Modestrecke zeigt Vergewaltigung von Delhi

fotostrecke vergewaltigung ray shetye

Foto: Raj Shetye

Fotograf Raj Shetye schockt mit geschmackloser Modestrecke

Der Fotograf Raj Shetye inszeniert eine Modestrecke als Vergewaltigung einer Frau in einem Bus in Indien, die Erinnerungen an eine echte Straftat weckt, und löst damit einen weltweiten Skandal aus.

Ein schönes Model mit aufwändiger Hochsteckfrisur, schimmerndem Make-up und funkelnden Couture-Kleidern - soweit ein normales Fashion-Shooting. Von wegen! Denn diese Bilder sind schockierend, verwerflich und so falsch, dass wir es kaum glauben können! Der indische Fashion-Fotograf Raj Shetye, der bereits für viele renommierte Magazine arbeitete, ließ sich für seine Modestrecke "The Wrong Turn" von der Gruppenvergewaltigung, die sich 2012 in einem Bus in Delhi abspielte, inspirieren.

Foto: Raj Shetye

"[Mein Foto-Shooting] basiert nicht auf Nirbhaya", sagte Raj Shetye gegenüber Buzzfeed.com. Nirbhaya beudetet "angstlos" in Hindi, der Name, den die Presse dem Vergewaltigungsopfer von Delhi gab, um ihre wahre Identität geheim zu halten. Eine unverschämte Aussage, angesicht der Fotos, doch nehmen wir mal an, sie stimmt: Sollte es in diesem Fall okay sein, eine Vergewaltigungsszene als Modestrecke zu inszenieren? Glaubt Fotograf Raj Shetye wirklich, dass der Anstoß seiner Bilder nur in der Erinnerung an diesen Fall liegt? NEIN!

Foto: Raj Shetye

"Diese Bilder sollen auf keinen Fall den Akt, der wirklich schlimm ist, als glamourös darstellen", sagt Shetye weiter. Sein Editorial sei "ein Weg, den Fall wieder ins Licht zu rücken." Über Monate war der Vergewaltigungsfall in Indien das beherrschende Thema, Medien weltweit berichteten immer wieder über das erschrenkende Verbrechen. Wie genau soll nun eine unreflecktierte Modestrecke das "Bewusstsein erhöhen", wie es eine monatelange Berichterstattung nach Meinung von Shetye nicht konnte?

"[Mein] Ziel ist es, Kunst zu schaffen, die Reaktionen in der Gesellschaft auslöst", sagt Shetye. Aber diese plumpe und moralisch völlig falsche Art der Effekthascherei ist die verwerflichste Art, sich auf den Schultern einer derart schlimmen Straftat selbst in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Es braucht Talent und Finesse, um spezielle Reaktionen bei anderen Menschen abrufen zu können. Doch diese Fotos schaffen das definitiv nicht. Sie geben komplett unkritisch die Gewalt wieder, die sie angeblich verurteilen sollen. Alles was diese Bilder hervorrufen, sind Verachtung und Verurteilung gegenüber dem Fotografen.

Foto: Raj Shetye

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