Misshandelte Frauen erzählen ihre Geschichte - in 140 Zeichen

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Misshandelte Frauen erzählen ihre Geschichte - in 140 Zeichen
Foto: iStockphoto.com

Bewegender Twitter-Trend: Why I stayed

Einfach gehen? Manchmal gar nicht so einfach. Unter den Hashtags #WhyIstayed und #WhyIleft berichten misshandelte Frauen auf Twitter, wieso sie ihren Peiniger nicht verlassen konnten und wie sie es schließlich doch geschafft haben. Berührend.

„Warum hast du ihn nicht einfach verlassen?“ Die Reaktionen, die Frauen wie Beverly Gooden erhalten, sind oft die gleichen. Beverly wurde zwölf Monate lang von ihrem Ex-Mann misshandelt. Warum sie sich nicht sofort von ihm getrennt hat? Leichter gesagt als getan. Wir sollten Menschen nicht vorschnell verurteilen, meint Beverly, sondern ihre Situation erst einmal verstehen. Dazu rief sie am 8. September 2014 auf Twitter die Hashtags #WhyIstayed (Warum ich geblieben bin) und #WhyIleft (Warum ich gegangen bin) ins Leben.

Zwei Tage nach Beverly Goodens erstem Post laufen im Minutentakt Beiträge mit diesen Hashtags auf Twitter ein. Frauen erzählen, wieso sie sich nicht von ihrem misshandelnden Partner trennen konnten und wie sie den Sprung in ein selbstbestimmtes Leben schließlich doch geschafft haben. Ein kleiner Einblick in ein fremdes Leben, in 140 Zeichen.

„Ich habe versucht, nach einem Missbrauchsvorfall das Haus zu verlassen, und er hat mir den Weg versperrt. Er hat die gesamte Nacht vor der Türe geschlafen“, schreibt Beverly auf ihrem Twitter-Account. Wir stellen weitere Frauen vor, die ihrem mutigen Beispiel gefolgt sind.

I tried to leave the house once after an abusive episode, and he blocked me. He slept in front of the door that entire night. #WhyIStayed

— Beverly Gooden (@bevtgooden) 8. September 2014

Lin Tay Mic: „Warum ich geblieben bin: Weil ich seine Bedürfnisse über meine eigenen gestellt habe und weil ich dachte, dass ich ihn verändern kann. Warum ich gegangen bin: Weil ich mich für mich selbst entschieden habe.“

#whyistayed because I always put his needs before my own & because I thought could change him. #whyileft because I decided to choose me!

— LinTayMic (@georget76) 10. September 2014

Savanna: „Warum ich geblieben bin: Weil ich an die Dinge geglaubt habe, die du gesagst hast. Warum ich gegangen bin: Weil ich festgestellt habe, dass sie nicht wahr sind.“

#WhyIStayed because I believed the things you said. #WhyILeft because I realized they weren't true

— S a v a n n a (@Sxvxnnx3) 10. September 2014

Nina Nicholson: „Warum ich geblieben bin: Niemand glaubte, dass gebildete, gutaussehende, charmante Männer wie der Vater und der erste Ehemann gewalttätig sein können. Warum ich gegangen bin: Ich fing an, meinem eigenen Urteilsvermögen zu vertrauen.“

#whyistayed No one believed educated handsome charming men like father & 1st husband were abusive #whyileft began trusting own judgment

— Nina Nicholson (@ninanic) 10. September 2014

Susan Arnold: „Ich bin geblieben, weil mein Pfarrer mir erzählt hat, dass Gott Scheidungen hasst. Mir kam nicht in den Sinn, dass Gott vielleicht auch Misshandlungen hasst.“

" @bevtgooden :I stayed because my pastor told me that God hates divorce. It didn't cross my mind that God might hate abuse, too. #WhyIStayed "

— Susan Arnold (@thepoustinik) 10. September 2014

Monika: „Wieso ich geblieben bin: Weil wir beide dachten, es ist meine Schuld. Wieso ich gegangen bin: Weil ich festgestellt habe, dass es seine Unsicherheiten sind und nicht meine Taten.“

#WhyIStayed because we both believe it was me #whyileft because I realized it was his insecurities not my actions. #selfworthpriceless

— Monika (@smartcookiewest) 10. September 2014

Amy Adele Williams: „Warum ich geblieben bin: Ich dachte, wenn ich ihn bei Laune halte, wird er mir nichts antun. Warum ich gegangen bin: Weil mein Sohn und ich sonst tot wären.“

#WhyIStayed -thought if I kept him happy he wouldn't hurt me! #whyileft because my son and I would be dead if I didn't!

— amy adele williams (@aawbrown) 10. September 2014

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