Mutterglück: Schwanger trotz Chemotherapie

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Entnommes Eierstockgewebe in der Kindheit

Mit 13 Jahren muss sich ein Mädchen einer Chemotherapie unterziehen. Vorsorglich wird ihr ein Eierstock entnommen und Jahre später wieder eingesetzt.

Diese Geschichte ist eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt - eine (traurige) Geschichte mit Happy End. Im Alter von 13 Jahren erkrankt ein Mädchen aus Belgien an Sichelzellenanämie, sie muss sich einer Chemotherapie entziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann einmal eigene Kinder haben wird - gering. Dann das Wunder. Im vergangenen November, also 14 Jahre später, bringt die junge Frau einen gesunden Jungen zur Welt. Was ist passiert?

Die kleine Patientin erkrankt an einer erblichen Erkrankung der roten Blutkörperchen, der Sichelzellenanämie. Sie muss sich einer Chemotherapie unterziehen. Was die wenigsten wissen: Eine Chemotherapie macht oft unfruchtbar. Die Ärzte in Belgien reagieren auf das Schicksal des kleinen Mädchens und entnehmen ihr noch vor ihrer ersten Periode den rechten Eierstock und frieren ihn ein. 12 Jahre später, im Alter von 25 Jahren, wendet sich die heute gesunde Frau an das Erasmus Hospital der Freien Universität Brüssel - mit Babywunsch. Ihre Hormontherapie wird gestoppt, die Eierstöcke wieder eingesetzt.Fünf Monate später bekommt die junge Frau zum ersten Mal ihre Periode, zwei Jahre später bringt sie einen gesunden Jungen zur Welt.

"Das ist ein wichtiger Durchbruch in diesem Bereich, denn Kinder sind die Patienten, die in Zukunft am meisten von dem Verfahren profitieren können", sagt die Reproduktionsmedizinerin Isabelle Demeestere gegenüber dem Mediziner Fachmagazin "Human Reproduction". Das Verfahren, Frauen vorsorglich entnommenes Eierstockgewebe nach einer überstandenen Chemotherapie wieder einzupflanzen, ist nicht neu. Ungewöhnlich ist aber die frühe Entnahme des Gewebes. Und bislang einmalig.

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