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Wunderweib

Wie werden wir die häßlichen Achtziger los?

Wunderweib,

Stil-Kolumne

Autorin Marlene Sørensen klärt Fragen des guten Geschmacks. Natürlich äußerst subjektiv. Dieses Mal geht's um: Kleidertrennung

Das wichtigste Wort in der Mode ist "Ja".

Ich verwende es großzügig, derzeit bei Stiefeletten, Militärmänteln und den erstaunlich kleidsamen Jodhpurs, bei diesen deshalb gleich in drei Ausführungen: beige, creme und ocker. Ja, ja, ja!

Das zweitwichtigste Wort ist "Nein".

Diese, wie jede, Saison sage ich Nein zu den 80s. Sie finden mit irritierender Regelmäßigkeit statt, immer dann, wenn die Modeschaffenden die anderen Jahrzehnte schon durchzitiert haben und in ihrer Ratlosigkeit beschließen: Los! Plastikklamotten! In Hustensaftfarben! Mit Blitzen drauf! Hurrah! Die Londoner, die bekanntlich alles mitmachen und denen alle anderen bekanntlich alles nachmachen, griffen den Trend als Erste auf.

Eben noch im Club BoomBox, heute schon in der Warteschlange beim Schanzenbäcker:

bunte Röhrenjeans, Lurexsocken, Slogan-Shirts, fingerlose Handschuhe, goldene Leggings, erwähnte ich bunte Röhrenjeans? Nach einem doppelten Espresso ging ich zu American Apparel und stand fünf Minuten später in akuter Verzweiflung mit einem Body in der Umkleide. Einem Body. Aus Nylon. In Lila.

"Aber es ist American Apparel. American Apparel ist cool!", sagte eine Stimme, meine. "Du siehst aus wie 14", antwortete die Vernunft. "Eine coole 14-Jährige?" "Nein. Wie die 14-Jährige, die in roten Jeans und Body zum Geburtstag ihrer 17-jährigen Cousine ging, wo alle Palitücher trugen. Also genau wie die 17-Jährigen von heute. Willst du das noch mal durchmachen?"

Ich zwiebelte mich keuchend aus den Plünnen und rief zur Beruhigung meine Freundin Annabelle an, die, wie sich dummerweise herausstellte, bereits einen Body besaß. Aber nur, weil er die Nieren wärmt, beteuerte sie. Auf meinen Einwand, dass in Zeiten des Klimawandels niemand, nicht mal ein Verräter wie sie, Nierenschoner braucht, sagte sie: "Sei friedlich. Das wird dich aufheitern: Seit dem Body hatte ich keinen Sex mehr." Damit war die Sache entschieden.

Das Schönste am Anziehen ist die Vorstellung, wieder ausgezogen zu werden.

Diese Vorstellung macht der Body unmöglich. Er zwackt, macht Dellen, wo vorher keine waren, man kommt kaum elegant rein, erst recht nicht wieder raus. Außerdem sollte Kleidung schmeicheln und wenn schon nicht das, wenigstens interessant sein. Die Mode der 80er Jahre war noch nie interessant, nicht mal in den 80ern.

Was schmeichelt, verrät der Blick in den Spiegel, und das ist bei den meisten Frauen das Gleiche: auf Figur geschnittener Rock (oder Hose), lockere Bluse (oder Shirt), hohe Schuhe, fertig. Alles andere ist nur die perfide Art der Kreativen, uns zu testen. Wie bei "Geh aufs Ganze" gilt auch in der Mode: Hinter einem von drei Trends versteckt sich ein Zonk.

Wer die 80s trotzdem riskieren will, sollte sich auf Details wie fingerlose Handschuhe oder einen türkisen Lidstrich beschränken. Das ist gewagt, ohne grotesk auszusehen, wirkt modern, ohne übertrieben modisch zu sein.

Bei eventuellen Unsicherheiten empfehle ich, sich an Modevorbildern - jede Frau braucht sie! - zu orientieren.

Meine: Shannen Doherty (Mitte der 90er), meine sagenhaft stylishe Nachbarin im Studentenwohnheim (1999 - 2002) und Ali MacGraw (immer). Zu meinen Modevorbildern zählte noch nie Boy George. Zu Ihren hoffentlich auch nicht.

Nie machen: Wo anfangen? Dauerwelle. Graffiti-Optik. Bodys. Pullover mit Blitzmotiv. Leggings mit Blitzmotiv. Schweißbänder mit Blitzmotiv ...

Unbedingt machen: 80s-Musik hören. Die ist immer noch sehr okay.

Nicht vergessen: Wenn Sie auf den 80s-Look bestehen, dann tragen Sie ihn mit ironischem Lächeln, als würden nur Sie den Witz verstehen, sonst aber niemand. Vorlage: Gesichtsausdruck von Model Agyness Deyn

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