Modenschau in Nordkorea: Sozialistische Trends fürs Volk

seltsame modenschau nordkorea
Auf der Modenschau gab's sowohl traditionelle nordkoreanische Gewänder...
Foto: Screenshot

Von Lampenschirmen und Stewardessen

Eine Fashionshow aus Nordkorea? Ja, wir wussten auch nicht, dass es sowas gibt! Und die Bilder aus dem ostasiatischen Land sind genauso seltsam, wie wir erwartet hatten...

So viel vorab: Mode funktioniert ohne Individualität nicht besonders gut. Für die bunte Vielfalt dieser Welt braucht es schließlich verschiedene Denkweisen und Geschmäcker. Was der eine angesagt findet, geht für den anderen gar nicht - diese Meinungsverschiedenheiten sind natürlich und Teil dessen, was Mode ausmacht. Wie aber funktioniert so etwas in einem Land, in dem alle (zumindest rein theoretisch) die gleiche Meinung haben?

Das hat der singapurische Fotograf Aram Pan auf einer Reise in das völlig isolierte Nordkorea herausgefunden. Auf der jährlichen Modemesse des asiatischen Landes wurden die neuesten "Trends" vorgestellt - dass das ganz anders aussieht als in New York oder Mailand war klar. Die Kulisse: ein selsamer grüner Teppich. Die Models: mit Dauergrinsen. Die Mode: ein seltsamer Mix aus traditionellen Gewändern in Lampenschirmform und Stewardessen-Kostümchen im 60ies Style.

Was da auf der Modenschau in Pjöngjang vorgeführt wird, sind für uns alte Hüte, für Nordkorea aber eine kleine Revolution. Laut Aram Pan sind besonders die teils farbenfrohen Gewänder der übertrieben gestikulierenden Models eine Besonderheit für die nordkoreanische Mode - noch dazu sind die Rocksäume etwas höher gerutscht.

Außerdem sind bunte Regenschirme derzeit très chic in Nordkorea: Wer einen hat, spannt ihn immer und überall auf, sogar ohne schlechtes Wetter. Ein wahrer Renner sind auch rote Ohrringe in Sternform und Anstecker mit dem Konterfei von Kim Jong-un. So richtig warm werden wir mit den nordkoreanischen Modevorstellungen irgendwie nicht...

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