Mutter warnt vor sekundärem Ertrinken

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Stunden nach dem Schwimmen wäre ihr Sohn fast ertrunken.
Foto: iStock

Sekundäres Ertrinken: Ungeahnte Gefahr nach dem Schwimmen

Stunden nach dem Schwimmen wird ihr Sohn plötzlich bewusstlos. Er muss sofort ins Krankenhaus. Jetzt warnt die Mutter im Internet vor sekundärem Ertrinken.

Sommer, Sonne, Badezeit. Wenn die Temperaturen steigen gibt es für Kinder häufig nichts Schöneres, als ausgiebig im Pool zu plantschen. Nicht anders ergeht es Darcy McQueenys Sohn. Doch sein Badetag endet im Krankenhaus. Die Mutter nutzt nun das Internet, um Eltern vor dem zu warnen, was ihrem Jungen beinahe das Leben gekostet hätte: Sekundäres Ertrinken.

An einem warmen Sommertag vergnügt sich der Dreieinhalbjährige am Pool, während etwas abseits Erwachsene einen Blick auf die spielenden Kinder haben. Diese sind sofort zu Stelle, als der Junge nach einem Sprung vom Beckenrand nicht gleich wieder auftaucht. Blitzschnell ziehen sie den Kleinen aus dem Pool, der sich schnell von dem Schock erholt. Als er munter weiter spielt, macht sich seine Mutter keine Sorgen.

Stunden später ist der Junge schon längst wieder zu Hause, als er plötzlich ohnmächtig wird. Auch auf das Rütteln seiner Mutter reagiert er nicht, woraufhin diese besorgt einen Krankenwagen ruft. Die Ärzte können gerade rechtzeitig handeln, Darcys Sohn überlebt. Doch die Diagnose ist irritierend: Der Junge wäre fast ertrunken. Wie kann das sein, wenn das Schwimmen doch Stunden zurück liegt?

Im Internet warnt die Mutter nun vor dem sogenannten sekundären Ertrinken, bei dem sich Wasser in der Lunge ansammelt, das sich allerdings erst später bemerkbar macht. Mit einem Foto ihres Sohnes im Krankenhausbettpostet sie folgende Worte:

Please take a good look at this photo. This is my 3.5 year old laying unresponsive in a hospital bed less than six hours...

Posted by Darcy McQueeney on Samstag, 15. August 2015

„Bitte schaut euch dieses Foto genau an. Das ist mein Dreieinhalbjähriger, bewusstlos in einem Krankenhausbett liegend, weniger als sechs Stunden nachdem er in einen Pool sprang. Er ging nur für weniger als dreißig Sekunden unter. Er wurde von zwei vernünftigen, gewissenhaften Erwachsenen beobachtet, die weniger als drei Meter vom Pool entfernt waren. Das ist, wieso er noch am Leben ist, weil er so schnell aus dem Wasser gezogen wurde. Wie auch immer, die kurze Zeit reichte aus um Wasser zu inhalieren. Das Wasser, das er einatmete, erzeugte ein Fieber und ließ ihn wohlmöglich aufgrund eines Anfalls bewusstlos werden. Direkt nach dem Zwischenfall hat er noch gesprochen und gegessen, erst Stunden später ging es bergab. Jeder den wir getroffen haben bemerkte, was für ein unglaubliches Glück er hatte, am Leben zu sein. Nicht nur weil er nicht gleich ertrank, sondern weil das Risiko für sekundäres Ertrinken enorm hoch war. Obwohl er essen und sprechen konnte und nach dem Zwischenfall ok wirkte, war er NICHT ok. Sicherheit sollte am Wasser höchste Priorität haben. Lasst eure Kinder nie unbeaufsichtigt nahe jeglicher Wasserquelle. Auch wenn man alle Regeln beachtet, passieren Unfälle. Auch wenn sie normal erscheinen, nachdem sie beinahe ertrunken wären, bringt sie bitte ins Krankenhaus. Was wenn wir davon ausgegangen wären, dass es ihm gut geht und ihn ins Bett gebracht hätten? Ich weiß nicht wie ich es ausreichend betonen kann. Seine Krankenschwester bat uns darum, die Erfahrung zu nutzen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Mein Sohn überraschte alle damit, sich so schnell zu erholen und ist jetzt ok, aber er hatte Glück. Bitte stärkt das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, für Sicherheit am Wasser zu sorgen, darunter auch die Nachsorge, nachdem ein Kind fast ertrunken wäre."

Sekundäres oder trockenes Ertrinken?

Nur wenige Menschen sind über die Möglichkeit eines späteren Ertrinkens informiert. Man unterscheidet zwischen dem trockenen und dem sekundären Ertrinken. Ersteres kann unmittelbar während des Sprunges in das kalte Wasser geschehen. Es handelt sich hierbei um einen Krampf der Stimmritzen, der eigentlich als Schutzmechanismus vor dem Einatmen von Wasser funktionieren soll. In manchen Fällen hält die Verkrampfung allerdings zu lange an – das Kind erstickt, ohne dass überhaupt Flüssigkeiten in die Lunge gelangt sind.

Beim sekundären Ertrinken hingegen sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge an, ohne dass diese gleich bemerkt wird. Das Tückische hierbei: Die Symptome treten erst später auf, so dass eine Assoziation mit dem Schwimmen häufig zu spät geschieht. Bereits kleine Ansammlungen von Wasser, die beim Spielen oder Springen im Wasser eingeatmet werden, können langfristig zu Entzündungen und damit immer größerem Sauerstoffmangel führen.

Woran erkenne ich das sekundäre Ertrinken?

  • Atembeschwerden
  • Husten
  • Schmerzen in der Brust
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Erbrechen
  • Blässe

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