich ungeöffnet bei kühler und dunkler Lagerung bis zum zehnten Tag nach Ablauf des MHDs. Nur bei Schimmelbildung muss der Joghurt sofort entsorgt werden. Das ist aber an der Oberfläche bereits erkennbar.

Auch Eier werden oft zu früh entsorgt. Im Kühlschrank gelagert, sind sie 2 - 4 Wochen über das MHD hinaus haltbar. Dann sollten sie aber vor dem Verzehr erhitzt werden. Ein Frischetest geht schnell und ist einfach: Eier in ein Glas Wasser legen. Liegt es unten am Boden, ist es noch frisch. Schwimmt es oben, ist das Ei alt.

Weitere Tipps finden Sie im Koch- und Nachschlagebuch "Kreative Resteküche" der Verbraucherzentrale NRW, (9,90 Euro) www.vz-nrw.de

Infos unter: www.zugutfuerdietonne.de

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