Myome: Schmerzhaftes Frauenleiden

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Regelbeschwerden

Wie tausend Nadelstiche im Rücken können sich die Schmerzen anfühlen, die ein Myom auslöst. Ein Druckgefühl im Bauch bis hin zu heftigen Schmerzen, starke und besonders lange Regelblutungen sind ebenfalls Indizien. Je nach Lage und Größe des Myoms kommen Verdauungsbeschwerden oder häufiger Harndrang hinzu. "In Deutschland haben rund 70 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter Myome", sagt Dr. Ingo von Leffern, Gynäkologe und Direktor der Albertinen-Frauenkliniken in Hamburg.

Die gutartigen Tumore im Muskelgewebe der Gebärmutter können klein wie eine Erbse sein, aber auch stark anwachsen oder in großer Zahl auftreten. Das Hormon Östrogen regt ihr Wachstum an. Der Hälfte der betroffenen Frauen bereiten sie Beschwerden. Viele denken aber, die Schmerzen oder starken Blutungen gehörten zum Frausein dazu. Doch das stimmt nicht.

Wer Beschwerden hat, sollte mit dem Frauenarzt sprechen. Unsere Checkliste kann Ihnen dabei helfen. Eine Tast- oder Ultraschall-Untersuchung gibt Klarheit. Auch bei ungewollter Kinderlosigkeit sollte nach Myomen geschaut werden.

Sie sind eine mögliche Ursache. Bei einer Schwangerschaft erhöhen sie wiederum die Fehl- und Frühgeburtsgefahr. Werden Myome als reiner Zufallsbefund bei der Routineuntersuchug entdeckt und bereiten keine Beschwerden, müssen sie nicht behandelt werden. Sind sie jedoch der Grund für Schmerzen oder Einschränkungen, kommt eine Therapie infrage. Sehr häufig wird noch immer die Gebärmutter entfernt. Dies sollte jedoch der letzte Schritt sein. "Gerade Frauen mit Kinderwunsch wollen ihre Gebärmutter behalten und suchen nach Therapie-Alternativen", sagt Dr. von Leffern.

Medikamentös können Antiöstrogene - die Gegenspieler des Östrogens - Myome schrumpfen lassen. Doch oft wachsen sie nach dem Absetzen nach. Diese Hormontherapie hat außerdem Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Libidoverlust oder Knochenschwäche - wie in den Wechseljahren . Oft wird sie daher nur bei Frauen eingesetzt, bei denen die Wechseljahre kurz bevorstehen.

Sind sie eingetreten, schrumpfen die Myome von selbst, da die Östrogen-Produktion versiegt. Neu sind Tabletten mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat, speziell zur Myom-Behandlung. Sie blockieren die Wirkung von Progesteron, das in der Gebärmutterschleimhaut vorkommt, und lassen die Gebilde schrumpfen. Vorteil: Es kommt nicht zu wechseljahrsähnlichen Nebenwirkungen. Aber: Die Tabletten sind derzeit nur zugelassen zur Vorbehandlung von einer OP. Denn sind die Geschwulste groß oder wachsen stets nach, sollte operiert werden - per Bauchschnitt oder minimalinvasivem Eingriff.

Eine andere Möglichkeit ist die Embolisation. Per Katheter werden Kunststoffpartikel in die das Myom versorgenden Blutgefäße geleitet. Diese werden verstopft, das Myom stirbt ab. Beim MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschall wird es gebärmutterschonend durch Hitze zerstört. Wichtig zu wissen: Embolisation und Ultraschall werden nicht von allen Kassen übernommen - klären Sie das vorher ab.

Schnell-Check

Haben Sie folgende Symptome?

Starke Regelblutungen

Zwischenblutungen

Regelschmerzen

Unterbauchbeschwerden oder Druckgefühl

Schmerzen beim Sex

Probleme beim Wasser lassen

Probleme beim Stuhlgang

Abgeschlagenheit

10 Tampons pro Zyklus sind normal. Brauchen Sie mehr, sollten Sie zum Arzt.

Myome entwickeln sich meist im 35. bis 50. Lebensjahr.

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