Myome entfernen - Infos über Embolisation

bellybutton woman
Myome gehören zu den häufigsten gutartigen Tumoren bei Frauen. Doch sobald sie Beschwerden machen, müssen sie raus
Foto: Fotolia

Es gibt eine sanfte Entfernung

Ungefähr jede dritte Frau über 30 ist davon betroffen und hat Myome in der Gebärmutter. Die Entfernung geht auch sanft mit Hilfe einer Embolisation.

Oftmals ohne es zu wissen, denn die kleinen Gewächse müssen nicht unbedingt stören. Myome können aber sehr groß werden oder gehäuft auftreten und dann auf nebenstehende Organe drücken. Mögliche Folgen: Schmerzen, Blutungen, ein unangenehmes Bauchgefühl, Druck auf die Blase. Spätestens dann sollte ein Gynäkologe eine genauere Untersuchung vornehmen.

Experten bemängeln, dass in Deutschland im Rahmen einer Behandlung von Myomen zu häufig gleich die gesamte Gebärmutter herausgenommen wird.

Sehr erfolgreich als Therapie erweist sich ein sanfteres Verfahren, das Myome einfach aushungert und die Gebärmutter schont: die Embolisation.

"Wir machen uns bei diesem Verfahren die Eigenschaft zu nutze, dass Myome sehr gut durchblutet sein müssen, um zu wachsen", erläutert Dr. Ingo von Leffern, Chefarzt der Gynäkologie der Asklepios Klinik Hamburg und Experte auf dem Gebiet der Gebärmutter-Myom-Embolisation.

"Bei der Operation verstopfen wir die Gefäße, die die Myome mit Blut und Sauerstoff versorgen. Die Myome werden dadurch ausgehungert, schrumpfen und sterben ab."Dieser Eingriff erfolgt minimalinvasiv, d. h. ohne große Schnitte und unter lokaler Betäubung.

"Wir schieben einen Katheter über eine Arterie der Leiste bis zur Gebärmutter vor", erläutert Dr. von Leffern das Verfahren. "Den Vorgang überwachen wir mittels Röntgendurchleuchtung. Haben wir das richtige Gefäß erreicht, spritzen wir winzige Partikel aus Polyvinylalkohol oder Gelatine durch den Katheter. Diese setzen die Blutgefäße zu."Dadurch schrumpfen die Myome um bis zur Hälfte ihrer Ausgangsgröße.

"Dieser Prozess dauert in der Regel bis zu 3 Monate. Nebenwirkungen wie Fieber sind sehr selten. "Aber nicht alle Myome können auf solch sanfte Weise behandelt werden.

"Bei Geschwüren zwischen 10 und 12 cm Größe ist die Grenze erreicht", betont von Leffern. "Doch auch wenn Myome nicht diesen Umfang haben, dafür aber die Gebärmutter so stark vergrößert ist, dass wir sie bei der Voruntersuchung oberhalb des Bauchraumes ertasten können, raten wir von der Embolisation ab.

"Auch Myome, die an einem Stiel an der Gebärmutter hängen, werden nicht embolisiert. "Ein geübter Frauenarzt kann diese sehr unproblematisch und narbenfrei per Bauch- oder Gebärmutterspiegelung entfernen", betont von Leffern.

Von dem Verfahren ausgeschlossen werden auch alle Frauen, die eventuell noch Kinder bekommen möchten. "Auch wenn man in den USA oder Frankreich hier keine Bedenken hat: Wir in Deutschland sind der Meinung, dass noch zu wenige wirklich gute Studien vorliegen, ob sich die Behandlung negativ auf eine mögliche Schwangerschaft auswirken könnte", erklärt von Leffern. "Wir sind hier deshalb besonders vorsichtig."

Noch eher selten ist die Myomenbehandlung mit Hitze. An der Charité in Berlin läuft derzeit eine Studie, bei der Myome mit so genanntem fokussiertem Ultraschall bestrahlt werden. Dabei entsteht extreme Hitze, die die Myome "verbrennt" und schmelzen lässt. Risiko dabei: Im schlimmsten Fall können benachbarte Organe bestrahlt werden.

Manchmal ist eine Entfernung der Gebärmutter jedoch unumgänglich."Wenn die Gebärmutter durch die Myome sehr stark gewachsen ist - ich habe Fälle gesehen, da hatte sie den doppelten Umfang eines Fußballs erreicht - sollte sie besser entfernt werden", meint von Leffern. "Denn selbst wenn durch eine Embolisation die Myome um die Hälfte schrumpfen, wird die vergrößerte Gebärmutter noch Beschwerden verursachen. "Auch die Lage der Myome kann für eine Gebärmutterentfernung (Fachausdruck: Hysterektomie) sprechen."Sind diese gutartigen Tumore sehr dicht in oder unter der Gebärmutterschleimhaut gelagert, raten wir von der Embolisation ab und befürworten eventuell eine Hysterektomie." Die so gelagerten Myome würden nach einer Embolisation sehr wahrscheinlich abgestoßen, müssten "stückchenweise herausgenommen" werden.

Kategorien: