Für MütterMutter-Kind-Kur beantragen: Was tun, damit Kur bewilligt wird?

Mutter-Kind-Kuren ermöglichen Müttern und ihren Kindern wichtige Erholungspausen vom Alltag.
Mutter-Kind-Kuren ermöglichen Müttern und ihren Kindern wichtige Erholungspausen vom Alltag.
Foto: iStock
Inhalt
  1. Wann ist eine Mutter-Kind-Kur sinnvoll?
  2. Wie hilft der Arzt beim Kurantrag?
  3. Wie stelle ich den Antrag?
  4. Mutter-Kind-Kur abgelehnt - was tun?
  5. ​​Wer übernimmt die Kosten?
  6. ​Wie finde ich die passende Klinik?
  7. Bis zu welchem Alter dürfen Kinder mit zur Mutter-Kind-Kur?
  8. Welche Frauen machen eine Kur?
  9. Wie läuft eine Kur ab?
  10. Was ist das Ziel einer Mutter-Kind-Kur?
  11. Türanhänger für Mütter, die Ruhe brauchen

Eine Mutter-Kind-Kur beantragen? Antrag abgelehnt? Hier finden Mütter alle Infos, damit ihre Kur schnell bewilligt wird! 

"Ich kann einfach nicht mehr! Ich mache alles, und niemand sieht es! Ich bin wohl die einzige, die es nicht hinbekommt!"

Gedanken wie diese kennen viele Mütter und auch Väter, die versuchen den Spagat zwischen Job und Familie erfolgreich zu meistern. Doch das kostet Energie, die nicht immer da ist, weil Zeit zum Auftanken und Unterstützung von außen fehlt. Oft leidet darunter die Gesundheit.

Diese große Not durch die Mehrfachbelastung von Müttern wird heute glücklicherweise mehr anerkannt als früher. Und so gibt es heute die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Kur oder Mutter-Kur um durchzuatmen und zu gesunden.

Haben Sie sich auch schon mal gedacht: „Eigentlich kann ich nicht mehr“?

Dann lesen Sie hier die kostbaren Tipps zu Antragsstellung und Auswahl der richtigen Kurmaßnahme von Anne Schilling. Sie ist die Geschäftsführerin der Elly Heuss-Knapp-Stiftung - Deutsches Müttergenesungswerk und klärt uns über die häufigsten Fragen der Wunderweib-Leserinnen zum Thema Kur auf.   

 

Wann ist eine Mutter-Kind-Kur sinnvoll?

„Eine Kur ist für alle Mütter eine Option, die das innere Gefühl haben: „Mir ist alles zu viel. Ich kann nicht mehr.“ erklärt Schilling. Am besten sollten Frauen schon zu einer der bundesweit 1300 Beratungsstellen für Mutter-Kind-Kuren gehen, bevor es ganz schlimm wird. Doch Anne Schilling weiß aus Berichten der Klinken, dass die Frauen heute immer später kommen.

„Mütter tun heute so viel um zu funktionieren und damit ihre Umwelt nicht merkt, wie es ihnen geht.“ So würden beim Kur-Antrag viele bereits unter den körperlichen Folgen ihrer Mehrfachbelastung leiden.

Häufige Warnsignale seien Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Ängste, depressive Verstimmungen. Darunter leiden rund 80 Prozent der Kur-Teilnehmerinnen. Darüber hinaus kommen viele mit Rückenproblemen, gynäkologischen Erkrankungen oder Migräne.  

 
 

Wie hilft der Arzt beim Kurantrag?

Ein wichtiger Part für die Antragsstellung ist das ärztliche Attest vom Hausarzt. Schilling erklärt hierzu, „dass der Arzt im Attest schon festhalten sollte, was los ist und ansteht. Dazu gehören neben den medizinischen Gründen auch Angaben zur Lebenssituation. Also die persönlichen Belastungsfaktoren, die das Fass zum Überlaufen bringen können.“

Auch die bevorzugte Klinik einer Mutter könne der Arzt bereits ins Attest einbeziehen oder die Mutter im Anschreiben selbst ergänzen. Dies kann die Lage oder Größe der Klinik, ein bestimmtes Konzept oder Schwerpunkt oder auch eine konfessionelles Angebot sein. Hilfreich ist dabei, „wenn  begründet wird, warum ein bestimmtes Klinikkonzept zur Heilung beitragen kann.“

 

Wie stelle ich den Antrag?

Hilfe beim Ausfüllen des Antrages, der Auswahl einer geeigneten Klinik und den Vorbereitungen zur Kurmaßnahme gibt es in Beratungsstellen, wo im Gespräch  auf die individuellen Bedürfnisse der Frau geschaut wird. Eingereicht werden muss ein Kurantrag bei der Krankenkasse. Hier gäbe es immer wieder Missverständnisse, „weil einige Frauen von ihrer Krankenkasse oder Umfeld die Info bekommen, dass sie den Antrag zur Rentenversicherung schicken müssen. Doch die sind für Mutter-Kind-Kuren und Mutter-Kuren nicht zuständig und lehnen deshalb in der Regel  ab. Für kurbedürftige Frauen ist das total frustrierend.“

 

Mutter-Kind-Kur abgelehnt - was tun?

Beim Müttergenesungswerk gibt es eine niedrige Ablehnungsrate von 11 Prozent. Lehnt die Krankenkasse einen Antrag ab, lohne es sich allerdings, einen Widerspruch einzureichen, macht Schilling Mut. Denn man habe die Erfahrung gemacht, dass über 50 Prozent der Anträge nach dem Widerspruch doch noch bewilligt werden.

 
 

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für Mutter-Kind-Kuren und Mütter-Kuren tragen die Krankenkassen. Was bleibt ist ein Eigenanteil von 10 Euro pro Tag, Taschengeld, Fahrtkostenanteil und andere „Nebenkosten“ eines Kuraufenthaltes. Da dies für viele Familien nicht darstellbar ist, versucht das Müttergenesungswerk mit Spendengeldern Zuschüsse für Mütter möglich zu machen. „Damit auch mal ein Eis gekauft werden kann oder der Badeanzug, den es für die Kur braucht.“ Auch das sei wichtig, so die Haltung der Stiftung.

 

Wie finde ich die passende Klinik?

„Die Klinik sollte zu den Erkrankungen passen und zu den individuellen Bedürfnissen“, erklärt Schilling. Das Müttergenesungswerk hat allein 76 Kliniken anerkannt, die den hohen Anforderungen der Stiftung entsprechen. Dazu gehören Ganzheitlichkeit, mütterspezifisches Konzept, Mutter-Kind Angebote und Kinderbetreuung.

Die Kliniken haben oftmals besondere Schwerpunkte. Zum Beispiel Angebote für die Behandlung von Frauen, die von Krebserkrankungen betroffen sind, die sich in einer Trauersituation befinden oder für Mütter, die Angehörige pflegen. Sich hier Zeit für die Auswahl zu nehmen ist daher ratsam. Dank des sogenannten „Wunsch- und Wahlrechtes“ der Patientinnen müssen die Krankenkassen den Klinik-Wunsch angemessen berücksichtigen.

 

Bis zu welchem Alter dürfen Kinder mit zur Mutter-Kind-Kur?

Kinder dürfen bis 12 Jahren, teilweise bis 14 Jahre mit zur Kur genommen werden. Für behinderte Kinder gibt es keine Altersgrenzen. Reine Mütter-Kuren können beantragt werden, solange Kinder bis 18 Jahre im Haushalt leben. Mütter, die behinderte Kinder pflegen, dürfen auch noch zur Kur, wenn die Kinder schon erwachsen sind. Im Fokus steht immer die belastende Familiensituation. Und da ginge es nicht „nur“ um die Kinder. Viele Frauen kümmern sich gleichzeitig um die Pflege ihrer Eltern oder Schwiegereltern. Diese Mehrfachbelastung kann in Mütter-Kuren Entlastung bringen.

 

Welche Frauen machen eine Kur?

„Es kommen alle Frauen aus allen Bildungs- und  Einkommensgruppen“, klärt Anne Schilling auf und räumt mit Vorurteilen auf, dass Kuren nichts für Frauen mit höheren Einkommen seien. Jede Frau hat also ein Recht auf Kur, wenn sie die medizinischen Voraussetzungen mitbringt.

 

Wie läuft eine Kur ab?

Es gibt unterschiedliche Kurangebote von drei Wochen. Zum Ablauf gehört ein individueller Therapieplan mit Medizin, Physiotherapie, Bewegung, Sport und psychosozialen Therapien. Wer jetzt an kostenlosen Urlaub denkt, sei vorsichtig gewarnt: „Eine Kur ist keine Wellness sondern Arbeit an sich selbst“, betont die Geschäftsführerin der Stiftung.

Beim Müttergenesungswerk setzt man auf eine gleichzeitige Anreise der Teilnehmerinnen. Denn ganz wichtig sei „der Austausch untereinander. Mit anderen Müttern, die auch nicht mehr können. Nur dann glauben sie, dass sie nicht allein sind. Und dann gelingt es ihnen auch, die Latte runterzuziehen.“

Denn die eigene Messlatte und die empfundenen Anforderungen der Gesellschaft an Mütter lägen sehr hoch, weiß die Fachfrau. Das ganzheitliche Einbeziehen während der Kur von traditionellen Rollenbildern und den hohen gesellschaftlichen Erwartungen ist der Stiftung daher ein Anliegen.

Es ginge aber auch darum zu schauen, was es im Alltag braucht, um Veränderungen umzusetzen. Die Nachsorge bei den Beratungsstellen sei daher in der therapeutischen Kette des Müttergenesungswerkes ein wichtiger Baustein.

 

Was ist das Ziel einer Mutter-Kind-Kur?

Vor allem geht es bei einer Kur um die „Stärkung der Selbstheilungskräfte, der Gesundheit der Mutter und der Bindung zwischen Mutter und Kind. Wir wollen den Frauen den Rücken stärken“, fasst Schilling das Anliegen der Stiftung zusammen.

Damit das funktioniert, sollen die Maßnahmen Anstöße zur Veränderung geben und alltagstauglich sein. Mütter können zum Beispiel in der Kur schauen, wie sie ihre Prioritäten und Verantwortungen verteilen.“ Dass sei ganz wichtig.

Auch mal wieder zu spüren: Wann bin ich dran? Nicht mehr die eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Dieses Umdenken sei schon ein ganz wichtiger Prozess – der Beginn einer Veränderung. 

Stiftungsleitung Anne Schilling bringt auf den Punkt: „In drei Wochen wird nicht das Leben verändert, aber der Blick auf das eigene Leben. Und das ist wichtig.“

Autorin: Familientherapeutin Marthe Kniep

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Stiftungen stärken Mütter!

Es ist unter anderem dem Bemühen von Elly Heuss-Knapp zu verdanken, dass es heute die gemeinnützige Elly Heuss-Knapp-Stiftung - Müttergenesungswerk gibt. Dort setzt man sich dafür ein, qualitativ hochwertige Kuren für Mütter und ihre Kinder erreichbar zu machen. Auch Väter und sogar pflegende Angehörige können mittlerweile von dem Angebot profitieren. Seit 1950 gibt die Stiftung Müttern eine starke Stimme und setzt sich politisch und mit direkter Hilfe für Familien ein.

Die Stiftungsarbeit finanziert sich v.a. durch Spenden.

Kontakt und Spendenkonto: 

Elly Heuss-Knapp-Stiftung
Deutsches Müttergenesungswerk
Bergstraße 63
10115 Berlin
Telefon 030. 330029-0
E-Mail info@muettergenesungswerk.de
Internet www.muettergenesungswerk.de
Kurtelefon 030/ 33 00 29-29
Spendenkonto
IBAN: DE13 7002 0500 0008 8555 04
BIC: BFSWDE33MUE

 

Türanhänger für Mütter, die Ruhe brauchen

Extra für Mütter, die ab und zu etwas Ruhe brauchen und dies ihrer Familie ganz freundlich signalisieren wollen, hat die Elly Heuss-Knapp-Stiftung diesen Türanhänger entwickelt. Hier kannst du den schönen Türanhänger für Mütter als PDF herunterladen!

Ein Türanhänger für alle Mütter, die ab und zu etwas Ruhe brauchen.
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