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Wieso sehen alle schwanger aus?

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Stil-Kolumne

Autorin Marlene Sørensen klärt Fragen des guten Geschmacks. Natürlich äußerst subjektiv. Dieses Mal geht's um: Sackkleider

Männer sind wirklich lustig. Letztens stand ich auf einer Hausparty - wo man eben so hingeht, seitdem man nicht mehr auf Housepartys geht - neben drei Freundinnen und meinem Bekannten Georg. Ich führte an diesem Abend meine neuen hochgeschnittenen Jeans aus. "Trägt man das jetzt so, ja?", fragte mich eine der Freundinnen. "Man muss!", rief ich.

Sagte Georg: "Sagt wer?" Sagte ich: "Chloé! H & M! Alle!" Röhrte er zurück: "Chloé, Schmoé. Hohe Jeans sind doof. Die setzen sich niemals durch!" Da habe ich ihn ausgelacht. Erstens ist auslachen viel wirkungsvoller als diskutieren. Und zweitens: werde ich sowieso Recht behalten.

Genau das Gleiche hat Georg vor ein paar Monaten nämlich auch über Sackkleider gesagt.

Und jetzt? Jetzt sind sie überall. Ahahaha. Ha!

Eigentlich hat er ja recht: Sackkleider - wäre man nett, würde man sie Tuniken nennen, aber wer ist im Modebusiness schon nett - sehen extrem doof aus. Wie Umstandsmode. Nur fällt einem das, seitdem sie plötzlich jeder trägt und nach meiner Kalkulation noch mindestens eine Saison lang tragen wird, nicht mehr auf.

Der Trend hat sich festgesetzt.

Man sollte sich ihm einfach geschlagen geben. Warum? Weil man so viel mehr Spaß hat als die Langweiler, die einen Trend nur nicht mitmachen, weil er ein Trend ist. Mäh. Zudem ist das Sackkleid ein überaus demokratisches Kleidungsstück: Alle sehen darin gleich unförmig aus, Gisele Bündchen ebenso wie ich. So gut kommt man im direkten Vergleich mit Gisele ja selten weg.

Man darf sich übrigens nicht davon abschrecken lassen, dass die Tuniken im Laden so leblos wie ein alter Hauskittel an der Kleiderstange hängen.

Zusammen mit einem Paar gefährlich hoher Stiefeletten sieht man gleich aus, als wäre man bei Stella McCartney vom Laufsteg gehüpft. Und wann hat man schon mal Gelegenheit, modisch so weit vorn zu liegen und es dabei gleichzeitig bequem zu haben? Sackkleider sind nämlich sehr bequem. Und sie passen immer.

Sollte es vorkommen, dass man aus dem Büro spontan zu einem Cocktailempfang geladen wird, schlingt man einfach einen breiten Gürtel, den man für eben solche Eventualitäten natürlich bereitliegen hat, ums Gewand und - voilà - man trägt ein schickes Abendkleid. Will man nach dem langweiligen Cocktailempfang noch einen Imbiss nehmen: Gürtel ab und keiner sieht die Dönerplauze!

Wahrscheinlich tragen auch hier deshalb alle Schwarz und gehzeltweit (Heute auf dem Flur: "Prada?" "Nö, Zara." "Geil!"). Noch wahrscheinlicher aber, weil diese Kleider, wie gute Mode es kann, einem das Gefühl geben, man sollte darin nicht im Büro sitzen. Sondern mit einem hinreißend grüblerischen Franzosen Hand in Hand durch Paris eilen, sagen wir, auf dem Weg zu einem kleinen Privatkonzert chez Carla Bruni.

Der größte Vorteil von Sackkleidern ist allerdings, und das hätte ich Georg noch sagen sollen:

So lange wir sie tragen, sieht man weniger von den Leggings, die wir drunter anhaben. Die mag er, das arme Ding, nämlich auch nicht.

Nie machen: Dazu derbe Boots oder flache Schuhe tragen, wirkt plump. Ausnahme: Ballerinas. Aber nur zusammen mit einer 40-den-Strumpfhose.

Unbedingt machen: Als Ausgleich zum verspielten Kleid die Haare streng binden. Mutige lassen sich die Frisur auf Jean-Seberg-Länge kürzen.

Nicht vergessen: Auffällige Accessoires wie Cocktailringe oder lange Ketten. Die Handtasche: groß. Sonst geht sie in den Kleiderlagen unter.

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